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Deutsche Reservisten erringen begehrte Geparden-Trophäen




Fünf Reservisten des deutschen CIOR/CISOR-Wettkampfkaders haben die Bundeswehr als Gastmannschaft bei den südafrikanischen Fünfkampf-Militärmeisterschaften (South African Military Skills Competition) vertreten. Bei der Siegerehrung gab es das gleiche Bild wie bei den CIOR-Wettkämpfen: Einen Geparden und vier gläserne Pokale als bestes Team räumten die Deutschen ab.

Dazu gab es einen weiteren Geparden sowie Gold- und Bronze-Medaillen für den besten und drittbesten Soldaten in der Gesamtwertung (Invitational Category) und je eine Goldmedaille für den besten Hindernisschwimmer und den besten Schützen. Dazu rundeten drei Urkunden für gewonnene Altersklassen und Leistungsabzeichen für besonders gute Ergebnisse in allen Disziplinen die Erfahrung ab.

Was machen deutsche Reservisten überhaupt in Südafrika?
Die südafrikanische Streitkräftereserve richtet zusammen mit dem Heereszentrum für spezialisierte Infanterie (South African Army Specialised Infantry Capability) einmal jährlich einen militärischen Vielseitigkeitswettkampf aus, der sich an den Disziplinen der CIOR-Wettkämpfe im militärischen Fünfkampf orientiert. Während bei den jährlich im Sommer ausgerichteten CIOR-Wettkämpfen Reservisten im Schießen, Hindernislauf, Hindernisschwimmen in Uniform, Orientierungslauf und Handgranatenzielwerfen gegeneinander antreten, fehlt in Südafrika die Uniform als zusätzliche Belastung beim Hindernisschwimmen, statt des Orientierungslaufs steht ein Combat-Run über acht Kilometer auf dem Programm und die Handgranaten müssen nicht nur auf Ziele, sondern auch auf Weite geworfen werden. Zu dem Wettkampf lädt Südafrika andere Nationen ein, um die eigenen Soldaten – Aktive und Reservisten – durch internationalen Wettbewerb zu Höchstleistungen anzuspornen und den Umgang mit ausländischen Kameraden im Vorfeld weiterer Wettkämpfe und multinationaler Einsätze zu üben.Wie in  den Vorjahren wurden fünf deutsche Reservisten, die ihre Leistungsfähigkeit beim jüngsten CIOR-Wettkampf in Kanada und beim CISOR-Wettkampf in Finnland bewiesen hatten, von Streitkräfteamt und Reservistenverband hierfür ausgewählt.

War das alles nicht unglaublich stressig?
Die Antwort der Wettkampfmannschaft: "Ja, aber gelohnt hat es sich!" Das Programm hatte es in sich: Einberufung nach Bonn zum Kompetenzzentrum für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr, Empfang der Ausrüstung, Einstellungs- und Auslandsverwendungsfähigkeitsuntersuchung sowie Abmarsch zum Flughafen. "Alles im Sprint und mit tatkräftiger Unterstützung von allen Seiten so schnell möglich", zeigen sich die Wettkämpfer dankbar. Dann ging’s weiter: Nachtflug nach Johannesburg und Empfang durch den Stab Militärattaché der deutschen Botschaft Praetoria, erstes Training zur Akklimatisierung binnen einer Stunde nach Landung: Joggen im Freigehege mit Kudus und Antilopen. Politische Bildung zu den geschichtlichen Höhepunkten der Entwicklung Südafrikas am Parlament und nach 24 Stunden schon weiter zum Wettkampfort: Potchefstroom, eine Universitätsstadt rund drei Autostunden westlich von Johannesburg. Nach sieben Tagen Training und Wettkampf zurück über Johannesburg nach Bonn. Erschöpft aber glücklich nach einer erfolgreichen Weltreise in nur zehn Tagen.

Was genau passierte denn in Potchefstrom?
Auf ca. 1.800 Metern und bei Temperaturen weit über 30 Grad Celsius wartete auf die Wettkämpfer ein professionell organisierter und anspruchsvoller Wettkampf. "Das Programm war effizient durchgetaktet, die Wettkampfbedingungen auf Nato-Niveau", wertet die deutsche Delegation. Neben den Soldatinnen und Soldaten aus Südafrika und Deutschland nahmen Wettkämpfer aus Botswana, Großbritannien, den Niederlande und Nigeria teil. Letztere sorgten direkt für Spannung: "Ein nigerianischer General, Leiter der Sportschule der nigerianischen Streitkräfte, stellte seine Mannschaft vor. Dass darunter allein zwei Aktive mit Marathon-Bestzeiten unter 2:10 Stunden waren, schürte Sorge vor deren Übermacht beim Combat Run", berichtet Konstantin Ulrich, Mitglied der deutschen Mannschaft.

Die South African Military Skills Competition ist ein individueller Wettbewerb, der die Leistung der Teilnehmer in den verschiedenen Disziplinen in einer Gäste- und in einer rein südafrikanischen Reservisten-Wertung misst. Die Ergebnisse der besten Teilnehmer einer Mannschaft zählen in Summe als Mannschaftsergebnis. Die Disziplinen umfassen das Schießen mit dem Sturmgewehr R4 (200 Meter, liegend) und der Pistole Z88 (50 Meter, stehend), das Bewältigen einer 500 Meter langen Land-, sowie einer 50 Meter langen Schwimmhindernisbahn, einen Handgranaten-Weit- und Zielwurf auf 15, 20, 25 und 30 Meter sowie den Combat-Run über acht Kilometer in Uniform und Kampfstiefeln durch die Savanne.

Nach drei Tagen auf den Wettkampfstätten in Potchefstroom begann der Wettkampf mit dem Hindernisschwimmen. Mit Platz 1 und 2 in deutscher Hand, sowie allen Deutschen in den Top 15 von fast 250 eine perfekte Ausgangslage. Am nächsten Tag ein Deutscher als Sieger bei Gewehr und Pistole – das jahrelange Training an der Schießinspektion des Ausbildungszentrums Infanterie in Hammelburg zahlte sich mal wieder aus! Tag 3 war leider weniger gelungen: Beim Handgranatenwerfen ließen die deutschen Wettkämpfer viele Punkte liegen und auf der Hindernisbahn rutschten sie mehrfach unglücklich ab und mussten fünf Hindernisse wiederholen. Trotz toller Leistung reichte das nicht für die Top-Platzierungen des Tages. Die letzte Nacht schliefen alle schlecht, da keiner wusste, wie weit andere Wettkämpfer, insbesondere die nigerianischen Marathon-Champions, den Anfangsvorsprung der Deutschen vor der letzten Disziplin aufgeholt hatten. Schon um fünf Uhr wurde geweckt, Frühstück bis sechs Uhr, um sieben Startschuss im Nirgendwo. Doch vorher traditionelles afrikanisches Aufwärmprogramm: Tanzen und Singen mit 250 Personen an der Startlinie – ein stimmungsvolles Ereignis bei Sonnenaufgang! Nach dem Start setzten sich die Favoriten an der Spitze ab, konnten aber an ihre Bestzeiten, die sie beim London-Marathon erlaufen hatten, erwartungsgemäß nicht anknüpfen. Den Deutschen gelang es, weit genug vorne dabei zu bleiben, um die Teamwertung zu gewinnen.

Und was war mit den Geparden?
Die Siegerehrung war fast ein Generalstabstreffen. Zahlreiche südafrikanische und ein nigerianischer General hielten Ansprachen und zeichneten Teilnehmer aus. Und unter den Ausgezeichneten dominierten die deutschen Wüstentarn-Uniformen deutlich. Für die Gesamtsiege Team- und Einzelwertung gab es schicke Geparden-Trophäen als Wanderpokale, allerdings nur für eine Stunde zu Fototerminen. Leider auch ohne Regelung wie bei der Fußball-WM, sonst hätten die deutschen Wettkämpfer nach dem jeweils dritten Sieg in Folge (2016 und 2017 liefen auch super – wir berichteten) beide Geparden mit nach Hammelburg bringen können.
 

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Wer kann bei solchen Wettkämpfen mitmachen?
Der Militärwettkampf in Südafrika ist nur einer der Wettkämpfe, bei denen die aus Reservisten aller Dienstgrade und Truppengattungen bestehende deutsche Mannschaft regelmäßig Höchstleistungen erzielt. Mehrmals jährlich treffen sich die Wettkämpfer zu Training und Auswahl am Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg. Sportlich begeisterte Reservisten, die sich für den fordernden und abwechslungsreichen militärischen Fünfkampf und internationale Wettkämpfe interessieren, sind immer herzlich eingeladen, ein Probetraining zu vereinbaren!

Für die Wettkämpfe im Sommer 2019 in Finnland und Estland sowie Oktober 2019 in Südafrika wird aktuell sportliche Verstärkung gesucht! Videos, Bilder, Termine und Infos zum Probetraining im Internet: militaerischer-fuenfkampf.de sowie auf Facebook und auf Instagram.

Konstantin Ulrich / (red)

Bild oben:
Die deutschen Wettkämpfer mit den gewonnenen Trophäen.
(Foto: privat / MilComp Germany)

Zweites Bild:
Gemeinsames Antreten aller Wettkämpfer.
(Foto: privat / MilComp Germany)

Drittes Bild:
Hindernisbahn.
(Foto: privat / MilComp Germany)

Viertes Bild:
Schießen mit dem Sturmgewehr R4.
(Foto: privat / MilComp Germany)

Fünftes Bild:
Combat Run.
(Foto: privat / MilComp Germany)

Bild unten:
Im Vordergrund stet immer die Kameradschaft.
(Foto: privat / MilComp Germany)

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