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Königshaus warnt: „Truppe nicht überfordern“




Ein Jahr ist es her. Bei schweren Gefechten im Dorf Isa Khel und an der Dutch Bridge verloren vier deutsche Isaf-Soldaten ihr Leben. Ihr Tod deckte drastische Missstände auf: Zu wenige geschützte Fahrzeuge. Kaum Mittel, um sich zu wehren. Doch mit der Verlegung von Panzerhaubitzen, Schützenpanzern und Raketen  nach Afghanistan war es nicht getan. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, sieht das Übel in einem anderen Bereich.

Nämlich in der Ausbildung. "Was nützt eine gute Ausstattung, wenn die Soldaten daran nicht geübt sind. Zum Beispiel müssen sich die Einheiten für die Vorausbildung Fahrzeuge vom Typ Dingo in der ganzen Republik zusammensuchen. Das Gerät ist so teilweise mehr auf der Autobahn als auf dem Übungsplatz", kritisiert der FDP-Abgeordnete in der Saarbrücker Zeitung. "Ein anderes Problem sind Waffen oder Nachtsichtgeräte: Viele Soldaten haben solche Geräte erstmals im Einsatz in der Hand. Das darf nicht sein."

Angesichts der bevorstehenden Strukturreform und eines möglichen humanitären Einsatzes in Libyen warnt Königshaus davor, die Truppe zu überfordern. Die Absicherung eines Hilfseinsatzes in Nordafrika würde die gleichen Truppenteile beanspruchen wie der Einsatz in Afghanistan: Infanterie und Kampfmittelbeseitiger. "Diese Einheiten sind jetzt schon höchst belastet. Man muss aufpassen, dass man die Bundeswehr nicht überspannt", warnt Königshaus.

Die Quadratur des Kreises

In diesem Zusammenhang richtet der Wehrbeauftragte seinen Blick auf die bevorstehenden Reformen. Ein grundlegender Umbau, der gleichzeitig Geld sparen soll, komme der Quadratur des Kreises gleich. "Was geplant ist, braucht eine Anschubfinanzierung. Zum Beispiel muss dringend militärisches Gerät erneuert werden, das ist an vielen Stellen veraltet. Thomas de Maizière (Bundesminister der Verteidigung, Anm. d. Red.) hat bei seinem Besuch im Gefechtsübungszentrum Wiedersehen mit einem Marder-Panzer feiern können, den er vor bald 40 Jahren als Rekrut gefahren hat." Die Soldaten sollten nicht an technischem Gerät herumschrauben, das älter ist als die städtische Straßenbahn.

Was die Gewinnung von Freiwilligen betrifft, müsse sich die Bundeswehr noch stärker als attraktiver Arbeitgeber hervorheben. Dabei kann sie sich auf Unterstützung durch den Reservistenverband verlassen. Als Bindeglied zwischen Militär und Gesellschaft nehmen Reservisten eine wichtige Mittlerrolle ein, um die Bundeswehr weiterhin in der Gesellschaft zu verankern. Festgehalten ist dies im Konzeptpapier Herausforderungen und Chancen.

Sören Peters

Bild oben:
Wehrbeauftragter Hellmut Königshaus im Bundestag
(Foto: Bundeswehr via flickr.com, Foto gespiegelt)

Bild unten:
Die Fahrzeuge Serval und Dingo stehen zur
Präsentation auf der Informationslehrübung Süd
in Wildflecken. Im Hintergrund fliegt eine CH53 vorbei.
(Foto: Bundeswehr/Trotzki via flickr.com)

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