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CIOR-Seminar: Welche Rolle spielt China?

„China – zukünftige Gefahr oder Partner“, lautete die Frage beim Seminar der Interalliierten Vereinigung der Reserveoffiziere (CIOR). 50 Teilnehmer aus 23 Ländern trafen sich dazu im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn. Unter den Teilnehmenden waren auch Gäste aus Australien, Südafrika und aus den USA.

Diskussion beim CIOR-Seminar im Bonner Gustav-Stresemann-Institut.

Foto: CIOR Committee

chinaCIOR

Das Programm bestand aus Vorträgen, Diskussionen und Workshops. Es bot viele Gelegenheiten, mit anderen Reserveoffizieren über die jeweils eigene nationale Sichtweise auf China ins Gespräch zu kommen. Dazu hatte Hans Garrels, Vorsitzender des Organisationskomitees, aufgerufen. Der Umgang mit China wird in den kommenden Jahrzehnten eine der zentralen Herausforderungen für die Geschlossenheit der Nato und der EU darstellen und ihre Werte sowie politischen Ordnungsvorstellungen auf die Probe stellen. Während des Seminars äußerten die Teilnehmer bereits unterschiedliche Sichtweisen aus ihren jeweiligen Perspektiven.

Den Eröffnungsvortrag hielt der ehemalige Botschafter der Schweiz in Indien und im Iran, Philippe Welti, mit einem Überblick über Chinas Rolle in der Welt und über die globale Kräftekonstellation im Wandel. Dr. Andreas Wolfrum vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), der von 2014 bis 2018 an der deutschen Botschaft in Peking gewirkt hatte, lieferte historische und kulturelle Hintergründe für das Selbstverständnis und die Außenpolitik der Volksrepublik China.

Am Tag darauf entwickelte Dr. Christopher D. Yung (U.S. Marine Corps War College) die Auswirkungen des rasanten Wirtschaftswachstums auf die militärischen Fähigkeiten der Volksbefreiungsarmee. Der Sinologe und Chinapolitik-Experte Dr. Oliver Corff stellte Zusammenhänge zwischen den wirtschaftlichen und militärischen Entwicklungszielen der Kommunistischen Partei Chinas her und bettete HongKong, Tibet, Taiwan und das Südchinesische Meer in die Sicherheitsüberlegungen Pekings ein. Dr. Lyle Goldstein vom U.S. Naval War College sprach über die wechselhaften chinesisch-russischen Beziehungen und die zunehmende Bedeutung der Arktis.

Auf dem Weg zur Cyber-Supermacht

Am dritten Tag beleuchtete der Australier John Lee (MERICS) Chinas Rolle in der Informationstechnologie, die internationalen Effekte und den Stand auf dem Weg zur Cyber-Supermacht. Dr. Sarah Kirchberger vom Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel referierte über die militärstrategische Lage Taiwans und über die mögliche Bedrohung für die Volksrepublik China. Der BBC-Südostasienexperte Bill Hayton schloss an mit seinen Ausführungen zur Entstehung des Inselkonflikts mit seinen historischen Ansprüchen, den Interessenslagen und der strategischen Bedeutung des Südchinesischen Meeres.

Manche Referenten boten zudem weitere Workshops an, in denen sich die Reserveoffiziere aus aller Welt vertieft mit Themen ihrer Wahl auseinandersetzen konnten: Die politische Kommunikation in Medien innerhalb und außerhalb der Volksrepublik China, der Umgang mit Chinas wirtschaftlichem Einfluss in einer globalisierten Welt und die Bedrohung durch Russland und China. Immer wieder kam darin die Frage auf, inwiefern hinter dem Verhalten der Volksrepublik tatsächlich eine Art Masterplan der Kommunistischen Partei stecke und sie für einen solchen über die Ressourcen sowie politischen und militärischen Machtmittel verfüge – und der Westen damit umgehen sollte. Auch die zukünftige Rolle der USA innerhalb der Nato in einer multipolaren Weltordnung regte zur kontroversen Diskussion an.

Am Ende der Veranstaltung lobten die Teilnehmer den organisatorischen Einsatz von Sascha Soyk, die internationale, fachlich breite Auswahl der Referentinnen und Referenten sowie den militärisch-akademischen Zugang zum Thema.

Anmerkung der Redaktion: Unser Anspruch ist es, wenn nicht tagesaktuell, dann zuindest zeitnah über Veranstaltungen zu berichten. Das Seminar fand Ende Februar statt. Dieser Beitrag wurde für die loyal mit Druckabgabe in dieser Woche produziert.

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