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Der Alte Fritz mal anders in Wort und Bild




Der Hype um seinen 300. Geburtstag hätte dem Alten Fritz missfallen: Um seine Person hat der in seinem Selbstverständnis erste Diener seines Staates nie viel Aufhebens gemacht. Dafür spricht der knappe Wunsch Bände, wie seine Beerdigung sein sollte: "Man bringe mich beim Schein einer Laterne und ohne dass mir jemand folgt nach Sanssouci und bestatte mich dort ganz schlicht auf der Höhe der Terrasse".

Er war anders als die anderen Herrscher seiner Zeit. Friedrich amüsierte sich nicht auf Bällen und beim Glücksspiel, sondern im Tabakskollegium mit den großen Geistern seiner Zeit. Der Preußenkönig erging sich nicht in Prunkgewändern, sondern in einer meist abgetragenen und nicht immer sauberen Uniform. Er war progressiv, wenn es um Fragen des Glaubens und der Weltanschauung ging, aber stockreaktionär im Bewahren der feudalen preußischen Gesellschaftsstruktur.

Zu seinem 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 haben die Medien den Alten Fritz posthum durchleuchtet, Historiker ihn aus allen Perspektiven betrachtet und die Geschäftemacher ihre Ernte eingefahren. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, nur ein paar Marginalien (Randbemerkungen). Hier einige davon aus Eingaben, die an den König gerichtet waren. Er schreibe wie ein Kutscher, hat Friedrich II. von sich selber gesagt, und deswegen zeugen grobe Verstöße gegen Grammatik und Rechtschreibung davon, dass die Bemerkungen aus seiner eigenen Feder geflossen sind:

Die Gutsuntertanen von Borgstall führten Klage über die Brutalität der Beamten. Dazu schrieb Friedrich:
"Das Directorium mus scharf darauf halten das die Beambten die leüte nicht plaquen und das durch anschläge von deren Cameren den unterthanen nicht das leben So Sauer und Knap gemacht werde das sie nicht dabei bestehen können (…)."

Ein Major ersuchte, ein Fräulein von Kummer heiraten zu dürfen. Friedrichs spöttischer Kommentar:
"Der Mensch hat schon Kummer gnug, wozu will Er sich neuen auf den Hals laden? Indeß habe ich nichts dagegen."

Das Generaldirektorium, die oberste zentrale Verwaltungsbehörde in Preußen, fragte an, ob ein Katholik in einer preußischen Stadt das Bürgerrecht erwerben dürfe. Friedrichs Antwort, die sich auch heute noch einige Zeitgenossen hinter den Spiegel stecken dürften:
"Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nur die leute, so sie profesieren (bekennen, die Redaktion) Erlige leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wollten das Land pöplieren (bevölkern, die Redaktion), so wollen wir sie Mosqueen und Kirchen bauen lassen."

Eine Gemeinde in Pommern bat um einen anderen Pfarrer, weil der amtierende die Auferstehung des Fleisches leugne. Der König, etwas bissig:
"Der Pfarrer bleibt. Wenn er am jüngsten Tage nicht mit aufstehen will, kann er ruhig liegenbleiben."

Die Kammer warnte vor den Gefahren, die sich aus einer Aufhebung der Zeitungszensur ergeben würden:
"Gazetten, wenn sie interessant sein sollen, dürfen nicht genieret (belästigt, die Redaktion) werden."


Wilhelm Schreieck

Bild oben: Im Jahr 1763 portraitierte Johann Georg Ziesenis
den damals 51-jährigen Friedrich II. Es ist das einzige
Porträt des Preußenkönigs, zu dem er persönlich Modell
gesessen hat (Foto: Wikipedia / digitale Aufnahme
von Ralf Prokop, Ausschnitt: wrs)

Bild unten: "Sterbe ich, (…) so will ich (…) am dritten Tag
um Mitternacht beigesetzt werden. Man bringe mich (…)
nach Sanssouci und bestatte mich dort ganz schlicht
auf der Höhe der Terrasse (…) in einer Gruft,
die ich mir habe herrichten lassen."
Die Grabplatte Friedrichs des Großen mit Blumen und
Kartoffeln in Sanssouci
(Foto: Hannes Grobe / Wikipedia)

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