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Gregor Weber fühlt sich nicht als Veteran




Dass prominente Stars und Sternchen in die Auslandseinsätze der Bundeswehr gehen, um die Truppe zu betreuen, findet ständig statt und ist auch weitgehend bekannt. Dass jedoch ein Prominenter selbst als Soldat Einsatzerfahrung sammelt, gibt es kaum. Schauspieler und Autor Gregor Weber (Tatort-Kommissar Deininger oder Stefan Becker aus "Familie Heinz Becker") ist diesbezüglich vorgeprescht – dreieinhalb Monate war er als Pressefeldwebel im afghanischen Kundus eingesetzt.

"Es war – alles in allem – eine einschneidende, extreme Erfahrung, im Einsatz gewesen zu sein", sagt der 44-Jährige nach seiner Rückkehr dem Reservistenverband auf Anfrage. "Zu keinem Zeitpunkt war ich einer konkret fassbaren Gefahr ausgesetzt. Doch allein das Klima mit Temperaturen von bis zu 45 Grad bei absoluter Trockenheit war bei einer Sieben-Tage-Woche bei zwölf bis 16 Stunden Arbeitszeit – und das über drei Monate hinweg – eine echte Belastung." Alle dort gesammelten Eindrücke werde er nun verarbeiten müssen. Nun beginne sein "daily struggle". Denn Weber hat viel mehr sehen und erleben können, als viele seiner Kameraden. Als Pressefeldwebel war auch außerhalb des Feldlagers unterwegs. "Dann kommen durchaus Gedanken an alles, was man während der Vorausbildung gehört und geübt hat und der Blick geht suchend über das Land und die Straße."

Positives und Negatives erlebt
Ein Fazit will der Feldwebel der Reserve noch nicht ziehen. "Ich bin hin- und hergerissen. Es gab Positives und Negatives. Deshalb kann es nicht nur ein Fazit geben – es wird wohl verschiedene auf unterschiedlichen Ebenen geben müssen. Doch einige Sätze werde ich nie wieder unwidersprochen anhören. Wie zum Beispiel: Was geht uns Afghanistan an? Nichts ist gut in Afghanistan! Beides kann nur jemand sagen, der nicht gewillt ist, seine Komfortzone je zu verlassen, aber fest glaubt, dass er sich in dieser eine Meinung zu allem bilden kann.“

Unterschiedliche Auszeichnungen sind richtig
Nun gilt Gregor Weber nach den Richtlinien der Bundeswehr als Veteran, denn er war in einem Auslandseinsatz und hat die Bundeswehr ehrenhaft verlassen – ist wieder als Zivilist bei Frau und Kindern. Der gelernte Koch fühlt sich jedoch nicht als Veteran. Weber: "Für mein Empfinden ist nur Veteran, wer im Einsatz in konkreter Lebensgefahr war. Das war ich nicht. Ich fühle mich jedoch als Einsatzsoldat. Dafür habe ich meine Einsatzmedaillen der Bundeswehr und der Nato erhalten. Die Bundeswehr sollte es bei der Abgrenzung belassen, die sie bereits hat: Unterschiedliche Auszeichnungen für unterschiedliche Einsatzerfahrungen. Es gibt die einfache Einsatzmedaille, eine für Gefechtsteilnahmen und eine für besondere Tapferkeit. Ich kann hier jedoch nur mein persönliches Empfinden zum Ausdruck bringen."

Prominenter Mittler
Gregor Weber ist Mitglied des Reservistenverbandes und setzt sich als Mittler für die Belange der Bundeswehr und ihrer Soldaten in der Gesellschaft ein. Während einer Benefizveranstaltung des Verbandes zugunsten von an PTBS-erkrankten Soldaten hat er im April 2011 eine bewegende Rede gehalten, die ihm viel Aufmerksamkeit einbrachte – wir berichteten. Am Freitag, 4. Oktober, ist er ab 21.45 Uhr in der WDR-Sendung "Plasberg persönlich" zu Gast.


Detlef Struckhof

Bild oben: Gregor Weber (rechts) erhält die
Isaf-Einsatzmedailleder Bundeswehr sowie
die Einsatzmedaille der Nato
(Foto: Pressestelle Kundus, Bundeswehr).

Bild unten: Gregor Weber war viel außerhalb
des Feldlagers unterwegs. Auf dem
Foto macht er sich für eine Fahrt bereit
(Foto: Pressestelle Kundus, Bundeswehr).

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