DAS MAGAZIN

Monatlich informieren wir unsere Mitglieder mit der loyal über sicherheitspolitische Themen. Ab sofort können Mitglieder auch im Bereich Magazin die darin aufgeführten Artikel lesen!

Mehr dazu
DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

Mehr dazu

„Kameradschaft ist etwas anderes als Kameraderie“




Jedes Jahr am 20. Juli legen Rekruten auf dem Paradeplatz am Bendlerblock ihr Gelöbnis ab. Mit dieser alljährlichen Zeremonie zum Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler im Jahr 1944 unterstreicht die Bundeswehr ihr Traditionsverständnis. Redner in diesem Jahr war der Historiker Michael Wolffsohn. In seiner Ansprache warnte er junge Soldaten vor dem Hintergrund von Skandalen in der Truppe vor Kadavergehorsam.

"Natürlich gelten in der Bundeswehr Gehorsam und Befehl. Aber weder Kadavergehorsam noch Duckmäusertum", zitiert die SHZ den Historiker. Und weiter: "In einer Demokratie muss keiner mehr Widerstand leisten, aber Widerspruch ist unverzichtbar. Kameradschaft ist etwas anderes als Kameraderie, die menschliche Werte unter den Teppich fegt." Bereits im Vorfeld hatte Wolffsohn in einem Interview mit der PNP einzelnen Soldaten vorgehalten, "beleidigte Leberwurst" zu spielen – Agenturmeldung dazu. Bei der Kritik von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen handele es sich nicht um grundlose Pauschalvorwürfe.

Die WELT dokumentiert die komplette Rede.

Stichworte für ein neues Selbstverständnis
Die Ministerin selbst hat beim Appell Stichworte für ein neues Selbstverständnis der Bundeswehr benannt, berichtet die FAZ. Die Ministerin sagte laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript, die Bundeswehr "benennt, würdigt und entfaltet" nun "ihre eigene Geschichte". Sie nannte als Beispiele eines historischen Selbstverständnisses den Aufbau der Bundeswehr, die Zeit des Kalten Krieges, die Katastrophenhilfe, aber auch die Gefechte in Auslandseinsätzen.

Die Soldatinnen und Soldaten, die zum Feierlichen Gelöbnis angetreten waren, kommen aus dem Wachbataillon beim Verteidigungsministerium aus Berlin, dem Logistikbataillon 171 aus Burg, dem Logistikbataillon 172 aus Beelitz, dem Panzergrenadierbataillon 411 aus Viereck, dem Bataillon Elektronische Kampfführung 912 aus Nienburg, der Marineunteroffiziersschule aus Plön, dem Luftwaffenausbildungsbataillon aus Germersheim und dem Sanitätsregiment 2 aus Rennerod.

(red)

Symbolbild oben:
Gelöbnis am Bendlerblock,
Aufnahme aus dem Jahr 2015.
(Foto: Bundeswehr / Wilke via flickr.com)

Bild unten:
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.
(Foto: Sören Peters)

Verwandte Artikel
Allgemein

Wo sind die Scharnhorsts und Gneisenaus? Die Bundeswehr benötigt Reformen

Julius Braun hat Militärgeschichte sowie Sicherheits- und Verteidigungspolitik an den Universitäten Bonn, Maynooth, Potsdam und Dublin studiert. Er ist Doktorand...

28.11.2022 Von Julius Braun
Allgemein

Bundeswehr und Reserve - Newsblog KW 48

Was berichten die Medien in dieser Woche über die Bundeswehr und ihre Reserve? Welche Themen stehen auf der sicherheitspolitischen Agenda?...

28.11.2022 Von Sören Peters
Die Reserve

"Seine Erfahrungen hätten für zehn Leben gereicht"

Sein Leben könnte Stoff für dicke Bücher liefern. Er wurde Hubschrauberpilot aus Leidenschaft bei der US-Armee und war in vielen...

25.11.2022 Von Peter Vietze