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Das Internet vergisst auch Tote nicht




"Wir werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren" – allzu häufig bleibt dieser Satz nur eine Worthülse. Doch die Reservistenkameradschaft (RK) Limburg ermöglicht es jedem Anteilnehmenden, über ein virtuelles Kondolenzbuch ein Andenken zu setzen. "Das Internet vergisst nicht", sagt Markus Dillmann, Vorsitzender der RK und Initiator des Projekts. "Über das Internet kann die Trauer auch über große Räume hinweg geteilt werden. Menschen werden zusammengeführt, die sich sonst kaum oder nie sehen."

Als die Homepage der RK Limburg im Jahre 2010 überarbeitet wurde, starb in dieser Zeit Edwin Schmidt – langjähriges Mitglied der RK. Die Idee eines Kondolenzbuches auf der Homepage schwebte Dillmann – der auch Erster Stellvertreter des Landesvorsitzenden in Hessen ist – schon seit längerem vor. "Die Kameraden wollen kondolieren, das Bedürfnis ist da. Entsprechend groß war der Zuspruch, als wir das Projekt dann angingen." Tatsächlich haben viele Menschen die Trauer um Edwin Schmidt geteilt.

Trauerseiten im Trend
Nicht nur die RK Limburg bedient damit ein Bedürfnis. In der ganzen digitalen Welt sind sogenannte Trauerseiten im Trend – laut der Frankfurter Rundschau erleben diese geradezu einen Boom. Auf der Internetplattform strassederbesten.de zum Beispiel findet der Besucher einen Online-Friedhof mitsamt Grabsteinen und der Möglichkeit, eine Kerze zu entzünden. Ein jüdischer, muslimischer und christlicher Friedhof sind ebenso vorhanden wie ein Friedhof für Prominente oder Kinder. Die Seite trauer.de hat bisher über 845.000 Traueranzeigen aus Deutschlands Tageszeitungen zusammengetragen und verbindet damit Bits und Druckerschwärze.

"Das Gebet ist eine Art virtuelle Trauer"
Auch Dillmann setzt auf eine Vernetzung mit den lokalen Zeitungen. Dass das Kondolenzbuch nur eine Ergänzung ist und Trauerrituale der realen Welt nicht ersetzen kann, darauf legt er Wert. "So ein Online-Friedhof zum Beispiel kann niemals das echte Grab ersetzen." Pfarrer Joachim Metzner vom Zentrum für Trauerseelsorge des Bistums Limburg sieht das ähnlich: "Auch das christliche Gebet ist ja, wenn man so will, eine Art virtuelle Form der Kommunikation. Bei aller Anwenderfreundlichkeit sollte Trauer aber nicht auf elektronische Medien reduziert bleiben. Sie können weder reale Orte, wie ein Grab, noch die Begegnung von Mensch zu Mensch ersetzen."

Handfeste Trauer
Markus Dillmann handelt entsprechend: Neben einem Raum mit Ehrentafeln und Messingschildern für verstorbene RK-Mitglieder ist auch das virtuelle Kondolenzbuch eng mit der realen, handfesten Welt verbunden. "Jedes Online-Kondolenzbuch wird für die Familien auch in gedruckter Form aufbereitet", sagt Dillmann. "So bringen wir zwar viele Menschen virtuell zusammen, aber geben den Familien am Ende dennoch etwas Handfestes mit auf dem Weg." Das, so wiederholt er, sei ihm sehr wichtig.
 

(dh)

Bild oben:
Seit Jahrtausenden setzen Menschen den Verstorbenen ein
persönliches Denkmal. Hier: Ein jüdischer Friedhof
im ostfriesischen Jemgum
(Foto: Wilfried Joh, flickr).

Bild unten:
Der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Limburg
und Erster Stellvertreter des Landesvorsitzenden in
Hessen Markus Dillmann
(Foto: Archiv des Reservistenverbandes).

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