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Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Höhenflüge der Technik




Aussteller wie Airbus oder die Bundeswehr präsentierten im Mai auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) fünf Tage lang die neueste Technik und Klassiker. Mit dabei: der Reservistenverband, die RK Flugdienst und Reservisten des Objektschutzregimentes der Luftwaffe. Einige Reservisten konnten mit der Vizepräsidentin für Betreuung, Irmengard Röhle, einen besonderen Höhenflug erleben.

Flugzeugturbine oder Cockpit: Ganz nah dran an der Technik waren die 227.000 Fach- und Privatbesucher der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Aussteller aus 40 Ländern boten den Besuchern vergangene Woche Einblicke in die High-Tech-Produkte der Luftfahrt sowie über 30 Stunden Flugprogramm.

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Der Andrang war groß
Reservisten der Landesgruppe Berlin und Brandenburg standen ehrenamtlich bereit, um den Besuchern am Stand des Reservistenverbandes Rede und Antwort zu stehen. "Ziemlich heiß die Tage, über Lautsprecher warnen die hier schon vor Sonnenbrand. Aber dafür haben wir hier viele Besucher", sagt Karsten Luchs, Mitglied der RK Berlin Süd. Der Andrang war groß. Die Reservisten verteilten Info-Flyer, Loyal-Ausgaben und Werbegeschenke des Verbandes. Unterstützung gab es dabei nicht nur vom Hauptamt: Auch die Vizepräsidentin für Betreuung, Irmengard Röhle, half mit.

Flug mit einer DO 28
Für so viel Einsatz gab es auch eine Belohnung: Irmengard Röhle und ein paar Freiwillige der Reservisten flogen als Passagiere mit einem Flugzeug der RK Flugdienst: der Do 28, entwickelt in den 1960er Jahren. "Das ist genial." Luchs kann seine Freude nicht zurückhalten. Ob da nicht auch etwas Sorge mitfliegt in so einer alten Maschine? Vizepräsidentin Röhle zeigt Humor: "Runter kommt man immer irgendwie." Und wie kommt eine RK zu Fluggeräten der Bundeswehr? Der Vorsitzende der RK, Hagen Hamm, erklärt: "Anfang der 1990er Jahre gab es ein einmaliges Zeitfenster: In dieser Zeit wurde die Bundeswehr mit der NVA zusammengelegt und baute einiges an Material ab." So nutzte Hamm die Gunst der Stunde und erwarb in Absprache mit dem Verteidigungsministerium insgesamt vier Fluggeräte, darunter zwei Exemplare der Do 28. Sie sind heute die letzten der einst 178 Maschinen.

RK Flugdienst eng mit Bundeswehr verknüpft
Mit ihrem Stand auf der ILA versuchen die Männer der RK Flugdienst Nachwuchs zu gewinnen: "Wer sich für Flugzeuge interessiert, ist bei uns genau richtig. Da steckt aber auch viel Geld und Arbeit dahinter", sagt Hamm. Er ist selbstständiger Unternehmer, unter anderem mit einer Automobilrecycling-Firma. Das Know-How dazu habe er bei der Bundeswehr gelernt, sagt Hamm. Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr bleibt für ihn im Rahmen der RK bis heute. So dient die RK den Lehrgangsbesten der Unteroffiziersschule der Luftwaffe als I-Tüpfel ihrer Ausbildung: "Die werden dann zu uns geschickt, und da bekommen sie noch mal eine Extraausbildung mitsamt Rundflug mit der Do 28."

Kontrollierter Absturz
Der Rundflug auf der ILA lief einwandfrei – auch die Landung. Einen "kontrollierten Absturz" nennen sie die Piloten, wie Hamm scherzhaft erklärt. Neben dem guten Gefühl, etwas Besonderes erlebt zu haben, bleiben den Passagieren zumindest für einige Minuten vor allem taube Ohren: "Ganz schön laut so eine alte Maschine", lacht Vizepräsidentin Röhle. Für Hamm war es nur ein Flug von vielen. In seiner RK tummeln sich Flugbegeisterte, die irgendwann einmal mit so einer Maschine als Pilot fliegen wollen. Wer Zeit, ein wenig Geld und Ehrgeiz mitbringt, kann je nach Vorleistung in nur einem Jahr am Steuer sitzen, sagt Hamm. Er streichelt stolz das Flugzeug: "Die RK Flugdienst ist halt die einzige fliegende RK." Hinter ihm starten wieder zwei Kampfjets, die Düsen sind ohrenbetäubend, die Menschen betrachten begeistert die Möglichkeiten der Technik.

Bewachung durch nicht aktives Bataillon
Doch auch außerhalb der Verbandsarbeit leisteten Reservisten auf der ILA Dienst. Während sich tagsüber die Besucher nahezu frei bewegen, im Tornado Probesitzen und sich zum Beispiel mit den Piloten des Transporthubschraubers NH90 unterhalten, werden am Abend Teile des Ausstellungsgeländes der ILA zu Militärischen Sicherheitsbereichen. Militärische Streifen überwachen das Static Display der Bundeswehr, eine Halle mit sensiblen Materialien und den Technikbereich. Unbefugte haben dort keinen Zutritt mehr. Hier sind Reservisten im Einsatz – ausschließlich. Zwischen 17 Uhr und 8 Uhr morgens laufen sie Streife, die Wachführung stellen sie 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sie gehören dem III./ObjSRgtLw "F" aus Schortens an. Dieses einzige nicht aktive Bataillon der Luftwaffe besteht aus spezialisierten infanteristischen Objektschutzkräften und gehört zum Objektschutzregiment der Luftwaffe. An mindestens vier Wochenenden im Jahr treffen sie sich zur gemeinsamen Ausbildung. In Vorbereitung auf den Einsatz bei der ILA haben sie zusätzlich im März eine Wachschießübung absolviert und sich in rechtlichen Grundlagen weitergebildet. Wie bei allen Reservisten ist dieser Einsatz freiwillig. "Es ist ganz normal, dass wir solche Aufgaben wie die ILA im Regiment übernehmen", sagt S3 Stabsoffizier Oberstleutnant Markus Guhl. "Wir sind Teil des Regimentes."

Bis zuletzt Dienst
Die gegenseitige Unterstützung und die gute Zusammenarbeit auch mit den Kameraden aus Frankreich und den USA machen den besonderen Reiz dieses Einsatzes bei der ILA aus, so Guhl. Bis zu drei Wochen kann der Einsatz in Reservistendienstleistung insgesamt dauern, denn erst wenn das letzte Ausstellungsstück der Bundeswehr das Messegelände verlassen hat, ist auch für die Kameradinnen und Kameraden aus Schortens Schluss. Als die letzten Besucher die ILA verlassen, die Sonne untergeht und die Silhouetten der Reservisten das Gelände bestreifen, mag sich der ein oder andere in diesen letzten Tagen der ILA 2014 an einen Leitspruch der Objektschützer erinnern: "Morgens die Ersten, abends die Letzten und nachts die Einzigen."
 

(dh)

Bild oben:
Zwei NH90-Hubschrauber vor der Innenansicht
eines Flugzeugpropellers
(Foto: Dennis Hallac)

Bild Mitte:
Der Stand des Reservistenverbandes
auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA)
(Foto: Dennis Hallac).

Bild unten:
Der Stand der Reservistenkameradschaft (RK)
Flugdienst. Zu sehen: Die Do 28, die später noch
einen Rundflug starten durfte
(Foto: Dennis Hallac).

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