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Bundesregierung steht zu Soldaten im Einsatz




Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lädt am Mittwoch zu einem Empfang für Angehörige von Soldaten und Polizisten. Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CSU) ist zu einem Überraschungsbesuch nach Afghanistan gereist. Er wird von seiner Ehefrau Stephanie und den Ministerpräsidenten aus Niedersachsen, David McAllister (CDU), und Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer (CDU), begleitet. Sie alle wollen damit zeigen: Wir stehen zu den Einsätzen der Bundeswehr.

In einer Videobotschaft sagt Merkel: "Ich bitte die Bevölkerung darum, unsere Polizisten und Soldaten im Einsatz zu unterstützen. Sie ermöglichen uns ein Leben in Frieden und Freiheit." Merkel beklagt in ihrer Ansprache den Tod von acht Soldaten, die dieses Jahr in Afghanistan gefallen sind. "Den Soldaten und ihren Angehörigen werden von der Gesellschaft schwere Opfer abverlangt." Deshalb sei es ihr ein wichtiges Anliegen, am Mittwoch Familienangehörige von Soldaten und Polizisten zu empfangen.

Merkels Minister der Verteidigung ist indes bei der Truppe am Hindukusch, um die Solidarität der Bundesregierung zu demonstrieren. "Es ist ganz wichtig, dass man gerade in der Weihnachtszeit jenen Anerkennung und Unterstützung gibt, die Tausende Kilometer von der Heimat entfernt einen harten Dienst absolvieren", sagt zu Guttenberg dem Wochenmagazin Focus. "Es ist eine Frage des Herzens."

Ebenfalls mitgereist ist der TV-Moderator Johannes B. Kerner. Er beabsichtigt eine Aufzeichnung seiner Talkshow "Kerner". Dazu hat der TV-Sender Sat 1 ein ganzes Fernsehstudio nach Afghanistan einfliegen lassen. Die Guttenbergs werden auf ihrer Kurzreise den Kontakt zu den Soldaten suchen. Minister zu Guttenberg trifft in Kundus Soldaten beim Brunch, seine Ehefrau Stephanie geht ins Feldlazarett und will sich mit Soldatinnen unterhalten. Natürlich stehen auch Gespräche mit der militärischen Führung auf dem Programm.

Der Besuch wurde wie schon immer in der Vergangenheit aus Sicherheitsgründen geheim gehalten. Noch am Sonntag war zu Guttenberg im Fernsehen bei Thomas Gottschalk zu sehen. Die Sendung "Menschen 2010" war jedoch eine Aufzeichnung. Zu Guttenberg ist seit seinem Amtsantritt bereits das siebte Mal am Hindukusch. Erstmals reist eine Ministergattin in das gefährliche Land. Bisher hatte erst Bundespräsident Horst Köhler seine Frau zu einer Afghanistanreise mitgenommen.

In Afghanistan sind zurzeit 4.595 deutsche Soldaten bei der internationalen Schutztruppe Isaf eingesetzt. Unter ihnen befinden sich 350 Reservisten. Sie werden hauptsächlich in der Verwaltung, im Feldpostdienst, der Feuerwehr und in der zivil-militärischen Zusammenarbeit (Cimic) eingesetzt.

(dest)

Solidarität nicht nur zu Weihnachten

Kommentar von Detlef Struckhof

Führen von vorn sollen die Vorgesetzen der Bundeswehr. Das hat Stabsunteroffizier der Reserve Freiherr zu Guttenberg in seiner aktiven Militärzeit gelernt und für sich verinnerlicht. In so kurzer Zeit war noch nie ein Verteidigungsminister so oft bei seinen Soldaten im gefährlichen Auslandseinsatz. Und noch nie hat ein Minister dazu seine Ehefrau mitgenommen. Damit strahlt er familiäre Wärme und Anteilnahme aus, für ihn eine Frage des Herzens. Das ist vorbildlich für einen verantwortlichen Minister.

Zu Guttenberg bekundet so nicht nur mit warmen Worten seine Solidarität, sondern geht selbst dorthin, wo seine Männer und Frauen arbeiten, kämpfen und leider immer häufiger sterben. Kanzlerin Merkel fordert indes die Solidarität der Bevölkerung per Videobotschaft ein. Doch wie kann diese aussehen? Darüber spricht sie nicht. Es ist für Politiker sicherlich schwer, den Bürgern diesbezüglich Vorgaben zu machen. Hier ist ehrenamtliches Engagement gefragt. Ein Symbol ist die gelbe Schleife der Solidarität. Sie wird von immer mehr Bürgern unseres Landes getragen. Doch reicht dies aus?

Nein, denn die gelbe Schleife ist nur ein rein äußerliches Zeichen einer wohl eher politischen Meinungsbekundung. Symbole helfen den Angehörigen von im Auslandseinsatz befindlichen Soldaten, die hier alleine ihren Alltag meistern müssen, nicht. Gelebte Solidarität wäre, wenn Angehörige im Alltag Hilfe erführen: beim Rasen mähen, beim Schnee schippen, beim Einkaufen oder bei der Schulaufgaben- und Kinderbetreuung. Diese Felder könnten von Reservisten besetzt werden. Das wäre zukunftsweisend und ein sinnvolles, ehrenamtliches Betätigungsfeld als sichtbares Zeichen der Solidarität – nicht nur zu Weihnachten.

Der Autor ist der verantwortliche
Online-Redakteur des Reservistenverbandes

Bild oben: Stephanie zu Guttenberg (links)
mit ihrem Mann, Minister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg,
in Mäsar-i Scharif (Foto: Bundeswehr, Bernd Berns)

Archivbild Mitte: Kanzlerin Angela Merkel
spricht bei der Kommandeurstagung
in Dresden (Foto: Bundeswehr, S. Wilke)

Bild unten: Gefährlicher Einsatz.
Soldaten verlassen das Feldlager in
Kundus nur in geschützten Fahrzeugen
(Foto: Bundeswehr, Bienert)

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