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Kinder in Kabul unterstützen – Soldat Sascha hilft




In seiner Freizeit betreut der Bundeswehrsoldat Sascha* in Kabul zwei Mädchenschulen, die Rabia-Balki-Schule und die Soria-Highschool. An beide ist je ein Kindergarten angeschlossen. Sascha versorgt sie unter anderem mit Kleidung, Computern, Schreibmaterial und Spielzeug. Er überwacht auch handwerkliche Arbeiten, die mit Hilfe von Spendengeld in Auftrag gegeben werden konnten. Immer nach Absprache mit dem Einsatzführungskommando ist Kamerad Sascha in vielen Ecken der Millionenstadt unterwegs und bringt Hilfsgüter zu Bedürftigen. Gerade erst hat er die Projektleitung für den Neubau einer Schule übernommen.

"In Kabul hat Sascha seine Erfüllung gefunden", sagen Uschi und Mario Schulz, die von Deutschland aus mit dem "Projekt Sascha" sein Engagement in Afghanistan fördern. Seine beiden Freunde erzählen voller Bewunderung und Stolz vom Berufssoldaten, der seit 2004 insgesamt schon mehrere Jahre in Kabul im Einsatz war. Aber auch die Reservistenkameradschaft Zeven ist vom persönlichen Einsatz des Soldaten begeistert. Ihr erster Vorsitzender Thomas Kirscht lobt: "Die Arbeit, die Sascha in Afghanistan seit Jahren macht, ist wirklich bewundernswert."

Schulen lehren Selbstständigkeit
In den beiden von Sascha unterstützten Schulen lernen die Mädchen nicht nur das Lesen und Schreiben, sondern auch von Anfang an, selbstständig zu sein. "Die Selbstständigkeit der Schülerinnen ist beeindruckend", bestätigt ein Kamerad von Sascha, der ihn bei einem Schulbesuch begleiten konnte. Das, so die Schulleiterin, gehöre zur Philosophie der Schule. Da verwundert es auch nicht, dass selbst die jungen Schülerinnen ein schon fast perfektes Englisch sprechen.

Besonderes Engagement für Kinder
Schon bei seinem ersten Afghanistaneinsatz entwickelte sich Saschas Engagement für die Kinder. "Kinder sind sein Leben", berichtet auch seine gute Freundin Uschi Schulz über den Soldaten. Gerade wieder ist dieser in Kabul und hofft, bis Ende 2014 bleiben und helfen zu können.

Zukunft afghanischer Schulen ungewiss
Was nach dem Abzug der internationalen Truppen im kommenden Jahr passiert und ob die Schulen weiter so fortbestehen werden, weiß Sascha nicht. Aber er hofft, und er ist sich sicher, dass der Schulbesuch auch dauerhaft Früchte tragen wird. Sein Kamerad dazu: "Viele von uns sind Mentoren und arbeiten jeden Tag mit der afghanischen Armee zusammen. Diese Arbeit ist oft schwierig und von Rückschlägen geprägt. Jeden Tag erzählen uns die afghanischen Soldaten von ihrer Angst, dass die Isaf das Land verlassen und die Taliban siegen könnten. Wenn man jedoch in die Augen der jungen Mädchen sieht, wird einem schnell klar, dass Afghanistan doch eine Zukunft hat. Eine Zukunft ohne Gewalt und Terror, zu der diese Mädchen einen wesentlichen Beitrag leisten." Saschas Kamerad kommt zu dem Schluss: "Sein Einsatz bringt Afghanistan voran und verbessert gleichzeitig die Sicherheitslage für uns alle."

Anschläge erschüttern Schulalltag
Wie dicht Gewalt und Hoffnung dennoch zusammenhängen, weiß Sascha aus eigener Erfahrung: "Der Anschlag in Kabul am 13. September 2011 fand in unmittelbarer Nähe der Rabia-Balki-Schule statt, die wir damals gerade besuchten – und hat mir eine ganz andere Situation als lachende Kindergesichter gezeigt. Jedes Mal, wenn ich auf diesem Schulhof stehe, sehe ich das vor mir und keiner der Soldaten, die mich heute unterstützen, weiß, was ich dort auf dem Schulhof fühle." Und trotzdem ist es Saschas Hoffnung "in Jahren hier nochmal mit meinen Sprachmittlern beim Tee zu sitzen und zu wissen, dass wir das Richtige getan haben."

Spendenhilfe aus Deutschland
Das wünschen sich auch Saschas Freunde in Deutschland. Deshalb haben sie das "Projekt Sascha" ins Leben gerufen. Sie sind es, die den Kontakt zu Sascha in Afghanistan halten, in Deutschland die Werbetrommel rühren, Spenden sammeln und sie regelmäßig nach Afghanistan leiten. Ansprechpartner für das "Projekt Sascha" in Deutschland sind Uschi und Mario Schulz. Wer sich über das Projekt informieren möchte, erfährt mehr unter www.uschimarioschulz.de.

Bundeswehr und Reservisten in Afghanistan
Sascha ist einer von derzeit 4.079 deutschen Soldaten in Afghanistan. Neben ihm werden dort auch 321 Reservisten eingesetzt, hauptsächlich in der sogenannten zivil-militärischen Zusammenarbeit (Cimic), in der Verwaltung, bei den Feldjägern oder im Sanitätsdienst sowie im Feldpostdienst.

* Sascha ist Stabsfeldwebel der Bundeswehr. Sein Nachname ist zum Schutze seiner Person und Familie weggelassen worden.

Aranka Szabó / (ank)

Bild oben: Stabsfeldwebel Sascha mit zwei
afghanischen Kindern in den Bergen bei Kabul
(Foto: privat Sascha).

Bild unten: Stabsfeldwebel Sascha mit jungen
Schülerinnen in der von ihm unterstützten
Rabia-Balki-Schule in Kabul (Foto: privat Sascha).

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