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Landesregiment Bayern: Ohne Vorkommando keine Ausbildung

Frühjahrsausbildung beim Landesregiment Bayern: Die Corona-Bedingungen fordern das Vorkommando besonders. Die Ausbildung und auch die Sicherheit der Teilnehmenden hängt von der sorgfältigen Vorarbeit ab.

Leben in der Lage: Die Pandemie forderte das Vorkommando in besonderem Maße. Biertischgarnituren wurden zum Outdoor-Büro für die Einschleusung.

Foto: Felicia Englmann

Das Geschäftszimmer einrichten, die Kaffeemaschine aufbauen, die Papiere für die Einschleusung ausdrucken, Material in Empfang nehmen, die Stuben kontrollieren: Ein Vorkommando sorgt dafür, dass die eigentliche Übung oder Ausbildung reibungslos läuft. Mindestens einige Stunden, oft aber mehrere Tage vor einer solchen Veranstaltung kommen die ersten Soldatinnen und Soldaten in die Kaserne, um alles für die Ankunft der Kameradinnen und Kameraden vorzubereiten. Bei der Frühjahrsausbildung des Landesregiments Bayern in der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth trafen die ersten Reservisten drei Tage vor ihren Kameraden an. Einige kamen direkt vom Amtshilfe-Einsatz im Coburger Klinikum zur Ausbildungswoche. Die acht Soldaten des Vorkommandos hatten als zusätzliche Herausforderung die strengen Hygieneregeln zu beachten und mit den Vorbereitungen auch den sicheren Ablauf der Übung zu gewährleisten.

Fahrzeughalle wurde zum Unterrichtsraum

Die Tische im Speiseraum auseinanderrücken, auf jedem Tisch einen Spender mit Händedesinfektion und Einmalhandtüchern platzieren – das war eine der ersten Aufgaben des Vorkommandos. In der Rother Kaserne üben die fränkischen Kompanien der regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSU) seit Jahren in denselben Gebäuden, doch nun musste deutlich umgestellt werden: Die Fahrzeughalle etwa wurde zum Unterrichtsraum, die Biertischgarnituren wurden zum Outdoor-Büro für die Einschleusung. Vier Durchgänge von jeweils vier Tagen Dauer, 120 Teilnehmende – die Frühjahrsausbildung beim Landesregiment Bayern war umfangreich. Unter strengen Coronaschutz-Bedingungen konnten die Reservistinnen und Reservisten wichtige Fähigkeiten lernen, trainieren und erhalten.

Mehrere hundert Corona-Schnelltests

„Wir machen aus einem leeren Gebäude ein Stabsgebäude“, erklärt Major Christian Rotter, Chef der RSU-Kompanie Mittelfranken und Gesamtleitender der Frühjahrsausbildung. Um die Sicherheit für die Teilnehmenden zu verbessern hat Rotter für die Ausbildungswochen mehrere hundert Corona-Schnelltests besorgt. Er war vom ersten Tag an dabei und leitete auch das Vorkommando, hat in den Vorwochen bereits die Ausbildung geplant. In jeder Übung der Reserve stecken viele Wochen Vorbereitungsarbeit durch Kompaniechefs, Organisations-Feldwebel und Spieße.

Waffen und Munition mussten vom Lkw abgeladen werden. (Foto: Felicia Englmann)

Während zahlreiche Ausbildungen und Übungen für die Reserve aufgrund der aktuellen Corona-Situation abgesagt oder verschoben werden müssen, konnten sie für das Landesregiment Bayern als Pilotprojekt der Reserve dennoch stattfinden. Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer Alpha in der Frühjahrsausbildung war ein wichtiger Baustein für alle teilnehmenden Reservisten. Zudem standen Schießen und einige Unterrichte auf dem Programm. Die Teilnehmenden kamen aus den drei fränkischen RSU-Kompanien sowie aus der Stabs- und Versorgungskompanie und der Unterstützungskompanie des Landesregiments. Für diese Kompanien können sich noch Freiwillige melden, die zum Erfolg des Pilotprojekts beitragen wollen. Interessenten können sich per E-Mail melden.

Weitere Planungen laufen schon

Die Waffen für die Schießausbildung des Landesregiments in Roth etwa kamen aus Wildflecken, der militärischen Heimat des Regiments. Per Lastwagen wurden Gewehre G36 und Pistolen P8 in Holzkisten in die Otto-Lilienthal-Kaserne gebracht und dort wiederum in der Waffenkammer eingelagert – eine Aufgabe für das Vorkommando. Die Munition für die Schießausbildung kam vom Landeskommando Bayern aus München. Auch hier, wie bei den Waffen: Das Vorkommando kontrollierte bei der Lieferung die Vollständigkeit und lagerte sie sachgemäß ein. Zur gleichen Zeit bauten Kameraden vor dem Stabsgebäude ein großes Zeltdach auf – hier fanden auch die Einschleusung und die freiwilligen Corona-Antigen-Schnelltests statt. Bei der Ausbildung gab es keine einzige Corona-Infektion – ein gutes Signal für die folgenden Ausbildungen des Landesregiments. Im Herbst steht das große Jahres-Ausbildungsvorhaben 2021 für das Landesregiment an, das den Abschluss der Pilotprojekts markieren wird.

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