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Jahrestagung der Reserve – Gemeinsam an einem Strang ziehen

Heimatschutz, Host Nation Support, Cyber – die Herausforderungen für die Reserve sind zahlreich. Die Jahrestagung der Reserve fand auch in diesem Jahr wieder, wie bereits 2016, im Hotel Maritim in der Nähe des Verteidigungsministeriums in Berlin statt. Mehr als 300 Teilnehmer tauschten sich in dem Forum über die wichtigsten Belange der Reserve aus.

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels lobte die guten Entwicklungen in der Reserve.

Foto: Bundeswehr/Wilke

Oberst d.R. Oswin Veith und der Stellvertreter des Generalinspekteurs, Vizeadmiral Joachim Rühle, mit dem lettischen Politiker Artis Pabriks.

Foto: Bundeswehr/Wilke

Oberst d.R. Reserve Oswin Veith, MdB, Präsident des Reservistenverbandes bei seiner Rede.

Foto: Bundeswehr/Wilke

Die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, zeigte sich dankbar für das unerschütterliche Engagement der Reservisten.

Foto: Bundeswehr/Wilke

berlincyberjahrestagung

Heimatschutz, Host Nation Support, Cyber – die Herausforderungen für die Reserve sind zahlreich. Die Jahrestagung der Reserve mit mehr als 300 Teilnehmern fand auch in diesem Jahr wieder, wie bereits 2016, im Hotel Maritim in der Nähe des Verteidigungsministeriums in Berlin statt.

Die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, und der Stellvertreter des Generalinspekteurs und Beauftragte für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr, Vizeadmiral Joachim Rühle, mussten nur einmal über die Straße gehen, um gemeinsam mit dem Präsidenten des Reservistenverbandes die hochkarätige Veranstaltung zu eröffnen. „Im vergangenen Jahr habe ich an dieser Stelle geträumt: Das Jahr 2026, Landesregimenter mit 800 bis 2000 Reservisten in jedem Bundesland, die sich für den Heimatschutz engagieren”, sagte der Präsident des Reservistenverbandes, Oberst der Reserve Oswin Veith, MdB, während seiner Rede. „Aus einem Traum wurde eine Vision, aus der Vision ein Positionspapier. Für mich bewahrheitet sich der Eindruck, dass in diesem Kreis Großes seinen Anfang nehmen kann. Die Grundidee ist da, und die Streitkräfte haben erfreulicherweise erste Konzepte vorgelegt“, fuhr Veith fort. Es sei Zeit, in Deutschland wieder über Landes- und Bündnisverteidigung zu sprechen, das impliziere auch den Heimatschutz. „Ob Landes- oder Heimatschutzregiment, wichtig ist, dass Bundeswehr und Reserve nun an einem Strang ziehen.“

Die Reserve bleibt für die Bundeswehr unverzichtbar

Gemeinsam an einem Strang ziehen, das ist auch im Sinne von Ministerin von der Leyen:„Reservisten sind für die Bundeswehr unverzichtbar. Ich bin sehr dankbar für ihr unerschütterliches Engagement und auch für die wertvolle Arbeit des Reservistenverbandes, der verlässlich und integer an unserer Seite steht.“ Die Sicherheitslage habe sich in den vergangenen vier Jahren dramatisch verändert. Nach 25 Jahren des Sparens würde die Bundeswehr in allen Bereichen endlich wieder wachsen – und mit ihr die Reserve. „Die Trendwenden waren nötig, weil sich die Sicherheitslage geändert hat. Bisher ist die Bundeswehr in Vorleistung gegangen und das hätte sie nicht gekonnt, ohne sich auf die Reserve verlassen zu können“, sagte sie.

„Die Themen Cyber und Digitalisierung sind zentral für unsere Streitkräfte“

Doch das ist nur der Anfang des Weges, die Prozesse sind angestoßen. „Jetzt kommt es darauf an, die Trendwenden zu verstetigen und ein attraktiver Arbeitgeber für qualifizierten Nachwuchs zu werden. Wir müssen am Puls der Zeit bleiben.“ Das gelte für die Bundeswehr wie für die Reserve. Es gebe zudem wichtige Felder, die durchdacht werden müssten: Auch sie zählte den Heimatschutz dazu, andere Themen seien die Dreh-Scheibe Deutschland im Sinne des Host Nation Supports und das Thema Cyber sowie Digitalisierung. „Gerade die Themen Cyber und Digitalisierung sind zentral für unsere Streitkräfte. Unsere Systeme und Netze müssen resilient gegen Angriffe sein und wir müssen auch beim Thema Technologieinnovation besser und schneller werden.“ Dafür bräuchten die Streitkräfte dringend auch die Unterstützung von Reservisten. Von der Leyen endete mit dem Appell:

„Lassen Sie uns gemeinsam die Reserve der Zukunft gestalten.“

Vizeadmiral Rühle umriss die zahlreichen Krisenherde der Welt, in denen sich Bundeswehrsoldaten engagieren: „Das alles fordert die Bundeswehr in erheblichem Maße.“ Und nicht nur das: Die zahlreichen mandatierten Auslandseinsätze zur internationalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung in den vergangenen Jahrzehnten hätten einen Aspekt ein wenig aus dem Blickfeld geraten lassen: „Ich meine die Landes- und Bündnisverteidigung.“ Es gelte nach der Weisung zur aufgabenorientierten Ausstattung 2016 durch den Generalinspekteur, dass grundsätzlich nicht-aktive Truppenteile eine Soll-Ausstattung erhalten, die einen möglichen Einsatz zur Landes- und Bündnisverteidigung gestatten.

Mehr Stellen für Reservisten

Im Rahmen der Trendwende Personal und aufgrund des hohen Bedarfs werde die Zahl der Stellen für Reservisten für 2018 auf 3800 statt der zunächst geplanten 3500 erhöht. Welchen Stellenwert die Reserve für die Bundeswehr habe, zeige sich auch in dem Leitmotiv „Reserve“ zum Tag der Bundeswehr am 9. Juni 2018, an dem auch die kommende Deutsche Reservistenmeisterschaft stattfinden wird. Die wichtigen Anregungen und Impulse aus der Reserve sollen auch in die neue Strategie der Reserve einfließen, die noch im zweiten Halbjahr des kommenden Jahres fertig gestellt werden soll.

Mit der Bundeswehr wachsen

Im Anschluss wandte sich auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages als Gastredner an die Zuhörer und lobte die gute Entwicklung. Seit der Einführung des neuen Unterhaltssicherungsgesetzes seien die Eingaben und Beschwerden von Reservisten merklich zurückgegangen. Abschließend trat noch der ehemalige Verteidigungsminister Lettlands, Artis Pabriks MdEP, ans Rednerpult und referierte unter anderem über die momentane Bedrohungswahrnehmung in den baltischen Staaten. Der zweite Tag der Tagung begann mit einem Grußwort des scheidenden Vorsitzenden des Beirats Reservistenarbeit, Generalmajor a.D. Rainer Fiegle. Es folgten Fachvorträge von Oberst i.G. Peter Haupt, Referatsleiter im Referat für Reservisten und Veteranen, FüSK III 4; Oberst Benedict Freiherr von Andrian-Werburg, Leiter des Kompetenzzentrums für Reservistenangelegenheiten beim Streitkräfteamt; der neue Bundesgeschäftsführer des Reservistenverbandes, Oberstleutnant der Reserve Christoph Max vom Hagen; Generalmajor Michael Vetter, Stellvertretender Kommandeur beim Kommando Cyber- und Informationsraum sowie Oberst i.G. Horst Wiesinger, Abteilungsleiter VI im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr. Hier standen unter anderem die Themen Personalaufwuchs, Cyber-Reserve und Vakanzenmanagement im Vordergrund. Einig war man sich, dass die Reserve mit der Bundeswehr wachsen müsse und dies auch ein großes Engagement erfordere – insbesondere im Hinblick auf die erhöhten Anforderungen an die Landes- und Bündnisverteidigung. Verbandspräsident Veith sagte: „Die Reserve wird wieder zu einer wirklichen nationalen Reserve im besten militärischen Sinne.“ Die Weichen sind gestellt.

 

 

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