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Im Tiefschnee schon an den Wüstensand denken




Anhand eines freigelegten Schneeblocks erklärt der Kommandeur, Oberstleutnant Jahn, die Beschaffenheit der Schneedecke und beurteilt die Lawinengefahr.

Der Biwakplatz der Reiteralpe befindet sich auf etwa 1.500 Meter ü.NN. Die umliegenden Gipfel werden zur Marschausbildung mit Skiern genutzt.

Foto: Bundeswehr/Andreas Gruber

Soldaten üben eine Rettung in der Wüste bei Gao im Rahmen der UN-Mission Minusma.

Foto: Bundeswehr/Robert Habermann

AusbildungGebirgsjäger

Das Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall übt eine Woche lang den Einsatz im winterlichen Hochgebirge. 200 Soldatinnen und Soldaten nahmen an der Übung auf der Reiteralpe teil, darunter auch zwei Reserveoffizieranwärter und drei Reservisten. Dabei sollten es eigentlich mehr sein – allerdings wurde das Vorhaben aufgrund des Sturmtiefs „Sabine“ um eine Woche verschoben, so dass zahlreiche Reservisten auf die Ausbildung verzichten mussten, wie das Bataillon auf Anfrage mitteilte.

Zuvor befanden sich die Reichenhaller Jager auf dem Truppenübungsplatz in Hammelburg, um die designierte Kompanie der „enhanced Nato Response Force“ (eNRF), eine Nato-Eingreiftruppe, zu beüben. Das Bataillon befindet sich derzeit in der Einsatzvorausbildung für Mali. Der Einsatz in extremen Klimazonen und in schwierigem Gelände gehört zum besonderen Fähigkeitsprofil der Gebirgsjägerbrigade 23.

Das Überleben im winterlichen Hochgebirge gehört zu den Grundfähigkeiten aller Soldaten in der Gebirgstruppe. Unabhängig von der Verwendung tauschen auch die IT-Spezialisten und Personalbearbeiter der Reichenhaller Jager drei Tage und Nächte ihren Schreibtisch gegen das Iglu. „Bevor wir in den Gefechtsdienst einsteigen, müssen wir bei einigen Kameraden erst einmal das Leben im Felde ausbilden. Der Bau des Iglus, die Maßnahmen zum Wärmeerhalt und die Skibeweglichkeit mit schwerer Ausrüstung sind für die, die das alles zum ersten Mal machen, schon an sich eine Herausforderung“, erklärt Heeresbergführer Major Andreas Deutscher, der mit der Planung der Ausbildung betraut war.

Vor allem der Bau der Iglus nimmt viel Zeit in Anspruch. Einen kompletten Tag lang müssen die Soldaten Schnee schaufeln, um die Unterkünfte für die kommenden Tage zu bauen. Die erfahreneren Kameraden leiten die anderen an, um beim Bau keine Fehler zu machen. „Hier kann man viel falsch machen. Wenn ich an  der falschen Stelle ein paar Schaufeln zu viel abtrage, bin ich danach lange beschäftigt, um den Fehler wieder auszubessern“ mahnt Major Deutscher.

Hohes Sicherheitsbewusstsein

Hinsichtlich der Sicherheit gibt es beim Iglubau einiges zu beachten. Die Konstruktion muss tragfähig genug sein, damit am Ende niemand unter den Schneemassen begraben wird. Nachts wird daher eine Wache eingeteilt, die Streife läuft und regelmäßig jedes Iglu kontrolliert. Eine Kerze zeigt in jedem Iglu an, ob die schlafenden Soldaten noch genug Sauerstoff haben. Zum Schlafen trägt jeder Soldat ein Lawinenverschüttetensuchgerät für den Fall, dass eine Schneeunterkunft einstürzt und die Soldaten verschüttet. Die Suche und Bergung von Verschütteten gehört zu den ersten Ausbildungsabschnitten. Nicht nur die Benutzung des Suchgeräts für die Grob- und Feinsuche, sondern auch der korrekte Einsatz der Sonde und das richtige Vorgehen beim Freischaufeln des Verschütteten werden dabei vermittelt.

Bei einer Skitour auf den Weitschartenkopf (1.979m ü.NN) ergänzt der Bataillonskommandeur und Heeresbergführer, Oberstleutnant Dennis Jahn, die Ausbildung mit einem Exkurs zur Beurteilung der Lawinenlage. Anhand eines freigelegten Schneeblocks zeigt er, wie man Schwachschichten in der Schneedecke erkennt und erklärt, welche Sicherheitsmaßnahmen abhängig von den vorgefundenen Verhältnissen zu treffen sind. Oberstleutnant Jahn zieht nach Abschluss des Biwaks ein positives Fazit: „Ich bewerte das Winterbiwak als vollen Ausbildungserfolg.“

Einsatzbereitschaft gefordert

Zuvor stellte das Gebirgsjägerbataillon 231 eine Kompanie für die eNRF. Dies ist eine Nato-Eingreiftruppe, die innerhalb weniger Tage für einen weltweiten Einsatz bereit sein muss. Dies bedeutete ständige Rufbereitschaft. Innerhalb von 5 Tagen mussten die Soldaten „verlegebereit“ sein. Die gesamte Ausrüstung wurde hierzu in Container verpackt, um innerhalb weniger Stunden in das designierte Krisengebiet verladen zu werden. Auch bei einem zehntägigen Truppenübungsplatzaufenthalt im Dezember 2019 führte die „eNRF“-Kompanie des Bataillons das nötige Zusatzmaterial mit, um bei einer echten Alarmierung die gepanzerten Fahrzeuge vom Typ Boxer schnell für den scharfen Schuss umrüsten zu können. Dieser eNRF-Auftrag ist nun an das Gebirgsbataillon 232 aus Bischofswiesen übergegangen, da sich die Reichenhaller Jager nun auf den Einsatz in Mali vorbereiten.

Vorausbildung für Mali

Die Einsatzkräfte des Bataillons befinden sich derzeit in der Einsatzvorausbildung. Das Gebirgsjägerbataillon 231 stellt ab Oktober 2020 eine Objektschutzkompanie und einen Großteil des Führungsstabes für das Kontingent der UN-Mission Minusma in Gao.

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