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DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Kommissionspapier gibt Reservisten Zukunftssicherheit




Gerd Höfer, Präsident des Reservistenverbandes, ist mit den Ergebnissen der Bundeswehrstrukturkommission unter Leitung von Frank-Jürgen Weise zufrieden. "Die Reserve hat eine Zukunft", sagt er. Der Reservistenverband will die Bundeswehr künftig noch stärker bei der Betreuung ihrer Reservisten unterstützen.

"Noch wissen wir nicht, welche Schlussfolgerungen die Bundeswehr aus dem Weise-Papier ziehen und wie die Reserve ausgeplant werden wird", sagt Höfer. Er sei sich jedoch sicher, "dass, wenn die Bundeswehr zum Beispiel 10.000 Reservistenplanstellen benötigt, diese nur besetzt werden können, wenn mindestens dreimal so viele Reservisten für diese Planstellen auch vorgesehen und gewonnen werden können." Der Major der Reserve nennt ein Beispiel: "Die Bundeswehr hat unbestritten einen großen Bedarf an Ärzten. Selbstständige Ärzte können ihre Praxis jedoch nicht für mehrere Monate schließen. Das zerstört ihre Existenz. Wenn die Bundeswehr also einen Arztdienstposten im Auslandseinsatz mit Reservisten besetzen will, benötigt sie mehrere Mediziner, die dazu fachlich und körperlich in der Lage sind." Bisher habe die Bundeswehr diese Realitäten nicht ernst genug genommen.

Verband qualifiziert, Bundeswehr zertifiziert
Um Reservisten für solche Einsätze ausbilden zu können, kann die Bundeswehr auf die Unterstützung des Verbandes bauen. "Wir sorgen für die Qualifikation, die Bundeswehr muss dann nur noch zertifizieren." Das könnte bedeuten, dass sich Reservisten an Wochenenden fortbilden und notwendige Grundfertigkeiten trainieren. "Die Bundeswehr nimmt anschließend eine Prüfung nach ihren Bestimmungen ab." Höfer ist sich sicher, dass der Verband dafür über genügend qualifizierte Ausbilder verfügt. "Die Reservisten haben dieselben Laufbahn- und Fachprüfungen abgelegt, wie die aktiven Soldaten." Für die Zukunft sei auch eine Öffnung des Laufbahnrechts erforderlich, so wie es die Weise-Kommission in ihrem Papier vorsieht. "Wir haben in unseren Reihen zum Beispiel Psychologen, Handwerksmeister und Facharbeiter, die meist erst nach ihrem Grundwehrdienst ihre erfolgreiche zivile Laufbahn begonnen haben. Doch leider spiegelt ihr erreichter Mannschaftsdienstgrad nicht diese Qualifizierung wider." Dies verhindere in vielen Fällen ein Engagement als Reservist.

Gleichbehandlung aller Reservisten
Doch auch für Reservisten, die nicht zu den sogenannten Mangelverwendungen gehören, die von der Bundeswehr für Auslandseinsätze gebraucht werden, sieht Höfer aufgrund des Kommissionsberichts eine gute Zukunft. "Die Bekämpfung von Katastrohen benötigt viele helfende Hände. Wir könnten mithilfe unseres Konzepts der regionalen Initiativen flächendeckend im Bereich des Heimat- und Katastrophenschutzes tätig werden. Ich begrüße deshalb auch die Forderungen der Bayerischen Staatsregierung, die sich ein stärkeres Engagement von Reservisten für den Heimatschutz wünscht. Der Reservistenverband will die Bundeswehr dahingehend beraten, dass beordertes und nicht beordertes Engagement gleich behandelt wird. Ich rate jedoch dazu, erst einmal das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Einsätzen der Bundeswehr im Innern abzuwarten".

Körperliche Fitness wichtig
Gerd Höfer weiß ebenfalls um die Problematik von gesundheitlichen Anforderungen an aktive Soldaten und Reservisten. Er sagt: "Körperliche Fitness ist unbestritten wichtig. Da darf es keine Unterschiede zwischen Aktiven und Reservisten geben. Ich mache mir deshalb große Sorge um die Volksgesundheit, wenn so viele Männer im wehrfähigen Alter aufgrund ihres Gewichtes nicht für einen Wehrdienst in Frage kommen. Das gilt auch für Berufssoldaten. Eine Diskussion hierüber kann dem Land nur nützen."

Die Bundeswehrstrukturkommission hat kürzlich ihren Bericht zum Umbau der Streitkräfte an Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CSU) übergeben. In dem Gremium arbeiteten unter anderem Oberst der Reserve Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, und Oberst der Reserve Prof. Hans Heinrich Driftmann, Kölln-Flocken-Chef und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), mit.

Detlef Struckhof

Symbolbild oben: Ausbildung im Team
stärkt die Einsatzbereitschaft. Panzergrenadiere
trainieren in Torgelow das Gefecht
(Foto: Bundeswehr, Wilke, flickr.com)

  Archivbild Mitte: Gerd Höfer, Präsident des
Reservistenverbandes
(Foto: Bernd Schoelzchen, Loyal)

Bild unten: Die Bundeswehrstrukturkommission unter Leitung
von Frank-Jürgen Weise (links) überreicht
Minister zu Guttenberg (Mitte) den Bericht,
rechts: Prof. Hans Heinrich Driftmann
(Foto: Bundeswehr, Bienert, flickr.com)

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