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Ein Blick in die Ausbildung zum Reserveoffizier




Andreas Leipold steht normalerweise hinter dem Pult. Der wissenschaftliche Mitarbeiter an der Universität Bayreuth ist diesmal dort anzufinden, wo sonst Studentinnen und Studenten sitzen: auf der Hörsaalbank, diesmal aber nicht an seiner Universität. Dr. Andreas Leipold hat sein Sakko mit der Bundeswehr-Uniform getauscht. Er gehört zu den 17 Teilnehmern des Reserveoffizierslehrgangs für Truppendienst an der Offiziersschule des Heeres in Dresden.

Soldaten, die außerhalb des Wehrdienstes oder als Seiteneinsteiger zum Reserveoffizier qualifiziert werden, durchlaufen drei Module der Offiziersausbildung zu je zehn Tagen. Die ersten beiden Module sind streitkräfteübergreifend. Reservisten können sie an jeder Offiziersschule der Bundeswehr absolvieren. Das letzte Modul ist streitkräftespezifisch. Das Heer und die Streitkräftebasis bilden an der Offiziersschule in Dresden aus. Die Ausbildung sollte sich in eine Kick-off-Phase und zwei Präsenzphasen, eine davon auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz, gliedern. Unter den Teilnehmern im Alter von 19 bis 57 Jahren waren Studierende, Wissenschaftler und Rechtsanwälte.

Die Reserveoffiziersanwärter erhielten zu Beginn Unterricht in Menschenführung (mit Teilen der politischen Bildung und inneren Führung), Führung im Einsatz (Taktik) und Wehrrecht. Die Lehrgangsteilnehmer konnten zudem am Ausbildungsgerät Schießsimulator Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen mit dem Gewehr G36 schießen, Disziplinen zum Nachweis der Individuellen Grundfertigkeiten und Körperliche Leistungsfähigkeit oder zum Abschluss des Deutschen Sportabzeichens absolvieren.

Wechsel zwischen Online-Plattform und Präsenzphasen
Zwischen den Präsenzphasen büffelten Andreas Leipold und seine Kameraden zwei Wochen mithilfe einer Online-Plattform der Bundeswehr. Mit der so genannten Telekooperation arbeiteten die Teilnehmer Unterrichtsstoff auf und hielten in einer Videokonferenz Kontakt untereinander und zu den Ausbildern. Während der nächsten Präsenzphase standen die Einsatzersthelfer-A-Ausbildung, Schießausbildung und ein Orientierungsmarsch auf dem Programm. Ein Besuch des Braunkohlekraftwerkes beendete diesen Ausbildungsabschnitt. Während der zweiten Präsenzphase vertieften die Reserveoffiziersanwärter ihre Kenntnisse über Menschenführung, Wehrrecht, Führung im Einsatz und politische Bildung. Dazu gehörten Kenntnisse über die EU, Nato und die Schlussakte der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Helsinki 1975.  

"Die Ausbildung zum Reserveoffizier außerhalb des Wehrdienstverhältnisses ist eine spannende und anspruchsvolle Tätigkeit", sagt Andreas Leipold. Sie fordert den Teilnehmern viel ab. So müssen vielfältige neue Gegenstandsbereiche verinnerlicht und angewendet werden. Das Lernen erfolgt nicht nur in der Präsenz an den Offiziersschulen, sondern neben dem eigentlichen Beruf. Die Bundeswehr zeigt sich in diesem Bereich von einer sehr flexiblen Seite. Unterrichte in den Telekooperationen werden mehrfach angeboten, so dass sich für jedes Thema immer Zeit finden lässt. Und sollte es dennoch nicht gehen, die Telekooperation zu besuchen, so stehen zum Selbststudium die Präsentationen der Dozierenden zur Verfügung.

Die Dozierenden waren auch stets erreichbar – zum Teil sogar in ihrer Freizeit am Handy. "Die Hörsaalleiter und der Inspektionschef haben während meines Aufenthaltes an der Offiziersschule des Heeres ein sehr großes Engagement an den Tag gelegt. Sie kümmerten sich um den Unterricht, die administrativen Belange der Teilnehmer und um Zusatzangebote in der Ausbildung und in der Freizeit. Sie erleichterten unser Leben enorm und zeigten uns, wie ein guter Offizier für seine Soldaten und Kameraden sorgen muss. Sie waren Fachlehrer, Anführer und Kamerad in Einem", schildert Leipold.  Die nächsten Ausbildungsmodule stehen im Juni und September 2018 an.  

(red)

Bild oben:
Teilnehmer des Lehrgangs für Reserveoffiziere.
(Foto: privat)

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