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Ende der Coronahilfe: Fokussierung auf die Kernaufgaben




Abschlussantreten in der Operationszentrale: Oberst i.G. Armin Schaus (r.), Leiter Einsatz, zog Bilanz nach zwei Jahren Corona-Amtshilfe.

Foto: Bundeswehr/Akbar

Oberst i.G. Armin Schaus händigt Urkunden an die eingesetzten Soldatinnen und Soldaten aus.

Foto: Bundeswehr/Akbar

Musikalische Untermalung zum Abschluss: Mit Dudelsack-Klängen wurden die letzten Angehörigen des Verstärkungspersonals verabschiedet.

Foto: Bundeswehr/Akbar

amtshilfecoronacoronaviruscovid-19

Nach zwei Jahren in der Coronahilfe arbeitet die Operationszentrale des Kommandos Territoriale Aufgaben (KdoTA) der Bundeswehr wieder im Regelbetrieb. Das Verstärkungspersonal, dem über die vergangenen Monate hinweg auch immer zahlreiche Reservistinnen und Reservisten angehörten, wurde gestern verabschiedet.

Oberst i.G. Armin Schaus, Leiter Einsatz, bedankte sich bei den Soldatinnen und Soldaten, die teilweise seit März 2020 unterstützten und überreichte persönliche Urkunden. In Bezug auf die Corona-Amtshilfe werde gern der Superlativ benutzt als längster und größter Amtshilfe-Einsatz der Bundeswehr. Für Schaus war es aber auch der „ideenreichste, kameradschaftlichste und erkenntnisreichste Einsatz“. Konkret meinte er damit die Unterstützung von Pflegekräften durch ungelerntes Personal, den kombinierten Einsatz von Sanitätspersonal mit „Helfenden Händen“ oder auch die veränderte IT-Nutzung innerhalb der Bundeswehr mit Videokonferenzen und einem eigenen Messenger-Dienst. Bei Übungen wie GETEX seien wichtige Grundlagen gelegt worden, etwa für den Aufbau einer großen Operationszentrale (OpZ). „Das ist nicht alles vom Himmel gefallen, das haben wir uns hart erarbeitet“, sagte Schaus.

Was hat die OpZ in diesen zwei Jahren geleistet?

Aus vier Soldaten im Regelbetrieb wurden bis zu 80 Soldatinnen und Soldaten. Verstärkung kam aus der gesamten Bundeswehr, so unterstützen neben Kameradinnen und Kameraden aus allen Organisationsbereichen auch zahlreiche Reservistinnen und Reservisten. Mehr als 1.000 Personen waren in den vergangenen 24 Monaten in der OpZ als Verstärkungspersonal eingesetzt, um die rund 5.000 Amtshilfeanträge im Jahr zu bearbeiten, insgesamt waren es knapp 11.000. Zum Vergleich: Normalerweise ist die OpZ mit vier „festen“ Soldaten besetzt und es laufen pro Jahr etwa 200 Anträge ein. Ebenfalls etabliert wurde das CD&E-Projekt („Territorial Hub“ und Digitalisierung der Amtshilfeanträge).

Dank der regionalen Führungsstäbe und der Bündelung der Führungsverantwortung konnten im Auftrag des Nationalen Territorialen Befehlshabers die Amtshilfeanträge meist innerhalb eines halben Tages geprüft, bearbeitet und gebilligt werden, so dass die Kräfte meist schon am Folgetag vor Ort waren. Auf dem Höhepunkt der Corona-Hilfe im Februar 2021 waren bis zu 20.000 Soldatinnen und Soldaten im täglichen Einsatz.

„Ohne die Reserve nicht durchhaltefähig“

Oberst i.G. Armin Schaus. (Foto: Bundeswehr/Akbar)

Darauf legt Schaus wert: Zwei Jahre Corona-Amtshilfe sind weitaus mehr als nur die Operationszentrale! Das war der „einfachste Anteil, denn die härteste Belastung hatten Soldatinnen und Soldaten vor Ort, sei es bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, in Alten- und Pflegeheimen, in Krankenhäusern, in Impfzentren oder bei der Testung von Reiserückkehrern. Sie waren quer durch die Republik im Einsatz, haben auch Weihnachten zum Teil nicht zu Hause verbracht, sondern haben zur Stabilisierung des zivilen Gesundheitssystems beigetragen.“ Ferner lobte er die Arbeit des territorialen Netzwerks: Die Kreis- und Bezirksverbindungskommandos mussten komplett neue Strukturen aufbauen und haben ihre neuen Ansprechpartner im Gesundheitssystem kompetent beraten. „Ohne die Reserve wären das territoriale Netzwerk und auch die OpZ nicht durchhaltefähig gewesen.“

Dass nun die OpZ in den Regelbetrieb zurückkehrt und auch die Bundeswehr das „Hilfeleistungskontingent Corona“ mit seinen vier regionalen Führungsstäben auflöst, heißt aber nicht, dass die Amtshilfe komplett beendet ist. Vielmehr werden die bereits eingegangenen Verpflichtungen planmäßig abgeschlossen und eine mit den zivilen Bedarfsträgern abgestimmte, geordnete Rückkehr zum so genannten Regelverfahren der Amtshilfe vorgenommen. Das heißt, die aktuell laufenden und bereits gebilligten Hilfeleistungen werden planmäßig abgeschlossen, aber ab April 2022 wird die Bundeswehr dann wieder nach Einzelfallprüfung und abhängig von der Verfügbarkeit der benötigten Kräfte und Mittel über Amtshilfemaßnahmen entscheiden. Die Führung der Amtshilfe erfolgt ab diesem Zeitpunkt wieder über die Territorialen Führungsstrukturen der Landeskommandos.

Fokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung

Für die OpZ in der Berliner Julius-Leber-Kaserne verlagert sich nun der Schwerpunkt, weg von der Coronahilfe, hin zur Landes- und Bündnisverteidigung als Verfassungsauftrag, abgebildet wird das durch das „Lageteam Ukraine“ und durch das „Lageteam Host Nation Support“. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lageentwicklung in der Ukraine, lässt die erforderliche Konzentration auf die Kernaufgaben der Bundeswehr kaum noch Spielräume für das dauerhafte Vorhalten eines Hilfeleistungskontingentes. „Die Bewältigung der Corona-Krise bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der sich selbstverständlich auch die Bundeswehr subsidiär mit ihren verfügbaren Ressourcen beteiligen wird“, verspricht Generalleutnant Martin Schelleis in seiner Funktion als Nationaler Territorialer Befehlshaber. Zugleich aber weist er auch darauf hin: „Der Auftrag der Bundeswehr ist die äußere Sicherheit, darauf müssen wir uns professionell vorbereiten.“

Vielfach werde unterschätzt, welcher Ausbildungs- und Übungsaufwand dafür kontinuierlich betrieben werden müsse. Die Rückkehr zum Grundbetrieb mit seinen Ausbildungs- und Übungsvorhaben ist nunmehr erneut von großer Bedeutung. Nur so kann die Befähigung zur Landes- und Bündnisverteidigung vollumfänglich gewährleistet werden. Durch die Pandemie entstandene Ausbildungsdefizite müssen aufgeholt werden. Das gilt insbesondere für all jene Truppenteile und Verbände, die seit diesem Jahr im Rahmen der der NATO Response Force in erhöhter Bereitschaft stehen und bereits jetzt mit Teilen für die Verstärkung der NATO-Ostflanke herangezogen werden.

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