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DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Kommando Streitkräftebasis in Bonn aufgestellt




Die Führungsstäbe der Bundeswehr sind bereits aus den Gebäuden auf der Bonner Hardthöhe ausgezogen. Sie sind aufgrund der Umstrukturierung der Bundeswehr in alle Himmelsrichtungen der Republik verstreut worden. Um den Standort Bonn weiterhin stark zu halten, hat Minister Thomas de Maizière entschieden, dass als Ausgleich die Streitkräftebasis mit ihrem neuen Kommando dort einzieht. 100 zivile und 650 militärische Mitarbeiter werden in den kommenden Wochen ihre Büros in den Räumlichkeiten der vorherigen Führungsstäbe beziehen. 1.000 weitere Mitarbeiter haben ihre Büros ebenfalls auf der Hardthöhe im Bonner Stadtbezirk Hardtberg – so zum Beispiel das Streitkräfteamt.

Die Bundewehr reduziert ihr militärisches Personal von 250.000 auf 185.000 Männer und Frauen. Die Streitkräftebasis verkleinert ihren Personalumfang um ein Drittel von 70.000 auf rund 48.000 Soldaten und zivile Mitarbeiter. "Damit bleibt die Streitkräftebasis nach dem Heer die zweitgrößte Organisationseinheit der Bundeswehr. Die SKB ist damit größer als Luftwaffe und Marine zusammen", sagt Vizeadmiral Manfred Nielson, Inspekteur der Streitkräftebasis (SKB). Am vergangenen Freitag übertrug ihm General Volker Wieker formell die Befehlsgewalt über das neue Kommando Streitkräftebasis (KdoSKB). Dazu überreichte der Generalinspekteur eine neue Truppenfahne an Vizeadmiral Nielson. Auf der Hardthöhe verfolgten rund 250 Gäste das Zeremoniell. Etwa 400 Soldaten aus allen Fähigkeitskommandos der SKB standen stellvertretend für den gesamten Organisationsbereich auf dem Münchner Platz – dem Appellplatz des Bonner Ministeriums.

Ohne Reservisten geht es nicht
In einem Pressegespräch äußerte sich Nielson zuvor gegenüber dem Reservistenverband auch zur Reserve, denn die Heimatschutzkomponenten der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) und der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr) setzen voll auf Reservisten der Bundeswehr. "Ohne Reservisten könnten wir schon heute nicht all die Aufgaben im territorialen Bereich wahrnehmen", sagte der Vizeadmiral. Er lobte das freiwillige Engagement vor allem jüngerer.

"Zu den RSU-Kräften melden sich zu 70 Prozent junge Reservisten zwischen 23 und 40 Jahren. Ich bin sehr beeindruckt davon, wie die Reservisten ihre Freizeit opfern, um etwas für ihr Land zu tun. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir im Jahr 2013 in jedem Bundesland mindestens einen einsatzfähigen Verband aufgestellt haben werden. Insgesamt planen wir 27 in ganz Deutschland – drei davon in Nordrhein-Westfalen." Da die Reservisten ihre unterschiedlichsten Biografien und Qualifikationen in die Bundeswehr einbringen, glaubt Nielson, dass "dies eine Erfolgsgeschichte werden wird". Beim Kampf um die besten Köpfe baut er auf die Unterstützung der Arbeitgeber. Nielson sagt: "Beim Oderhochwasser 1997 oder während der Elbeflut 2002 haben viele Firmen gesehen, dass auch ihre Werkshallen mit Wasser volllaufen, wenn es niemanden gibt, der die Fluten aufhält. Wir werben bei den Arbeitgebern deshalb um Freistellung ihrer Leute. Es geht doch nur um etwa fünf Tage pro Kalenderjahr, damit sie für den Ernstfall üben können."

Imagekampagne gestartet
Die Streitkräftebasis ist Dienstleiter für die gesamte Bundeswehr. Vier Hauptfähigkeitsbereiche werden von der bunten Truppe – zu der Soldaten aus allen Teilstreitkräften gehören – ausgefüllt. "Dienstleistungsaufgaben sind nicht sexy. Man merkt nur, dass es sie gibt, wenn etwas nicht funktioniert", sagt Nielson. Zu den Aufgaben gehören die Logistik, die Satellitenkommunikation, territoriale Aufgaben sowie die Führungskräfteausbildung der Bundeswehr. Aber auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) und das Militärhistorische Museum in Dresden sind Bestandteile der SKB. Zeitgleich mit der Aufstellung des Kommandos SKB startete Nielson eine Imagekampagne unter dem Motto: "Ich war’s!". Damit will sein Organisationsbereich auf die Vielfalt und Wichtigkeit der Aufgaben für die gesamte Bundeswehr aufmerksam machen. Die Kampagne soll etwa sechs Monate laufen und vor allem nach innen wirken, um den Stolz auf die eigene Truppenzugehörigkeit zu steigern.


Detlef Struckhof

Bild oben: Ausmarsch der Ehrenformation nach
dem Aufstellungsappell des Kommandos Streitkräftebasis
in Bonn auf der Hardthöhe (Foto: Ralf Wittern).

Zweites Bild: Übergabe der Truppenfahne.
General Volker Wieker (vorne) überreicht Vizeadmiral
Manfred Nielson (hinten) die neue Fahne (Foto: Ralf Wittern).

Drittes Bild: Vizeadmiral Manfred Nielson, Inspekteur der
Streitkräftebasis, im Pressegespräch (Foto: Ralf Wittern).

Viertes Bild: General Volker Wieker (links), Generalleutnant
Manfred Engelhardt (Mitte), Vizeadmiral Manfred Nielson (rechts)
beim Abschluss des Aufstellungsappells des Kommandos
Streitkräftebasis (Foto: Ralf Wittern).

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