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Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Erfahrungen und Perspektiven im Krisenmanagement




Tag vier beim CIOR-Kongress in Fulda stand voll und ganz im Zeichen des großen Symposiums. Schwerpunkt heute: Krisenmanagement. Reservisten bilden im Katastrophenfall die Schnittstelle zwischen ziviler Hilfe und dem Militär, Krisenmanagement ist deshalb ein zentraler Punkt der Reservistenarbeit.

Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, Markus Grübel, hatte die Bedeutung der Reserve insbesondere im Heimatschutz beim gestrigen Empfang in Fulda betont: "Nicht erst die Flut-Katastrophe im vergangenen Jahr hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass Reservisten die aktiven Kameraden unterstützen." Wir berichteten.

Für das Krisenmanagement unersetzlich
Der Stellvertreter des Generalinspekteurs, Generalleutnant Peter Schelzig, erläuterte beim gemeinsamen Symposium von CIOR und NRFC den Stellenwert der Reserve für Aufgaben im Krisenmanagement. Ob im Heimat- und Katastrophenschutz oder bei der Unterstützung der aktiven Truppe in Auslandseinsätzen: Reservisten seien „für die Bundeswehr unersetzlich", betonte Schelzig. Und: "Die Reserve verbessert und erweitert die Fähigkeiten der Bundeswehr." Reservisten verfügten über Kenntnisse und Erfahrungen aus dem zivilen und militärischen Bereich, von denen die Bundeswehr sehr profitiere, so Schelzig weiter.

In die aktive Truppe integriert
Schelzig, in seiner Funktion auch Beauftragter für Reservistenangelegenheiten, lobte auch die "vertrauensvolle, konstruktive und zielorientierte" Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Reservistenverband beim diesjährigen Sommerkongress. Schelzig hob die Mittlerrolle des Verbandes für die Bundeswehr hervor – innerhalb der Gesellschaft und innerhalb der politischen Arena. Mit dem bundesweiten Pilotprojekt für Militärische Ausbildung gebe der Verband allen Reservisten die Möglichkeit, ihre militärischen Fähigkeiten zu trainieren: "Damit fügt sich die Reserve ohne jeden Zweifel in die aktive Truppe ein."

Üben für den Ernstfall
In den einzelnen Panels tauschten die Teilnehmer Erfahrungen und Informationen zum Thema Ausbildung und Krisenmanagement aus. Wie sollen Soldaten und Reservisten sich in Krisensituationen verhalten, Verletzte versorgen und evakuieren? Oberstleutnant Dominique di Duca aus Belgien setzt auf regelmäßige Übungen in Krisenszenarien: „Die Soldaten werden in solchen Übungen in eine Extremsituation versetzt, um angemessen und schnell zu reagieren, wenn es im Einsatz wirklich darauf ankommt." Während des Sommerkongresses übten die Teilnehmer des Militärsportwettbewerbs ein solches Krisenszenario, eine sogenannte Tactical Combat Casualty Care (TCCC), also Verwundetenversorgung im Gefecht – wir berichteten.

Utoya-Arzt spricht zu Sanitätsoffizieren
Beim wissenschaftlichen Teil im Rahmen des CIOMR-Kongresses (Confédération Interalliée des Officiers Médicaux de Réserve) sprach unter anderem Prof. Dr. Stephen J. M. Sollid aus Norwegen. Der Mediziner war am 22. Juli 2011 im Einsatz, als im Osloer Regierungsviertel eine 950 Kilo schwere Bombe explodierte und anschließend Anders Behring Breivik auf Utoya 77 erschoss und hunderte weitere verletzte. Anhand von Schaubildern erklärte er, wie die Verletzten versorgt werden konnten und welche Herausforderungen die Helfer zu bewältigen hatten, etwa schwer zugängliche Straßen und unwegsames Gelände.
 
Die Zukunft der Internationalen Reserve
Präsident des Reservistenverbandes, Roderich Kiesewetter MdB, nutzte die Teilnahme am Kongress auch, um sich mit den Gästen des "Young Reserve Officers Workshop" (YROW) auszutauschen. "Sie sind die Zukunft der CIOR und ich hoffe, dass Sie viele neue, frische Gedanken mit nach Hause nehmen werden." Am Morgen diskutierte der Außenpolitiker mit den rund 60 Teilnehmern unter anderem die aktuelle Sicherheitspolitische Lage in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die Bedeutung einer ganzheitlichen europäischen Sicherheitsstrategie zur Bewältigung der Krisen.
 
Team Deutschland 3 gewinnt Gesamtwertung im Militärischen Fünfkampf
Zum Abschluss des Militärischen Fünfkampfes in Hammelburg stand der Orientierungslauf inklusive Handgranatenzielwerfen auf dem Programm. Dabei geht es zwölf bis 15 Kilometer durch's Gelände, die Orientierung erfolgt mit Karte und Kompass. In der Wertung des einzelnen Wettkampfs setzte sich Team Finnland 2 durch vor Deutschland 3 und Team International 1.
 
Nach den Schießdisziplinen am Dienstag sowie dem Hindernislauf und Hindernisschwimmen gestern steht nun auch der Gesamtsieger der Military Competion (MilComp) fest: Sieger ist Deutschland 3. Auf dem Plätzen 2 und 3 folgen Finnland 2 und Deutschland 2. Alle Ergebnisse gibt es hier im Überblick.

 

Andelka Krizanovic / Nadja Klöpping / Sören Peters

Bild oben:
Generalleutnant Peter Schelzig spricht
beim  Symposium von CIOR und NRFC.
(Foto: Chris Janke)

Bild Mitte:
Oberstleutnant Dominique di Duca aus Belgien
setzt auf regelmäßige Übungen in Krisenszenarien.
(Foto: Nadja Klöpping)

Bild unten:
Prof. Dr. Stephen J. M. Sollid aus Norwegen
war als Arzt am 22. Juli 2011 auf Utoya im Einsatz.
(Foto: Sören Peters)

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