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„Krieg ist hinterhältiger, versteckter, trauriger“





Reportagefotografie und moderner Fotojournalismus waren die Themen bei der "Photographer's Night 2014" im Rahmen der Photokina in Köln. Dabei stellten drei Fotojournalisten, die zumeist in Kriegs- und Krisengebieten unterwegs sind, ihre Arbeiten vor.

Christoph Bangert beispielsweise begleitete amerikanische, britische und irakische Soldaten im Irak und in Afghanistan. Eines seiner Bilder zeigt eine amerikanische Mörserstellung: Ein Soldat dreht sich weg und hält sich die Ohren zu, das Geschoss fliegt aus der Mündung. Ein Bild, das Action zeigt. "Doch das ist nicht der Krieg", sagt Bangert. "Wir denken zwar, dass es ständig knallt, doch Krieg ist versteckter, hinterhältiger und trauriger."

Die Selbstzensur kommt bei der Bildauswahl
Zahlreiche seiner Bilder wurden in namhaften Medien wie der New York Times, dem Time Magazine, Spiegel, FAZ oder GEO veröffentlicht. Diese Fotos zeigen jedoch nur eine gefilterte Realität. "Ich arbeite sehr intuitiv, reagiere auf Situationen", sagt Bangert. Die Selbstzensur komme erst bei der Bildauswahl am Computer. Die ausgesiebten Aufnahmen zeigen entstellte Körper, etwa die sterblichen Überreste eines Mannes, der dem Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten im Irak zum Opfer gefallen ist. Der Leichnam liegt auf einer Müllkippe, der Kopf ist abgetrennt, streunende Hunde haben den Körper angefressen. Die zumeist unveröffentlichten Bilder hat Bangert nun im Buch "War Porn" verbreitet. Eine Auswahl seiner Bilder gibt es auf www.christophbangert.com.

Geschichten aus Afrika und Japan
Den Arabischen Frühling und die aktuellen Konflikte in Afrika hat Dominic Nahr begleitet. Der gebürtige Schweizer, aufgewachsen in Hongkong, hat Nairobi (Kenia) als Basis für seine Reisen durch Afrika gewählt. Als einer von wenigen Fotojournalisten arbeitet er nicht freiberuflich, sondern für das Time Magazine. Seine Bilder zeigen die Leiden der Bevölkerung während der kriegerischen Auseinandersetzungen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den psychologischen und physischen Auswirkungen des nuklearen Fallout in Fukushima. Auch er zeigt eine Auswahl seiner Bilder im Netz: www.dominicnahr.com.

Ehemalige Sowjetunion im Fokus
Weiter stellte Gerd Ludwig (www.gerdludwig.com) seine Fotografien aus Tschernobyl vor. Er fotografiert vornehmlich für National Geographic und war der erste westliche Fotojournalist, dem Zugang zum Reaktor gewährt wurde.

Rund 200 Gäste waren am Donnerstagabend zu der Veranstaltung im Kölner Museum für angewandte Kunst gekommen. Auslöser für die Themenwahl war die Nachricht vom tödlichen Angriff auf die Fotografin Anja Niedrighaus. Über allen Vorträgen stand die Frage der moralischen Rechtfertigung, als Fotograf in Krisen- und Kriegsgebieten zu arbeiten und wie stark gefiltert die Eindrücke aus diesen Regionen in unseren Medien ankommen.

Sören Peters

Bild oben:
Dominic Nahr stellte bei der "Photographer's
Night" seine Bilder aus Afrika und Japan vor.
(Foto: Ralf Wittern)

Bild unten:
"Das ist nicht der Krieg. Es ist eine Facette, aber der Krieg an sich
ist hinterhältiger, versteckter, trauriger", sagt Christoph Bangert
im Gespräch mit Moderator Dr. Gerd Biesler über dieses Bild.
(Foto: Ralf Wittern)

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