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Hochwasserlage kritisch – Reservisten im Einsatz




Die Presseagenturen melden eine kritische, aber glimpflich verlaufende Hochwassersituation. Dennoch kamen bis zum Dienstag drei Menschen ums Leben. In den Lagezentren in den betroffenen Gebieten werden Reservisten als Berater der Landräte und Oberbürgermeister eingesetzt. Sie sind Bindeglied zwischen zivilen Hilfsorganisationen und der Bundeswehr. Einer von ihnen ist Hansjörg Schütz aus Koblenz.

"Seit Donnerstag bin ich im Einsatz", sagt der 52-jährige Oberstleutnant der Reserve. Hauptberuflich ist Hansjörg Schütz Gymnasiallehrer für Biologie und Chemie am Koblenzer Eichendorff-Gymnasium. Bis Mittwoch werden seine Schüler auf ihn verzichten müssen, denn Schütz ist als Beauftragter der Bundeswehr für die Zivil-Militärische Zusammenarbeit – bei der Bundeswehr nennt sich das BeaBwZMZ – im Krisenstab seiner Heimatstadt eingesetzt. "Bei Alarmierung des Krisenstabs beginnt automatisch meine Wehrübung", sagt er. Im Krisenstab arbeitet der Reservist mit Vertretern der sogenannten Blaulichtkräfte wie zum Beispiel Technisches Hilfswerk (THW), Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Feuerwehren zusammen. Viele von ihnen sind wie Schütz ehrenamtlich tätig. "Das bringt Achtung und Anerkennung. Wir reden auf Augenhöhe miteinander", sagt der Infanterist.

Bundeswehr hilft betroffenen Bürgern
Für Sonntag forderte Schütz drei Lkw vom Typ Unimog bei der Bundeswehr an. Er sagt: "Die Berufsfeuerwehr Koblenz benötigte zusätzliche geländegängige Fahrzeuge, die durch eine überflutete Straße fahren können. Wir haben die Fahrzeuge dann als eine Art Taxi für die betroffene Bevölkerung eingesetzt. Wenn Arztbesuche oder dringende Einkäufe zu erledigen waren, konnten die Menschen bei den Einsatzzentralen ihres Wohnortes anrufen." Die Fahrzeuge waren im Schichtbetrieb mit je zwei Soldaten besetzt. Auch hierbei kamen neben aktiven Soldaten Reservisten zum Einsatz.

Reservisten kennen sich aus
Am Montag hatte Oberstleutnant Schütz einen besonderen Auftrag. Er führte Journalisten aus ganz Deutschland zu überfluteten Gebieten. "Da ist es richtig, dass eine BeaBwZMZ aus der Region kommt, wo er eingesetzt ist. Ich kenne hier die Örtlichkeiten", so Schütz. Und genau das ist der Grund, weshalb die Bundeswehr für diese Aufgabe Reservisten einsetzt. Sie sind in ihrer Heimat verwurzelt. Noch viel wichtiger: Die Reservisten werden im Gegensatz zu Berufssoldaten nicht alle zwei bis drei Jahre versetzt. Es kommt deshalb zu einem besonderen Vertrauensverhältnis innerhalb der Krisenstäbe. Auch wenn Schütz selten an Übungen teilnehmen kann, was er ausdrücklich bedauert, kennt er seine Kollegen von den Blaulichtkräften. Jeder weiß, worauf es ankommt und wie wer am besten helfen kann.

Beorderung von Reservisten möglich
Die Bundeswehr sucht immer wieder örtlich verwurzelte Reservisten vom Unteroffizier bis zum Oberstleutnant für die Kreisverbindungskommandos (KVK). Die Reservisten werden dort beordert und können so auch befördert werden. Interessenten wenden sich an ihr zuständiges Kreiswehrersatzamt oder an die Stammdienststelle der Bundeswehr (Unteroffiziere) oder das Personalamt der Bundeswehr (Offiziere).

Weiterführende Links

zur Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) der Bundeswehr

über Reservisten für ZMZ

über die BeaBwZMZ


Detlef Struckhof / Eckhard Schwabe

Alle Bilder: Hochwasser am 10. Januar 2011
in Koblenz (Fotos: Eckhard Schwabe)

2. Bild: Hansjörg Schütz ist als Beauftragter der Bundeswehr
für die Zivil-Militärische Zusammenarbeit Bindeglied zwischen
Lagezentrum und Bundeswehr. Der 52-Jährige
ist Oberstleutnant der Reserve.

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