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Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Gemeinsam anpacken für den Verband mit Zukunft




Auf den Regionalkonferenzen in Mannheim, Ingolstadt und Hannover hat Verbandspräsident Roderich Kiesewetter vor Mandatsträgern des Reservistenverbandes zusammen mit dem Präsidium die Ergebnisse der Kommission Neuausrichtung vorgestellt. Die Kommission tagte monatelang unter Leitung seines Stellvertreters Rainer Erdel, um den Verband fit für die Zukunft zu machen. Auf den Konferenzen informierte das Präsidium die Basis über Ideen und Denkanstöße und lud die Teilnehmer zur Mitarbeit ein.

Aus dem Vortrag des Präsidenten: Er wolle "keinen Plan Alfa vorlegen", charakterisierte Kiesewetter seine Ausführungen eingangs der Regionalkonferenzen, vielmehr wolle er die Lage der Reserve analysieren und Impulse für die fällige Neuausrichtung geben. "Wenn wir so bleiben, wie wir sind, dann werden wir nicht besser", zitiert Kiesewetter den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt eingangs seines Beitrages. Darin analysiert der Bundestagsabgeordnete zunächst die sicherheitspolitische Lage Deutschlands, der Bundeswehr und des Reservistenverbandes. In der Folge stellt er in drei Kapiteln – Mittlerrolle, Militärische Ausbildung und Mitglieder – die Handlungsfelder dar, zu denen die Kommission Neuausrichtung Beiträge erarbeitet hatte.

Sicherheitspolitische Herausforderungen
In der sicherheitspolitischen Lage weist der Präsident auf die Gleichzeitigkeit und neue Qualität von Krisen hin: "Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass nicht nur in Afrika und im Nahen und Mittleren Osten die Städte brennen, während gleichzeitig die Souveränität eines Landes, hier der Ukraine, verletzt wird?", fragt er. Angesichts "sozialpolitisch richtiger und vernünftiger Maßnahmen" – Mindestlohn, Lebensleistungsrente, Mütterrente – bewertet er jedoch Bundeshaushalt und Bundeswehr als an der Leistungsgrenze angekommen.

Neue Lage – neuer Auftrag?
Die erforderliche Neuausrichtung sei keine Revolution, eher eine Evolution oder eine Optimierung, stellt Kiesewetter seinen Folgerungen aus der Lagebeurteilung voran: "Die Seele des Verbandes bleibt erhalten, die Arbeit innerhalb der Reservistenkameradschaften wird nicht verändert, aber sie wird erweitert und bietet gerade leistungsstarken Reservistenkameradschaften neue Chancen!"

Die Mittlerrolle: Erwartungen an die Gesellschaft
Für den Kernauftrag "Wahrnehmung der Mittlerrolle" fordert Kiesewetter, mehr Bewusstsein für sicherheitspolitische Themen zu wecken und die Zielgruppen besser anzusprechen. Hier will er, bis an die Verbandsbasis, die anderen Verbände im Umfeld der Streitkräfte in diese Mittleraufgabe mit einbeziehen. Intensivieren will Kiesewetter auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft: "Sie muss spüren, dass Reserveoffiziere und Reserveunteroffiziere in ihren Reihen einen Mehrwert darstellen", sagt er und gibt den Gliederungen vor: "Schlagen Sie Unternehmen für die Auszeichnung Partner der Reserve vor! Mit ihr zeichnen die Ministerin und unser Verband Betriebe aus, die sich besonders um Reservistendienstleistungen verdient gemacht haben."

Militärische Ausbildung: Erwartungen an die Bundeswehr
Breiten Raum widmet Kiesewetter dem laufenden Pilotprojekt zur Unterstützung der beorderten und unbeorderten Reserve bei der Ausbildung in den sogenannten Individuellen Grundfertigkeiten (IGF) und zum Nachweis der körperlichen Leistungsfähigkeit (KLF). In den Pilotregionen Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Mittelfranken und Berlin, so der Präsident, haben sich bereits über 7.000 online informiert, davon haben sich rund 1.500 Teilnehmer angemeldet. Nach der Auswertung des Pilotprojektes will der Reservistenverband IGF und KLG auch für die Allgemeine Reserve anbieten.

Mitglieder: Erwartungen an den Verband
Eingangs seiner Ausführungen zum dritten Handlungsfeld, den Mitgliedern, bekennt sich Kiesewetter nochmals zum klassischen Selbstverständnis des Reservistenverbandes: "Wir sind und bleiben ein mitgliederorientierter Verband, eine Graswurzelorganisation, unser Band ist die Kameradschaft, die in kaum einem anderen Verband in dieser ausgeprägten Weise vorgelebt wird." Im Mitgliederbestand erkennt Kiesewetter eine erfreuliche Tendenz: Seit etwa zwei Jahren seien mehr als die Hälfte der Neueintritte unter 40 Jahre alt. In der Fläche jedoch fordert er, die flächendeckende Betreuung zu optimieren und "weiße Flecken" nachzubessern. Dazu sollen die zurzeit jährlich 10.000 zur Entlassung anstehenden Soldaten besser angesprochen werden und die Mitgliederwerbeaktionen professioneller gemacht werden.

Die Road Map
Die Wochen nach den Regionalkonferenzen wird nun das Erweiterte Präsidium zur Auswertung nutzen und Mitte Januar über Ergebnisse, Folgerungen und Forderungen der Basisgliederungen diskutieren. Die so gewonnenen Ergebnisse gehen – nach weiteren Mitgliederinformationen – in die Bundesdelegiertenversammlung (BDV) im November kommenden Jahres.

In der Bundesgeschäftsstelle ist ein E-Mail-Postfach geschaffen worden, in dem weitere Vorschläge gesammelt werden: neuausrichtung@reservistenverband.de

Der Vortrag des Präsidenten, den er auf den Regionalkonferenzen hielt, kann im geschlossenen Mitgliederbereich unter der Rubrik: "Der Verband / Downloads" heruntergeladen werden, Suchbegriff: "Neuausrichtung". Da der Vortrag 25 MB groß ist, kann dies einige Minuten dauern. Achtung: Erst in der Community anmelden.

In der Loyal-Ausgabe Dezember 2014 wird zur Neuausrichtung des Reservistenverbandes ein ausführlicher Namensartikel Roderich Kiesewetters im "Reservistenreport" erscheinen.
 

(wrs)

Bild oben: In vier Regionalkonferenzen – hier in Ingolstadt am
12. Oktober – stellte Verbandspräsident Roderich Kiesewetter die
Ergebnisse der Kommission Neuausrichtung vor. Mit auf dem Podium:
der Stellvertreter des Präsidenten, Rainer Erdel, und der Vorsitzende der
Landesgruppe Bayern, Friedwart Lender (v.l.n.r.)
(Foto: Wilhelm R. Schreieck).


Bild unten: Die Zuhörer bewerteten die Vorschläge der Kommission
und gaben eigene Ideen dazu ab. Auf dem Foto der vormalige
Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg,
Ralf Bodamer (links) (Foto: Wilhelm R. Schreieck).
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