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KSK-Familienbetreuung: Rund um die Uhr im Einsatz




Beim Sommerfest des Kommandos Spezialkräfte (KSK) bleiben die Soldaten und Mitarbeiter aus Calw mit Freunden und Familie gerne unter sich. Externe Gäste sind handverlesen – höchst persönlich eingeladen von Brigadegeneral Heinz Josef Feldmann, dem Kommandeur und General der Spezialkräfte der Bundeswehr. An diesem Tag sollen die Soldaten und Angehörigen die vielerlei Entbehrungen und Belastungen hinter sich lassen und im Kameraden- und Familienkreis feiern. Dieses alljährliche Sommerfest ist der Höhepunkt der umfassenden Familienbetreuung beim KSK im Schwarzwald.

"Sie tragen die Last der Einsätze", sagt Brigadegeneral Feldmann, Chef von über 1.000 Soldatinnen und Soldaten, zu Beginn des Sommerfestes im Juli dieses Jahres. Und jeder der Gäste sieht, wovon er spricht. Nur ein Teil der Frauen und Männer des KSK sind auf dem Exerzierplatz angetreten. Der Rest befindet sich im Einsatz, in der Ausbildung oder im Urlaub. Bei seiner Ansprache holt Feldmann die Familienangehörigen mit ins Boot: "Wenn es darum geht, die Dinge des Alltags zu regeln, sind die Soldatinnen und Soldaten oft nicht da, weil sie weltweit unterwegs sind. Diese Lücken gilt es zu füllen, um den Soldaten Rücken und Kopf freizuhalten. Deshalb leisten Sie, liebe Eltern, Partner und Geschwister, allesamt Großartiges für unseren Verband. Dafür meinen ganz persönlichen Dank und meine Anerkennung. Ihr Verdienst findet oftmals zu wenig Wahrnehmung – auch und gerade in der Öffentlichkeit."

Über Tätigkeit im KSK darf nicht gesprochen werden
Die Bundeswehr und das KSK werden nach wie vor oft als Störfaktor und weniger als Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen. Selbst Anwohner der Kaserne in Calw machen es den Soldaten nicht immer einfach. Wenn bei Übungen Hubschrauber über dem Übungsplatz und dem Calwer Gewerbegebiet am Stadtrand fliegen, gibt es wegen des Fluglärms auch mal Anrufe beim Kommandeur. Feldmann hat dafür eine pragmatische Lösung gefunden: "Ich lade auch Vertreter der Anwohner zum Sommerfest, damit sie sehen und verstehen können, was wir hier überhaupt machen." Der größte Teil der Calwer bekommt davon jedoch nichts mit. Viele merken gar nicht, dass Calw noch ein Bundeswehrstandort ist, obwohl die Garnison im Oktober ihren 50. Geburtstag feiert. Die Soldaten des KSK dürfen nämlich die Kaserne nur in Zivilkleidung verlassen und wenn Dienstfahrten nötig sind, bleibt das bordeauxrote Barett mit dem Schwert im Eichenlaubkranz im Kasernenspind. Auch gegenüber Freunden, Verwandten und vor allem Fremden ist in bestimmten Bereichen strenge Geheimhaltung angesagt. Wenn die Mutter oder der Vater pro Jahr mehrere Monate nicht zuhause ist, und das Umfeld meist nicht erfahren darf, warum, ist das für die Familie eine schwierige Situation. Auch die Kinder, die naturgemäß stolz auf ihre Eltern sind, dürfen nicht alles erzählen. Das kann für zusätzliche Probleme sorgen. Und genau hier springt die Familienbetreuung des KSK ein.

Binnen vier Minuten steht die Verbindung ins Einsatzgebiet
"40 Prozent der Soldaten haben Familie, denn der Altersdurchschnitt beträgt über 30 Jahre. Und die meisten Kameraden wohnen nicht in Calw und Umgebung. Das heißt, selbst wenn die Soldaten nicht im Einsatz sind, sind sie kaum bei ihren Angehörigen. Deshalb ist unsere Hauptaufgabe, dass wir die Partner und Kinder unterstützen, wenn die Soldaten dies selber nicht leisten können", sagt die Sozialpädagogin des KSK, die fest in Calw angestellt ist. Und das ist bei den beruflichen und privaten Belastungen der Soldaten in Calw auch nötig. "Wir gewährleisten quasi eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung", sagt der 47-jährige Rusty. Er ist seit zehn Jahren beim KSK, war Kompaniefeldwebel einer Kommandokompanie und ist jetzt der Leiter der Familienbetreuungsstelle. "Wenn es nötig ist, habe ich innerhalb von vier Minuten eine Telefonverbindung zu unseren Soldaten im Einsatz stehen – überall auf der Welt", sagt der Oberstabsfeldwebel nicht ohne Stolz. Denn über eins kann sich die Truppe aus Calw nicht beschweren: die technische Ausstattung. Rusty und die Sozialpädagogin kümmern sich hauptamtlich um alle Soldaten und deren Angehörigen, "wenn sie es wollen", so Rusty. So hilft die Sozialpädagogin wenn es zum Beispiel Probleme mit Kindern gibt oder wenn es zu einer familiären Notlage kommt. Und sie ist dabei schnell, einfühlsam und unbürokratisch.

So besorgt die Sozialpädagogin Tagesmütter, wenn die Mutter von Soldatenkindern krank wird oder sonst wie Unterstützung braucht, und sie hat immer ein offenes Ohr für jeden. "Ich lege keine Akten an und führe keine Statistiken, denn Vertrauen ist bei meiner Arbeit Grundvoraussetzung", sagt die Baden-Württembergerin. Rusty bringt die Aufgaben seines Teams auf den Punkt: "Wir sind das Mädchen für alles! Das kann auch schon mal der Tierarztbesuch mit einem Hamster sein." Pro Jahr finden über 20 Betreuungsmaßnahmen für Familienangehörige statt. Dazu gehören Familienwochenenden, Zoobesuche, Erste-Hilfe-Kurse, Rüstzeiten in Zusammenarbeit mit den Militärseelsorgern und Schwimmbadbesuche. "Der stetige Kontakt ist uns sehr wichtig. So können sich die Familien austauschen und Kontakte knüpfen. Denn untereinander können sie alles bereden, weil alle vom KSK wissen", so Rusty.

Anerkennung vom Kommandeur: Persönliche Worte und Schulterklopfen
Beim Familienfest in der Kaserne wurde in diesem Jahr von 12 Uhr bis Mitternacht gefeiert. Und es wurde ganz normal gefeiert, wie es deutsche Familien tun – mit Grillwürstchen, Bier und Wein. Die Kinder spielten auf dem kaserneneigenen Spielplatz; es gab eine Kletterwand, Tombola und Spiele. Und natürlich – spannend für die Gäste zu sehen – Vorführungen der Kommandosoldaten. Der Kommandeur geht von einem zum anderen, unterhält sich mit den Familien und klopft den Soldaten anerkennend auf die Schultern. Brigadegeneral Feldmann sagt: "Als Kommandeur des KSK braucht man ein großes Herz, man muss begeistern können. Das fällt mir nicht schwer, denn ich habe ganz tolle Menschen an meiner Seite und ich selbst den schönsten Beruf, den diese Republik zu vergeben hat". Und damit das Gefüge des Kommandos sowohl dienstlich als auch privat zusammenhält, ist Feldmann seine Familienbetreuung sehr wichtig: "Wir machen alles möglich, wenn Not am Mann ist. Das sind wir unseren Männern und Frauen schuldig."

Weiterführende Infos über das KSK

Detlef Struckhof

Bild oben:
KSK-Trupp in der Abenddämmerung.

Zweites Bild:
Brigadegeneral Heinz Josef Feldmann,
Kommandeur des KSK.

Drittes Bild:
KSK-Trupp im Einsatz. Vier Soldaten bei
einer Rundumsicherung in der Wüste.

Bild unten:
Sommerfest des KSK in Calw.
(Alle Fotos: Pressestelle des KSK Calw)

Hinweis der Redaktion:
Aus Geheimhaltungsgründen darf nur der Kommandeur des KSK mit Klarnamen genannt werden.

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