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Keinen geeigneten Reservisten verlieren




Die Bundeswehr muss mit der Freiwilligkeit des Reservistendienstes leben. Eine Rückkehr zur Freistellungspflicht wird es nicht geben. Die Truppe will sich mehr anstrengen, um vor der Entlassung stehende Soldaten auf eine Anschlusskarriere als Reservist aufmerksam zu machen. "Derzeit geben nur zwölf Prozent der ausscheidenden Soldaten an, dass sie von ihrem Vorgesetzten auf eine mögliche Beorderung aufmerksam gemacht worden sind", sagte Oberst Benedict Freiherr von Andrian-Werburg in einem Info-Vortrag in Nürnberg.

Der Leiter des Kompetenzzentrums für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr aus Bonn informierte auf Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) und des Reservistenverbandes in Nürnberg über die Bemühungen seines Zentrums, eine zukunftsgerichtete Reserve zu gestalten.

Nicht immer gut mit Reservisten umgegangen
"Unser Ziel ist es, keinen geeigneten und bereits beorderten oder beorderungswilligen Reservisten zu verlieren", so von Andrian-Werburg. "Leider sind wir in der Vergangenheit nicht immer gut mit den Reservisten umgegangen, vor allem dann nicht, wenn Truppenteile aufgelöst wurden", räumt der Oberst ein. An der Verbesserung wolle die Bundeswehr – allen voran sein Kompetenzzentrum – arbeiten. Vor allem gehe es auch darum, den Arbeitgebern den Nutzen eines Reservistendienstes deutlich zu machen. "Gemeinsam mit dem Reservistenverband arbeiten wir an entsprechenden Konzepten." Die sind auch nötig, denn aus der Zuhörerschaft wurden an dem Abend im Karrierecenter Nürnberg Stimmen laut, die genau hier die Schwachstelle sehen. Die Freiwilligkeit sei das Problem. "Davon werden wir aber nicht mehr wegkommen. Eine Freistellungspflicht für Arbeitgeber wird es aus heutiger Sicht nicht wieder geben", glaubt Oberst von Andrian-Werburg.

Arbeitgebern einen Benefit bieten
Auch Rainer Erdel, einer der beiden Stellvertreter des Präsidenten des Reservistenverbandes, war nach Nürnberg gekommen. Er frage sich ständig, wie es geschafft werden könne, die Bereitschaft für Reservistendienstleistungen zu steigern? "Welchen Benefit können wir den Arbeitgebern bieten – also welchen Vorteil hat der Arbeitgeber davon? Wir müssen den Reservisten Wissen vermitteln, die den Arbeitgebern Nutzen bringen, also zum Beispiel Erste Hilfe, Führungskompetenzen, vielleicht Führerscheine." Für Erdel stehe fest, dass die Bundeswehr die aktiven Soldaten viel früher und effektiver für einen Reservistendienst ansprechen müsse. "Reservisten wiederum müssen sich trauen, ihren Arbeitgeber zu fragen, denn oft glauben diese nur, dass der Chef etwas gegen eine Reservedienstleistung haben könnte. Wir arbeiten gerade an einem Modell für die Würdigung des Arbeitgebers", sagt Erdel.

Wohnortsnahe Ausbildung
Am 1. Juni hat ein Pilotprojekt begonnen, mit dem der Reservistenverband beorderten Reservisten ein Angebot machen will. Damit soll die Bundeswehr entlastet werden. Der Reservistenverband testet in vier Pilotregionen zusammen mit der Bundeswehr die Möglichkeit, Reservisten in Wohnortnähe anzubieten, ihre Nachweise der sogenannten individuellen Grundfertigkeiten und der körperlichen Leistungsfähigkeit zu erbringen, um die kostbare Zeit während einer Reservistendienstleistung nicht dafür verwenden zu müssen. Zu den notwendigen Leistungsnachweisen gehören: Schießen, Sanitätsdienst, Märsche, ABC-Abwehr und Sport – wir berichteten. Die Reservisten können hernach per Ausbildungspass nachweisen, dass sie sich regelmäßig den gleichen Herausforderungen stellen, wie aktive Soldaten.

Detlef Struckhof

Bild oben:
Oberst Benedict Freiherr von Andrian-Werburg
spricht beim Info-Vortrag in Nürnberg. (Foto: dest)

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