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CISOR: Harter Wettkampf – Starke Gemeinschaft!

Die Konkurrenz war groß beim diesjährigen CISOR-Wettkampf der Reserve-Unteroffiziere. Mit vollem Einsatz kämpften die teilnehmenden Mannschaften aus ganz Europa um jeden Punkt. Doch die Atmosphäre bei und um die Wettkämpfe unterschied sich von ähnlichen Veranstaltungen dieser Art. Kameradschaft wurde besonders groß geschrieben. Jeder Teilnehmer, jede Mannschaft wurde angefeuert, allen Sportlern wurde applaudiert. Und das nicht nur von den Zuschauern, sondern auch von den konkurrierenden Wettkämpfern.

Stabsfeldwebel d.R. Frank Heise auf der Schießbahn

Foto: Ralph Erlmeier

cisor

Buchstäblich bis zur totalen Erschöpfung kämpfte sich Stabsunteroffizier d.R. Bernhard Fischer über die Hindernisbahn. 500 Meter mit 20 Hindernissen galt es zu überwinden: Kriechstrecke, Mauer, Schrägwand, Löwengrube forderten ihren Tribut. Kaum war die Ziellinie genommen, brach die Anstrengung Bahn und zwang den Kameraden in die Knie. Ein Sinnbild für den Einsatz und den Ehrgeiz, mit dem die Reservisten den CISOR-Wettkampf bestritten. Doch nach wenigen Minuten Regeneration war Bernhard Fischer wieder auf den Beinen. Denn schließlich war dies die erste Station, fünf weitere sollten noch folgen.

Deutscher Triumph

In sechs unterschiedlichen Disziplinen messen sich die Reserve-Unteroffiziere bei ihrem Wettkampf: während bei der Hindernisbahn zu Land, beim Orientierungslauf und dem Acht-Kilometer-Crosslauf die Mannschaftsleistung im Vordergrund steht, fordern der Handgranaten-Zielwurf, das Zeitschwimmen mit Hindernisbahn und das Schießen mit den jeweiligen Waffen des austragenden Landes (Gewehr-Präzisionsschießen, Sprint-Biathlon, Pistolenschießen) die Einzelleistungen ab. Insgesamt 16 Mannschaften aus acht Nationen waren im Juni zum Standort der Pori Brigade im südfinnischen Säkylä gereist. Deutschland trat mit vier Teams und insgesamt 12 Wettkämpfern an: in der CISOR-Wertung (nur Mannschaften und Unteroffiziere) mit zwei regulären und einem Veteranenteam und in der Gäste-Wertung (ein oder mehrere Offiziere in einem Team) mit einem.

erfolgreiches deutsches Team nach dem Zieleinlauf (Foto: Ralph Erlmeier)

Alle zwei Jahre und an wechselnden Orten führt CISOR, die Dachorganisation der nationalen europäischen Reserveunteroffizierverbände (Confédération Interalliée des Sous-Officiers de Réserve) ihren Wettkampf durch; parallel dazu findet die Versammlung des Zentralkomitees der CISOR statt. Seit Jahren sind dabei die deutschen Wettkämpfer außerordentlich erfolgreich. Auch 2019 war die deutsche Dominanz wieder eindrucksvoll. In den Kategorien bestes Veteranen-Team, bestes gemischtes Team und bestes CISOR-Team, bester Einzelschütze und bester Schwimmer holten sich die deutschen Reservisten jeweils die Goldmedaille. Zum ersten Bericht über die erfolgreiche Teilnahme des deutschen Teams geht es hier.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Der Erfolg beruht auf einer Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, hervorragendem Auswahl- und Vorbereitungstraining sowie exzellenten Möglichkeiten am Ausbildungszentrum der Infanterie in Hammelburg. Seit vielen Jahren unterstützt die Bundeswehr die Wettkampfausbildung der Reserveunteroffiziere umfassend. Zweifelsohne ein Kernbaustein für die Erfolge der deutschen Teilnehmer und ein beachtenswertes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Reservistenverband und Bundeswehr.

Seit 1989 ist Oberfeldwebel d.R. Werner Drese in der internationalen Reservisten-Wettkampfszene aktiv: über viele Jahre als Wettkämpfer, nun zum dritten Mal als Trainer der deutschen CISOR-Mannschaften. Die Erfolge sprechen für sich und unterstreichen die Hochwertigkeit der Ausbildung und des Trainings. Das gilt für CISOR-, wie für CIOR-Wettkämpfer (CIOR – Confédération Interalliée des Officiers de Réserve), die alle gemeinsam in Hammelburg trainieren, ihre Wettkämpfe aber getrennt bestreiten. Viele der Reservisten nehmen jedoch nicht nur an den Wettkämpfern für Reserve-Unteroffiziere, sondern auch an den jährlich stattfindenden Wettkämpfen für Reserve-Offiziere teil. Trotz der hervorragenden Ausgangslage beginnt man in der CISOR-Führung, sich langsam um den Nachwuchs Gedanken zu machen: kein Wettkampfteilnehmer ist unter 30 Jahren. „Jeder ist willkommen und kann seine Leistung erbringen“, erklärt deshalb der Erfolgstrainer. Niemand solle sich schon vorab selbst ausgliedern, weil die Anforderungen zu hoch sein könnten.

Wettkämpfer des deutschen Teams auf der Hindernisbahn (Foto: Ralph Erlmeier)

Exzellentes Training

Der jährliche Trainings- und Wettkampfzyklus beginnt im Februar mit einem winterlichen Konditionstraining in Bischofswiesen im Berchtesgadener Land. Im März schließt sich in Hammelburg ein Sichtungstraining und im April das Auswahltraining an, in dem die Entscheidungen für die Wettkämpfe getroffen werden. Hier  können sich auch Interessenten vorstellen. Im Mai folgt ein bis zu zweiwöchiges Vorbereitungstraining für die Wettkämpfe, die dann im Juni bzw. Juli stattfinden. Im Oktober rundet der Ausbildungszyklus mit einem „Familientag“ ab, bei dem neben Familien und Freunden auch wiederum Interessenten eingeladen sind. Dort besteht für alle die Möglichkeit, das Training der Wettkämpfer hautnah zu erleben. „Um mithalten zu können, muss jeder Wettkämpfer auch in den Zwischenzeiten trainieren“, merkt Werner Dresen noch an, „doch die Ausbildung bringt für jeden etwas, auch wenn er dann nicht am Wettkampf teilnimmt“.

Dies bestätigen alle Teilnehmer. „Schießen habe ich erst hier richtig gelernt“, meint beispielsweise Oberstleutnant d.R. Matthias Blaschke. Mit 51 Jahren gehört der Berufsfeuerwehrmann zwar bereits zu den „Veteranen“, ist aber gerade in den Laufdisziplinen auch für viele jüngere noch das Maß der Dinge. „Man muss eben Biss haben“, erklärt er lapidar. Die exzellente Schießausbildung beruht auf der Unterstützung durch die Schießinspektion der Infanterieschule in Hammelburg. Stabsfeldwebel Frank G. Heise engagiert sich mit großer Leidenschaft im Schießtraining der Wettkämpfer: bereits elf Mal war er als Schießtrainer beim CIOR-, nun das erste Mal bei einem CISOR-Wettkampf dabei. 2020 naht das Dienstzeitende des Berufssoldaten, der diverse Schieß- und Scharfschützenausbildungen absolviert hat und nun verantwortlich in der Ortskampfanlage Bonnland eingesetzt ist. Schon jetzt hat er den Entschluss gefasst, auch künftig als Reservist die Wettkämpfer weiter zu trainieren: ein nicht zu hoch einzuschätzender Vorteil.

Ungeahnte Horizonte!

Auch Unteroffizier d.R. Jürgen Grüninger bestätigt, dass durch die hervorragende Ausbildung jeder die Techniken erlernen könne. „Wir sind eine starke Gemeinschaft“, bringt es schließlich Fähnrich d.R. Thomas Kräuter auf den Punkt, der selbst bereits seit 2013 mit am Start ist. CISOR wie CIOR eröffneten im wahrsten Sinne neue Horizonte, will er noch ergänzt wissen. Schließlich wären auch die USA und Kanada Mitglieder bei beiden Vereinigungen, die in ihren Ländern ebenfalls den Wettkampf durchführten. CISOR hat darüber hinaus noch enge Kontakte zur südafrikanischen Reservistenvereinigung. Deshalb würde regelmäßig eine Delegation aus Deutschland nach Südafrika reisen, um an den dortigen nationalen Reservistenmeisterschaften teilzunehmen.

So sieht es auch Stabsfeldwebel d.R. Reinhard Knott, der seit vier Jahren Vizepräsident für CISOR im Reservistenverband ist. Er spricht von hervorragenden Chancen und Möglichkeiten für gerade jüngere Kameraden. Man könne an exzellenten sportlichen Ausbildungen und Wettkämpfen teilnehmen und sich zugleich im internationalen Umfeld bewegen und die unterschiedlichsten Nationen und deren Armeen kennenlernen. Deshalb ist es für ihn besonders wichtig, jüngere Unteroffiziere und Feldwebel nicht nur für den Sport, sondern auch an einer Mitarbeit im Funktionärs- und Arbeitsbereich von CISOR zu begeistern.

Die deutsche Delegation mit den Siegerpokalen (Foto: Ralph Erlmeier)

In CISOR sind insgesamt 15 Nationen zusammengeschlossen, vier weitere sind an einer Mitgliedschaft interessiert. Das sind zwar deutlich weniger als bei der bereits länger etablierten Schwesterorganisation CIOR,  doch wurde eine enge Zusammenarbeit besiegelt, um künftig besser Synergien zu nutzen und voneinander zu profitieren. Das gilt für das E-Learning-Projekt ebenso, wie für Lehrgangsangebote für junge Reserve-Unteroffiziere und Reserve-Offiziere oder schlichtweg für die Durchführung gemeinsamer Treffen mindestens einmal im Jahr. 2022 bis 2024 will Deutschland die Präsidentschaft von CISOR übernehmen. Ideale Gelegenheit, junge Kameraden von der völkerverbindenden Idee zu begeistern.

 

CISOR – fairer sportlicher Wettkampf mit internationalem Weitblick!

 

Lesen Sie hier das Interview von Stabsfeldwebel d.R. Reinhard Knott, dem Vizepräsidenten für CISOR des Reservistenverbandes über die internationale Reservistenarbeit.

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