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„Jeder Soldat hat Anspruch auf Anerkennung“




Wir treffen sie in vielen Bereichen des täglichen Lebens: Als Banker und Taxifahrer, als Handwerker und Informatiker – unsere Veteranen. Doch meist schauen wir ihnen nur vor den Kopf. Kennen weder ihre Geschichte, noch wissen wir, was in ihnen vorgeht. Das Buchprojekt "Die unsichtbaren Veteranen" verleiht ihnen eine Stimme.

Denn hier konnten sich einsatzerfahrene Soldaten öffentlichkeitswirksam zu Wort melden und ihre Geschichte erzählen. Dabei herausgekommen ist ein vielschichtiges Buch, das Theorie und Praxis gegenüberstellt und den gesellschaftlichen Diskurs weiter ankurbeln soll.

"Vor zehn Jahren war das Thema noch eine Nische für Wissenschaftler und Fachjournalisten. Heute kann man Worte wie 'Krieg' oder 'Gefallene' in den Mund nehmen, ohne sich auf geschichtspolitisches Glatteis zu begeben", sagte der ehemalige Wehrbeauftragte Reinhold Robbe bei der Vorstellung des Buches im Festsaal der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr.  Und weiter: "Es hat eine vielgestaltige Berichterstattung und Reflexion eingesetzt. Vor allem gilt der Soldat nicht mehr als 'seelenloser Befehlsempfänger', sondern als Mensch. Auch darum ist das vorliegende Buch eine Bündelung spezieller kompetenter Perspektiven."

Schreiben als Vergangenheitsbewältigung
Initiiert wurde das Buchprojekt von Kapitänleutnant d.R. Björn Schreiber und Major Marcel Bohnert, beide selbst einsatzerfahrene Bundeswehrsoldaten. Bohnert schilderte lebhaft, wie schwierig gerade die persönlichen Beiträge für manche der Autoren gewesen seien. Seinen Anfang habe das Buch im Jahr 2014 genommen, als die beiden Herausgeber ihre Projektidee bei einer Veranstaltung des Bundes deutscher Veteranen (BDV) vorstellten und sofort auf überwältigende Zustimmung stießen – so erging im Folgenden ein "Call for Papers" zur Mitwirkung an ausdrücklich jeden, der etwas beizutragen hatte. Der gesamte Erlös des Buches soll in die Arbeit des BDV fließen.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion kam unter anderem die Frage auf, warum es in Deutschland – anders als in vielen befreundeten Staaten – keine öffentliche Veteranenkultur gebe, warum das bekannte Problem der Posttraumatischen Belastungsstörungen noch immer vernachlässigt werde, ob der Politik dieser Problemkomplex überhaupt bewusst sei und ob es der militärischen Führung auf der anderen Seite vielleicht auch an Mut fehle, auf derartige Missstände hinzuweisen, um nicht die Karriere zu gefährden.

Als Quintessenz der Diskussionsrunde brachte der ehemalige Wehrbeauftragte Robbe es auf den Punkt: "Jeder Soldat hat einen Anspruch auf Anerkennung, schließlich wird er vom Bundestag in den Einsatz geschickt."

In Kürze verlosen wir das Buch hier auf archiv.reservistenverband.de.

Thomas Spengler / (red)

Bild oben:
Eine Rose auf einem Stuhl erinnert
an die "unsichtbaren Veteranen".
(Foto: tsp)

Bild Mitte:
Podiumsdiskussion bei der Buchvorstellung.
(Foto: tsp)

Bild unten:
Fachjournalistin Julia Weigelt beteiligt
sich an der Podiumsdiskussion.
(Foto: tsp)

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