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Gaminger Initiative: 30 Jahre zu Gast bei Kameraden

Die Gaminger Initiative feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Ein Reservist, der seit vielen Jahren bei der internationalen Reserveoffiziervereinigung im Namen des Reservistenverbandes mitmacht, erhielt auf der jüngsten Sitzung eine Auszeichnung.

Gaminger Initiative im Nato Center of Excellence for Mountain Warfare (Foto: privat/André Roosen)

„Es liegt auf der Hand, dass unsere Reserve einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Bundeswehr leistet. Das Herstellen und Pflegen von Partnerschaften und Kooperationen, auch über EU und Nato hinaus, gehört dabei zu den vorrangigen Aufgaben der internationalen Reservistenarbeit. Durch unser Engagement und die Darstellung der Leistungsfähigkeit unserer Reserve tragen wir dazu bei, dass die Bundeswehr international positiv wahrgenommen wird“, sagt Major André Rosen, Beauftragter des Reservistenverbandes für die Gaminger Initiative zum 30-jährigen Bestehen der Gaminger Initiative.

CIOR (Confédération Interalliée des Officiers de Réserve) ist wohl die bekannteste politisch unabhängige Institution, in der unser Verband international tätig ist. CIOR hat 34 Mitgliedsnationen, ist global ausgerichtet und hat das Ziel, die sicherheitspolitischen Informationen und Diskussionen in den Mitglieds- und Partnerländern zu fördern. Ein ähnliches Ziel verfolgt die Gaminger Initiative. Sie wurde vor 30 Jahren, nach der Wende im Jahr 1989, gegründet und hatte das ursprüngliche Ziel, die Militär- und Reservistenvereinigungen Österreichs, der Schweiz und Deutschlands zusammenzuführen und unter Einbeziehung von Politikern und aktiven Soldaten eine vertrauensvolle Basis für gegenseitige Information und Zusammenarbeit zu schaffen. Oberst d.R. Prof. Armin A. Steinkamm war einer der Gründerväter.

Sicherheitspolitische Diskussion unter Partnern

Dieses Ziel wurde längst erreicht und damit ein wesentlicher Beitrag zur Stabilität in Europa geleistet. Neben Deutschland sind inzwischen Italien, Kroatien, Nordmazedonien, Polen, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn ständige Mitglieder. Die Gaminger Initiative etablierte sich als eine Plattform ihrer offiziell anerkannten Reservistenvereinigungen. Unterhalb von Politik und Streitkräften konzentriert sie sich auf Europa bezogene, sicherheitspolitische und streitkräfterelevante Themen. In der Regel finden zwei Sitzungen pro Jahr statt, bei denen die Teilnehmer zu aktuellen sicherheits- und verteidigungspolitischen Themen Stellung nehmen und die Positionen der jeweiligen Nationen vorstellen. Davon dient eine Sitzung als Informationsbesuch, bei dem die gastgebende Nation in ihre Strukturen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik einführt und die nationale Reservearbeit vorstellt. Zu beiden Sitzungen werden Diskussionsrunden mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft organisiert. So schafft es die Gaminger Initiative den Kontakt mit der Gesellschaft aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass der Bedarf an Spezialisten und Reservisten an die verantwortlichen Stellen fortwährend adressiert wird.

Der slowenische Reservistenverband war Gastgeber der jüngsten Sitzung der Gaminger Initiative und lud nach Bled-Lesce ein. Die aktuellen personellen Herausforderungen der slowenischen Streitkräfte waren auch Impulsgeber für das Thema dieser Veranstaltung. Die Gaminger Initiavtive diskutierte zwei Tage über die Rolle der Reservistenverbände bei der Rekrutierung und Ausbildung der Streitkräfte. Nahezu jede Nation trug etwas zu ihren Erfahrungen und Herausforderungen vor. Besonders blieb der Vortrag des Schweizer Vertreters, Major Philipp Leo, in Erinnerung. Er stellte beispielhaft den neu eingerichteten schweizerischen Cyber Course vor, der Cyberexperten frühestmöglich erkennt, entwickelt und an die Schweizer Armee binden soll. Bereits im Schulalter wird bei interessierten jungen Leuten die Begeisterung für das Cyber-Thema geweckt, es werden frühzeitig Talente gefördert und motiviert ihr Geschick auch später mit den Streitkräfte zu teilen. Womöglich könnte das beispielgebend für eine Ausbildung der deutschen Cyber-Reserve sein.

Zukunft der Gebirgsjäger ein Schwerpunkt der Diskussion

„Unser Beitrag handelte im Schwerpunkt von der Cyber-Reserve und wie das Kommando Cyber- und Informationsraum gemeinsam mit dem Reservistenverband Experten identifizieren und an die Bundeswehr binden möchte. Die Zugangswege zur Cyber-Reserve standen hierbei im Mittelpunkt und entwickelten einen Diskussionsbedarf über den Workshop hinaus“, berichtete Major Roosen.

Ein Teil des Workshops fand im Nato Center of Excellence for Mountain Warfare  statt, hierbei standen die internationale Zusammenarbeit im Speziellen und die Zukunft der Gebirgsjäger im Allgemeinen im Mittelpunkt der Diskussionen. Höhepunkt des Frühjahrseminars war die Einladung in das slowenische Verteidigungsministerium. Die Gaminger Inititaive konnte dabei mit Vertretern des Ministeriums die sicherheitspolitischen Herausforderungen Sloweniens und die Aktualisierung der nationalen Sicherheitsstrategie diskutieren.

Ehrung für Major André Roosen

Verleihung des Ehrenkreuzes der Gaminger Initiative an Major André Roosen (Mitte). Links: Lieutenant Commander Giuseppe Filippo Imbalzano aus Italien, rechts: Generalmajor Alojz Steiner aus Slowenien (Foto: privat/André Roosen)

Zum Schluss bekam Major André Roosen das Ehrenkreuz der Gaminger Initiative verliehen. „Das war für mich überraschend und ich habe mich sehr darüber gefreut“, sagte Roosen. Er erhielt diese Auszeichnung stellvertretend für den Reservistenverband für die jahrelange Unterstützung und die guten inhaltlichen Beiträge.

Anfang Oktober findet in Kroatien die Herbstsitzung statt. Sie steht unter der Überschrift „Welche Auswirkungen hat die Abschaffung der Wehrpflicht auf militärische Organisationen?“

 

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