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Partnerschaft im Zeichen des Hambacher Festes

Was haben polnische Reservisten mit dem Hambacher Fest zu tun? Sehr viel, wissen die Reservisten der Reservistenkameradschaft (RK) Ordenswald aus Haßloch. Deswegen unterhalten sie seit mittlerweile acht Jahren eine Partnerschaft mit polnischen Reservisten aus Oppeln.

Im Jahr 1832 forderten die Teilnehmer des Hambacher Festes nicht nur Freiheit, einen Nationalstaat und Volkssouveränität für die deutschen Staaten. Auch die gewaltsame Unterdrückung der polnischen Selbstbestimmungsbemühungen spielte eine Rolle. In dieser Tradition steht die Partnerschaft zwischen den Reservisten aus Rheinland-Pfalz und Oppeln in Polen.

(Bild: wikipedia.org / gemeinfrei)

Polenrheinland-pfalz

Bekanntlich war das Hambacher Fest 1832 der Höhepunkt der bürgerlichen Opposition und der Forderung nach einem deutschen Nationalstaat im ehemaligen Deutschen Bund des Vormärzes. Was jedoch die wenigsten wissen: Nicht nur deutsche, sondern auch polnische Oppositionelle demonstrierten auf dem Fest gegen die Unterdrückung in ihrer Heimat. Auch um daran zu erinnern, wurde die Partnerschaftsurkunde zwischen der RK Ordenswald und den polnischen Reservisten der Region Oppeln 2012 auf dem Hambacher Schloss unterzeichnet.

Die Sprachbarriere überwinden

Dabei schienen die Hindernisse für das Zustandekommen einer solchen Partnerschaft zunächst als beinahe unüberwindbar. Den Wunsch für eine Partnerschaft mit den Polen gab es schon früh. Eine andere Organisationsstruktur des polnischen Reservistenverbandes und fehlende gegenseitige Sprachkenntnisse waren eine Schwierigkeit. An dieser Stelle kam die Ehefrau von Stabsunteroffizier d.R. Norbert Nitsche, Schriftführer der RK Ordenswald, ins Spiel. Sie stammt aus Polen. Mit ihrer Hilfe traten die Reservisten aus Rheinland-Pfalz 2010 an ihre Partnergemeinde Wolczyn mit der Bitte heran, einen Kontakt zu den örtlichen Reservisten herzustellen. Da es in Polen jedoch keine Reservistenorganisation in den einzelnen Städten und Gemeinden, sondern nur für die jeweiligen Regionen gibt, schlossen die Reservisten aus dem beschaulichen Haßloch die Partnerschaft eben gleich mit der gesamten Region Oppeln in Oberschlesien.

Mit Bedeutung für Rheinland-Pfalz

Aber nicht nur die RK Ordenswald ist mit dieser Partnerschaft sehr zufrieden. Auch der Beauftragte der Landesgruppe für internationale Zusammenarbeit und stellvertretende Landesvorsitzende, Fregattenkapitän d.R. Joachim Lemke, betont die Wichtigkeit der Partnerschaft mit den Polen. „Diese vereinbarte Reservistenpartnerschaft ist die erste ihrer Art zwischen einer rheinland-pfälzischen Gliederung und einer polnischen Gliederung aus dem Bezirk Oppeln und wird entsprechend seitens unserer Landesgruppe unterstützt“, betont Joachim Lemke. Zugleich sei dieser Austausch ein weiterer Baustein, der die Partnerschaft des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und des polnischen Bezirks Oppeln mit Leben fülle.

Gegenseitige Besuche

Zunächst jährlich, mittlerweile in einem Zweijahres-Rhythmus besuchen sich nun die Delegationen gegenseitig in Rheinland-Pfalz und in Oberschlesien. Besuche bei jeweiligen militärischen Einrichtungen, aber auch bei kulturellen oder gesellschaftlichen Ereignissen sind dabei wesentliche Programmpunkte. So standen beim letzten Besuch der Polen in Haßloch im September neben dem Mercedes-Benz-Werk in Wörth oder dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe auch ein Besuch beim Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken auf dem Programm. Die Vorbereitung eines solchen Besuches wäre ohne zeitaufwändige Organisation vorab gar nicht zu leisten. Hier leistete Stabsfeldwebel d.R. Rudi Dettweiler, Vorsitzender der RK Ordenswald, Beträchtliches, um die polnischen Partner für ihre lange Anfahrt zu entlohnen. Die Resonanz der polnischen Besucher gab ihm und seinen Kameraden Recht.

 

K. Klinkhammer / red

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