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Juliane Witt ist Beauftragte für Frauen des Reservistenverbandes




Symbolbild: Zum Feierlichen Gelöbnis angetretene Rekrutinnen und Rekruten.

Foto: Bundeswehr/Wilke

frauenfrauenbeauftragtereservistinnen

Vor 20 Jahren öffnete die Bundeswehr sämtliche militärische Laufbahnen für Frauen. Seitdem ist die Zahl der Soldatinnen kontinuierlich gestiegen. Mittlerweile beträgt der Anteil der Frauen in den Streitkräften 12,5 Prozent. Das entspricht 23.017 Soldatinnen. Wenn sie nach ihrer aktiven Dienstzeit die Bundeswehr verlassen, sind sie Reservistinnen, die als potenzielle Mitglieder im Reservistenverband herzlich willkommen sind. Höchste Zeit also, dass der Reservistenverband die Zielgruppe der Soldatinnen und Reservistinnen stärker in den Fokus nimmt.

Das ist nun die Aufgabe von Oberleutnant zur See d.R. Juliane Witt. Sie hat seit Ende des Jahres 2020 das Amt der Beauftragten für Frauen im Reservistenverband übernommen. Vorgeschlagen für das Amt hat sie Oberst d.R. Martin Hammer, Vizepräsident für Militärische Ausbildung des Reservistenverbandes, der sie zunächst als Beauftragte für Märsche vorgesehen hatte. Da die Reservistin militärisch sehr aktiv ist, war das Präsidium des Verbandes von ihrer Wahl schnell überzeugt. „Die Bundeswehr schafft es, seit den vergangenen Jahren immer mehr Frauen einzustellen. Deswegen sollten wir uns als Verband auch darauf konzentrieren, dass mehr Frauen Lust haben, sich in der Reserve zu engagieren“, sagt Witt. Aus ihrer Sicht ist es wichtig, zu zeigen, „was wir im Verband alles machen können.“ Dabei geht es ihr um die militärischen Angebote, die für alle (potenziellen) Mitglieder attraktiv sind.

Juliane Witt. (Foto: privat)

Juliane Witt ist seit 2012 Mitglied im Reservistenverband. Ihre aktive Zeit bei der Bundeswehr verbrachte sie bei der Marine. Sie absolvierte die Offizierausbildung und segelte mit der Gorch Fock von Spanien nach Brasilien. Doch die Seefahrt reizte sie nicht sehr. „Ich war ein Jahr bei den Marineschutzkräften, hab die Vollausbildung zum Marinesicherungssoldaten gemacht und war dort Gruppenführer. Da war ich die einzige Frau und konnte durch Leistung überzeugen“, erzählt sie. Als sie in den Reservistenverband eintrat, nahm sie direkt am Wehrbereichswettkampf Berlin-Brandenburg teil. Seit einigen Jahren ist sie festes Mitglied in der Reservisten-Marschgruppe für den Nimwegen-Marsch. Als Juliane Witt dort zum ersten Mal mitlief, beäugten einige Kameraden sie zunächst kritisch. Sie wurde aber schnell akzeptiert, berichtet sie. Manchmal sei es noch so, dass es älteren Kameraden etwas schwerer falle, Kameradinnen in ihren Reihen zu akzeptieren. Aber heute müsse man sich keine Kommentare mehr anhören. „Aber eigentlich gibt es keine Vorbehalte“, sagt Juliane Witt.

Kameradinnen zum Mitmachen ermutigen

Sie möchte mehr Kameradinnen, egal ob aktiv oder schon aus der Bundeswehr ausgetreten, dazu ermutigen, beim Reservistenverband mitzumachen. Witt ist sich sicher, dass es einige Kameradinnen gibt, die auch gern an Märschen, Wettkämpfen oder bei CIOR-Wettkämpfen mitmachen wollen. An Letzterem nehmen bereits seit Jahren reine Frauen-Teams, meist aus den skandinavischen Ländern, teil. In diesen NATO-Partnernationen sei es selbstverständlich, dass Frauen mit in den Mannschaften sind. „Die CIOR-Mannschaft wäre ein guter Einstiegspunkt“, meint Juliane Witt, „Schön wäre es zudem, wenn in den RK-Vorständen oder den Vorständen der Landesgruppen ebenfalls mehr Frauen vertreten sind“, fügt sie hinzu.

„Mein Ziel ist es, sobald die Pandemie vorbei ist, überregionale Dienstliche Veranstaltungen zu organisieren, sodass ein direkter Diskurs darüber geführt werden kann, welche Wünsche Reservistinnen an den Verband haben. Außerdem lernen sich die Reservistinnen so untereinander kennen und können Netzwerke bilden. Hierfür stelle ich mir ein Wochenende auf der Konstanzbahn oder eine militärisch-taktische Weiterbildung im Gebirge vor, bei der das Abseilen aus entsprechenden Höhen erlernt wird. Möglicherweise finden so Frauen zusammen, die eine Frauenmannschaft für die Teilnahme an der Deutschen Reservistenmeisterschaft gründen oder gemeinsam mit aktiven Soldatinnen eine Frauen-Marschgruppe für den Nimwegen-Marsch auf die Beine stellen. Ich finde aber auch, dass man generell mehr Männer und Frauen motivieren sollte, bei den vielfältigen Veranstaltungen mitzumachen“, sagt Juliane Witt.

Für Ideen, Anregungen, Kritik und Interessenten ist sie unter witt@reservistensport.de erreichbar.

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