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Isaf: Deutsche unbeliebter – Wieder zwei Verwundete




Das Engagement der Deutschen am Hindukusch stößt bei der afghanischen Bevölkerung immer weniger auf Anerkennung. 39 Prozent der Afghanen befürworten laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der deutschen ARD und anderen TV-Stationen gar Anschläge auf Nato-Soldaten. Am Montag wurden bei einem Gefecht wieder zwei deutsche Soldaten verletzt. Es bestehe keine Lebensgefahr, so das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam.

Das erneute Gefecht kann dabei durchaus im Zusammenhang mit dem Meinungsumschwung gesehen werden. Denn seit die Bundeswehr aktiver gegen die aufständischen Taliban vorgeht, hat sich das Ansehen der Deutschen rapide verschlechtert. Vor zwei Jahren hatten noch 45 Prozent der Afghanen das deutsche Engagement in ihrem Land als positiv bewertet – jetzt sind es nur noch 21 Prozent.

Besorgniserregend dürfte jedoch für die deutschen Isaf-Soldaten (Isaf: International Security Assistance Force) im Norden Afghanistans folgende Zahl der Umfrage sein: 39 Prozent der Nordafghanen befürworten Anschläge. Zum Vergleich: Im restlichen Afghanistan liegt diese extreme Einstellung innerhalb der Bevölkerung bei 27 Prozent.

Die ARD schließt aus der Umfrage: "Deutschland wird kaum noch als Verbündeter der Bevölkerung, sondern fast nur noch als ausländische Kriegspartei wahrgenommen." Das positive Engagement der deutschen Soldaten in Bezug auf die Aufbauarbeit erreiche "die Köpfe und Herzen der Menschen nicht mehr".

Deutschland hat in Afghanistan zurzeit 4.800 Soldaten stationiert. 360 Frauen und Männer sind Reservisten. Sie werden überwiegend in der Verwaltung, im Feldpostwesen und der sogenannten zivil-militärischen Zusammenarbeit (Cimic) eingesetzt.


Detlef Struckhof

Bild oben: Eine afghanische junge Frau
mit ihrem Kind. Hilfe der Deutschen
erreicht die Köpfe und Herzen der Menschen
offensichtlich nicht mehr
(Foto: Bundeswehr, Rott, flickr.com)

Bild unten: Deutsche versuchen die Bevölkerung
mit Flugblättern über ihren Auftrag aufzuklären.
Dies gelingt offensichtlich immer seltener.
(Foto: Bundeswehr, Kazda, flickr.com)

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