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Diese RK hat ein Jagdflugzeug auf dem Rasen




Die Mitglieder der Reservistenkameradschaft Ramstein montieren die Fiat G 91

Der Stolz der Reservistenkameradschaft (RK) Ramstein steht auf einem Sockel. Es ist ein Denkmal aus der Zeit des Kalten Krieges, aber kein Denkmal im herkömmlichen Sinne. Es handelt sich um das Jagdflugzeug Fiat G 91. Oberst d.R. Michael Sauer, ehemaliger Soldat der Luftwaffe, war dabei, als die Kameraden der RK-Ramstein das Kampfflugzeug als Anschauungsobjekt vor ihrer Halle montiert haben.

Der Tieflader bringt den Oldtimer

Ein Tieflader bringt die Teile der Fiat G 91 nach Ramstein

„Die Talstraße in Ramstein hat keine Hausnummern. Aber Du kannst das überhaupt nicht verfehlen. Da es sich um eine Sackgasse handelt, einfach fahren bis du das Flugzeug siehst!“, hatte Karsten Kiefaber, der Schriftführer der RK Ramstein-Landstuhl gemailt. Und die hellblaue Lady war auch nicht zu verfehlen. Per Tieflader kam der zerlegte Oldtimer – 1962 in Lizenz bei Dornier, Heinkel, Siebel und Messerschmitt (Arbeitsgemeinschaft Süd 91) gebaut – von Rothenburg bei Görlitz in Sachsen nach Ramstein. Die Reservisten sind dem Rothenburger Museum und der Firma CW Transporter für die Unterstützung dankbar. Besitzer ist und bleibt auch die Flugausstellung Peter Junior in Hermeskeil im Hunsrück, die den Jet 20 Jahre lang nach Rothenburg verliehen hatte und nun als Dauerleihgabe der RK Ramstein-Landstuhl zur Verfügung stellt. Ralf Bierwagen führt die RK Ramstein-Landstuhl – mit mehr als 200 Mitgliedern die größte im Land. Der 56-jährige Oberstabsfeldwebel d.R. ist beordert im Artillerielehrbataillon 345.

Es war ein nostalgisches Erlebnis für Michael Sauer. Im April 1960 war er einst bei der Luftwaffe als Soldat auf Zeit eingerückt – kurz danach übernahm die Luftwaffe die ersten Exemplare der Fiat G 91 – fünfzig Flugzeuge wurden in Italien bei Fiat gebaut und von der Bundeswehr gekauft. Ungefähr 320 weitere Flugzeuge (einschließlich der 22 zweisitzigen Trainerversion) entstanden als Lizenznachbau in Deutschland. Der erste Prototyp der als leichtes Jagd- und taktisches Unterstützungsflugzeug konzipierten G 91 flog im August 1956 und bewies, dass sie – wie gefordert – auch auf Graspisten starten und landen konnte. Als „Zweitausstattung“ der Luftwaffe löste sie ab 1961 den veralteten amerikanischen Jagdbomber F 84 Thunderstreak ab.

Das Flugzeug hieß in der Truppe liebevoll „Gina“

22 Jahre lang flog die von der Truppe liebevoll „Gina“ genannte G 91 in der Luftwaffe – sie war das erste strahlgetriebene Flugzeug, das nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland als Serie hergestellt wurde. Die nun in Ramstein aufgestellte Fiat G91 R 3 mit Kamerafenstern in der Nase hatte ein besonderes Schicksal: Am 13. November 1978 gab es eine Kollision beim Instrumentenanflug einer Zweierformation. Die Nummer Zwei der Formation berührte das Führungsflugzeug mit der Nr. 30+74 – eben die Gina, die nun ihren letzten Standort in Ramstein gefunden hat. Beide Flugzeuge waren beschädigt, konnten aber noch in Oldenburg landen. Die Piloten – Hauptmann Dieter Piesche und Oberstleutnant Walter Stoetzer – blieben unverletzt. Eine Maschine konnte wieder flugfähig gemacht werden. Die 30+74 musste ausgesondert werden und überlebte bis heute als Museumsobjekt.

Nun steht die frühere 30+74 in Ramstein auf soliden Betonsockeln. Es fehlt nur noch die Originalbemalung. Die Farben sind bereits bestellt. Ralf Bierwagen ist deshalb noch auf der Suche nach Fotos aus den 1970er Jahren.

General a.D. Portz erinnert sich an die Fiat G 91

Generalleutnant a.D. Portz 1963 als Flugschüler auf der Fiat G 91

Generalleutnant a.D. Rolf Portz, der im April 1960 mit Michael Sauer zur Luftwaffe kam und von 1997 bis 2001 als Generalleutnant Inspekteur der Luftwaffe war, hat gute Erinnerungen an die G91: „Ich habe die Fiat G 91 seit 1963 fast 17 Jahre lang mit insgesamt mehr als 1500 Flugstunden geflogen; auch das Flugzeug mit dem Kennzeichen 30+74 am 11.Mai 1978 während meiner Zeit als stellvertretender Kommandeur und später Kommandeur der Fliegenden Gruppe des Jagdbombergeschwaders 43 in Oldenburg.

„Grundsätzlich war dieses leichte Kampfflugzeug fliegerisch nicht besonders anspruchsvoll, hatte aber doch erhebliche Einschränkungen etwa im Bereich der Allwetterfähigkeit, der Zuladung und des Waffeneinsatzes sowie der Flugdauer. So betrug die durchschnittliche Flugzeit im Tiefflug nur etwa 50 Minuten. Aerodynamisch war sie zudem nicht sehr stabil, was etwa im engen Formationsflug bei Nacht und dichten Wolken volle Konzentration erforderte. Insgesamt war die Fiat G 91 jedoch recht robust und zuverlässig. .Dennoch gingen bei einer Stückzahl von etwas mehr als 300 Flugzeugen fast 60 Einsitzer verloren“, erinnert sich Portz.

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