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General Dora: „Reservisten haben unverzichtbare Rolle“




Am Wochenende sprach im niederbayerischen Bad Birnbach der Berater des Präsidiums, Generalleutnant a.D. Johann Georg Dora, über die Zukunft der Bundeswehr und die der Reserve. Er glaubt an einen gleichbleibenden Bedarf an Reservisten.

"Bisher verfügt die Bundeswehr über 95.000 mögliche Beorderungsdienstposten", sagte er beim dortigen Neujahrsempfang der Rottaler Reservisten. Er verwies darauf, dass derzeit nur 45.000 Stellen besetzt sind. "Wenn in der neuen Struktur eine Zahl von 40.000 bis 50.000 angepeilt wird, so orientiert man sich realistisch an ehrlichen Vorgaben und Zielen."

Dora war bis zu seiner Pensionierung im vergangenen Jahr der Stellvertreter des Generalinspekteurs und somit zuständig für die Reservisten der Bundeswehr. Der Luftwaffen-Drei-Sterne-General zeigt sich für Denkmodelle zur neuen Reservistenstruktur offen. "Eine gedankliche Anlehnung an die Nationalgarde der einzelnen US-Bundesstaaten sollte man nicht gleich aus Kostengründen und weil die Idee aus Amerika stammt grundsätzlich verwerfen. Sicher gibt es den einen oder anderen Aspekt, der auch bei uns zum Tragen kommen könnte."

Der Reservistenverband arbeitet – wie berichtet – derzeitig an der neuen Reservistenkonzeption mit. Dabei werden auch mögliche Geräteeinheiten zur kurzfristigen Aktivierung diskutiert. "Darüber dürfen wir realistisch nachdenken. Was nützt die beste Beratung der kommunalen Politik, wenn es an verfügbaren Kräften fehlt?", so Dora.

Da das Einfrieren von Geld für Wehrübungen und sogenannte Dienstliche Veranstaltungen (DVag) im vergangenen Jahr unter Doras Mitverantwortung erfolgte, ging der in Niedersachsen wohnhafte Pensionär auch auf dieses Thema ein. Im Verband führte dies zu emotionalen Diskussionen, denn viele Reservisten fühlten sich deswegen von der Bundeswehr vernachlässigt. Er sagte: "Dies war kein Versuch, die Bundeswehr zu Lasten ihrer Reservisten zu sanieren, sondern eine harte, aber notwendige Maßnahme, um temporär Kosten zu begrenzen – und zwar für alle." Der Grund sei gewesen, dass "die Betriebskosten unserer Waffensysteme die Mittel förmlich aufgefressen haben."

Zum vollständigen Redemanuskript


Detlef Struckhof

Archivbild: Johann Georg Dora noch als
aktiver Generalleutnant
(Foto: Hans-Jürgen Wege, Landeszeitung)

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