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Kasseler Reservisten luden Flüchtlinge zum Grillfest




Valentino Lipardi ist Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Kassel. Der Oberleutnant der Reserve berichtet von einer schönen Aktion der Kameraden aus Kassel und Hessisch-Lichtenau:

Wir waren in der ehemaligen Lüttich-Kaserne auf dem Grillplatz, nur etwa 50 Meter Luftlinie von der Erstaufnahmeeinrichtung entfernt. Es dauerte deshalb nicht sehr lange, bis zunächst zwei Kinder neugierig näher kamen. Als sie von uns mit Bratwürstchen, Getränken und Süßigkeiten versorgt wurden, kamen schnell weitere Kinder. Zunächst zögerlich und vorsichtig, wurden sie doch zunehmend offener und zutraulicher, als sie bemerkten, dass sie willkommen und eingeladen sind. So kam es, dass wir rund 80 Gäste aus der Erstaufnahmeeinrichtung bei uns begrüßen konnten. Es waren vor allem Kinder, da in der ehemaligen Bundeswehrliegenschaft nur Kinder mit ihren Familien untergebracht sind – insgesamt etwa 210 Menschen.

Von Aleppo zu Fuß nach Deutschland
Die Kinder erzählten uns von schrecklichen Erlebnissen und ihrer ewig langen Flucht. Dabei war die Verständigung naturgemäß schwierig. Aber mit ein paar Brocken Arabisch, gebrochenem Englisch und viel Gestik haben wir uns verständigen können. Ein Vater eines Kleinkindes erzählte, wie er in mehr als vier Monaten zu Fuß aus Aleppo bis nach Deutschland gelaufen ist – zusammen mit seinen Kindern und seiner Frau. Er half uns sodann beim Grillen und bei der Kommunikation mit anderen Flüchtlingen.

Erster Kontakt zu normalen Deutschen
Für die Menschen aus der Aufnahmestelle war unser Grillen eine willkommene Abwechslung vom tristen Alltag in der kargen Kasernenanlage. Uns haben die Erzählungen und die Erlebnisse berührt. Und auch der Härteste und Bärbeißigste unter den ehemaligen Soldaten hat sich rührend um die Kleinen gekümmert. Die Kinder wollten natürlich nicht nach Hause, haben zur Musik getanzt und waren ausgelassen. Als es dunkel wurde, haben wir einen Feuerkorb und Stockbrotteig bereitgestellt. Vor allem die Kinder konnten vom Stockbrot nicht genug kriegen. Für alle Kameraden, Förderer und deren Familienmitglieder war es das erste Mal, dass sie in so engem Kontakt zu Flüchtlingen kamen. Laut den Verantwortlichen seitens des Regierungspräsidiums war dies die erste Aktion dieser Art in Kassel, bei der die Flüchtlinge mit gewöhnlichen Deutschen, also ohne offizielle Funktion, zusammentrafen.

Gute Erfahrung für alle
Gegen 23 Uhr verließen uns auch die letzten Flüchtlingskinder, nach einem sehr schönen aber auch emotionalen Abend. Leider mussten wir ihnen auf ihre Nachfrage hin mitteilen, dass wir am darauffolgenden Tag nicht wiederkommen würden. Dies war wohl für viele der Kinder der einzige Wermutstropfen an diesem Abend. Sie bedankten sich vielmals, nahmen für ihre Familien so viele Würstchen in Brötchen mit, wie sie tragen konnten und verschwanden lächelnd in Richtung Erstaufnahmeeinrichtung. Wir hoffen, dass sie diesen Tag nicht vergessen werden und dass sie gemerkt haben, dass sie willkommen sind.


(red)

Symbolbild oben: Ein Reservist beim
Grillen (Archivfoto: Ralf Wittern).

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