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Erstmals ist ein Stabsgefreiter Berufssoldat




Ohne eine klare Perspektive für die Zukunft kehrte der Stabsgefreite Michael Ebersoldt aus dem Afghanistan-Einsatz heim. Der heute 25-Jährige war 2008 bei einem Selbstmordanschlag bei Kundus schwer verwundet worden. Die erstmalige Anwendung des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes sichert nun seine Zukunft in der Bundeswehr. Aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen konnte Brigadegeneral Eberhard Zorn, Kommandeur der Luftlandebrigade 26 "Saarland" den Mannschaftsdienstgrad zum Berufssoldaten ernennen.

Bei einem feierlichen Appell in Zweibrücken wurde die erstmalige Anwendung des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes besiegelt. Dieses sichert den Rechtsanspruch auf Weiterbeschäftigung, wenn im Auslandseinsatz die Erwerbsfähigkeit um mindestens 50 Prozent gemindert wurde.

Neuland für die Bundeswehr
Ebersoldt hatte bei dem Anschlag vor drei Jahren Verbrennungen zweiten und dritten Grades an den Armen und Beinen erlitten. Durch die Wucht der Explosion brach sein Oberschenkel an mehreren Stellen, große Teile des Muskels wurden zerfetzt. Nach der Rückkehr machte sich Verunsicherung breit: "Ich wusste nicht, wie es weitergehen würde", sagt Ebersoldt der Pressestelle des Heeres. Immerhin bewegte sich die Bundeswehr bei der Einsatzversorgung auf Neuland.

Halt gab dem Stabsgefreiten in jener Zeit die Unterstützung seiner Kameraden und Vorgesetzten. "Nicht nur der Spieß und der Kompaniechef, sondern das ganze Bataillon standen in dieser Zeit hinter mir", sagt der 25-Jährige. Als ein "richtig gutes Gefühl", beschrieb der 25-Jährige nun den erleichternden Moment, als er die Ernennungsurkunde zum Berufssoldaten erhielt: Endlich Sicherheit nach einer langen Zeit der Ungewissheit.

Reservistenverband begrüßt die Ernennung zum BS
Auch der Präsident des Reservistenverbandes, Gerd Höfer, freut sich über die Ernennung Ebersoldts zum Berufssoldaten (BS). Er sagt: "Ich habe den jungen Mann bei der Saarlandbrigade kennengelernt. Es ist großartig, wie Michael Ebersoldt sein Schicksal meistert. Wir wünschen ihm Glück und Erfolg bei seiner weiteren Karriere."

Und für die hat der Stabsgefreite klare Pläne. Er will in die Unteroffiziers- oder Offizierslaufbahn wechseln. Aufgrund der langfristigen Folgen seiner Verletzungen werde er aber vermutlich im Bereich des Bürodienstes bleiben müssen. Auch wenn die körperlichen Schäden bleiben, so haben die Unterstützung der Kameraden und die berufliche Absicherung dem 25-Jährigen eine neue Perspektive aufgezeigt.

Weitere Verbesserungen der Einsatzversorgung nötig
Diese Perspektiven soll es auch bald für noch mehr Soldaten geben, wünscht sich Gerd Höfer: "Als Reservistenverband begrüßen wir dieses Signal sehr, denn in den Auslandseinsätzen dienen auch Reservisten. Wenn sie zu Schaden kommen, müssen sie sich auf eine faire Umsetzung der neuen gesetzlichen Bestimmungen verlassen können. Es gibt noch ein paar Lücken in der Einsatzversorgung, die jedoch in absehbarer Zeit geschlossen werden können. Hier ist als Beispiel die bessere Berücksichtigung von PTBS-Schädigungen zu nennen." Entsprechende gesetzliche Initiativen gibt es – wie berichtet – bereits.

spe / dest

Bild oben: Brigadegeneral Eberhard Zorn überreicht
Stabsgefreiten Michael Ebersoldt seine Ernennungsurkunde
zum Berufssoldaten (Foto: Bundeswehr, Heer, Carsten Windsperger).

Bild unten: Gerd Höfer ist Präsident des
Reservistenverbandes (Archivbild: Bernd Schoelzchen, loyal)

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