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Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz geht in die nächste Runde




Für die 20 Jahre alte Abiturientin Annika beginnt die viermonatige Spezialausbildung in Wildflecken.

Foto: Bundeswehr/Thomas Sauer

Kaum hat sie die Grundausbildung erfolgreich abgeschlossen und die Litzen schmücken Annikas Feldjacke, geht die Reise auch schon weiter. Für Annika und ihre rund 70 Kameradinnen und Kameraden folgt eine viermonatige Spezialausbildung am VN-Ausbildungszentrum in Wildflecken. Weitere rund 200 Soldatinnen und Soldaten absolvieren die Ausbildung an den Ausbildungsstützpunkten Berlin und Delmenhorst. Die Spezialgrundausbildung für die zukünftigen Heimatschützer läuft dieses Jahr zum ersten Mal in diesem Format an und bietet den Soldatinnen und Soldaten ein breites Ausbildungsangebot. „Ich erhoffe mir eine ganze Bandbreite neuer Erfahrungen und Eindrücke. Das wird ein ganz neuer Ausbildungsabschnitt, auf den wir Heimatschützer schon alle sehr gespannt sind“, freut sich Annika.

Allgemeine Sicherungsaufgaben wie zum Beispiel der Objektschutz werden einen Schwerpunkt der Ausbildung bilden. In Krisenlagen müssen sich die Heimatschutzkräfte darauf einstellen, die für die Verteidigung wichtige Infrastruktur in Deutschland (Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswege) zu sichern und zu schützen. Annika und ihre Kameradinnen und Kameraden werden daher an Infanterie- und Panzerabwehrwaffen ausgebildet.  „Am meisten freue ich mich darauf, eine Ausbildung zu erhalten, die es in diesem Format noch nie gab. Der Gedanke, dass ich in den kommenden Monaten das Wissen erlange, das ich in der nachfolgenden Zeit bei der Bundeswehr sinnvoll einsetzen kann, motiviert und macht mich auch neugierig, was nach der Spezialausbildung auf mich zukommt“, blickt Annika in die Zukunft.

In der erweiterten Sanitätsausbildung werden Sofortmaßnahmen bei besonders schwere Verletzungen trainiert. (Foto: Bundeswehr/Bruno Haelke)

Neben intensiver Waffenausbildungen mit dem Maschinengewehr und der Panzerfaust der Bundeswehr werden die Sicherungsaufgaben im Fokus stehen. Aus dem Effeff müssen die Abläufe an einem Checkpoint sitzen: Fahrzeuge und Personen müssen richtig kontrolliert und bei plötzlichen Bedrohungslagen schnell und richtig gehandelt werden. Bei der Patrouille zu Fuß werden Einsatzszenarien nachgestellt, die im Team gemeinsam bewältigt werden müssen.

Bundeswehr packt auch in Deutschland mit an

Neben einer erweiterten ABC- und Sanitätsausbildung wartet eine intensive Brandschutzausbildung auf die Soldatinnen und Soldaten. Da Heimatschutzkräfte bei Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücksfällen zur Verfügung stehen, werden sie in der Spezialausbildung durch die Feuerwehr der Bundeswehr ausgebildet. Das richtige Löschen von Bränden muss genauso wie das richtige Befüllen und Stapeln von Sandsäcken sowie der Umgang mit verschiedenen Pumpensystemen trainiert werden. Die Möglichkeiten reichen hier von einfachen unterstützenden Tätigkeiten, wie beispielsweise einen baulichen Hochwasserschutz zu errichten, bis hin zur Unterstützung von Polizeikräften in Terrorlagen, etwa beim Einrichten von Kontrollpunkten und Durchführen von Absicherungsmaßnahmen.

Neue Ära in der Territorialen Reserve: Die RSU-Kompanien wurden bei einem feierlichen Appell in Heimatschutzkompanien umbenannt. (Foto: Landeskommando Bayern)

Die Bundeswehr plant künftig mit einer Reserve von 100.000 Soldatinnen und Soldaten. Der Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz (FWDH / „Dein Jahr für Deutschland“) ist ein Mittel, den notwendigen militärischen Bedarf in der Territorialen Reserve zu generieren. Die Territoriale Reserve wird in Deutschland ausschließlich zum Schutz des Gemeinwesens im Allgemeinen und der Bevölkerung im Besonderen eingesetzt. Im Zuge der Landesverteidigung beinhaltet dies hauptsächlich Aufgaben zum Schutz und zur Sicherung von Einrichtungen, von kritischen Infrastrukturen und der Bevölkerung. Auf Anforderung und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden kann das auch auf einen Krisenfall ausgeweitet werden. Die Erfahrungen der Vergangenheit und Gegenwart zeigen jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Unterstützungsleistungen im Bevölkerungsschutz bei Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen oder andersartigen Krisenlagen durch die Bundeswehr bereits im Frieden erforderlich sind.

So funktioniert der FWDH

Nach der siebenmonatigen militärischen Ausbildung können die verbleibenden letzten fünf Monate der Dienstzeit variabel in Reservedienstleistungen innerhalb von sechs Jahren geleistet werden. Die Bundeswehr geht dabei auf die individuellen zeitlichen und beruflichen Bedürfnisse der Soldatinnen und Soldaten ein. Eine mögliche Teilnahme an einem Einsatz im Rahmen einer Amtshilfe durch die Bundeswehr wird dabei auf die Restdienstzeit angerechnet.

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