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Die Reserve

Langfristige Ziele für eine einsatzbereite Reserve

2032. Bis dahin soll die Bundeswehr in Gänze einsatzfähig sein - im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung und um Heimatschutz. Das gilt auch für die Reserve. Um den Status quo und um die einzelnen, ganz konkreten Schritte, die zu dieser Vollbefähigung führen sollen, ging es bei der Jahrestagung der Reserve 2020. Die Grundstimmung bei allen Sprechern war dabei die Gleiche: Es gibt viel zu tun. Packen wir es an. Jetzt!

Verbandspräsident Prof. Dr. Patrick Snesburg MdB möchte mit der Bundeswehr möglichst konkrete Abholpunkte definieren.

Foto: Bundeswehr/Kraatz

Ein Blick hinter die Kulissen, hier während des Videogrußworts der Ministerin.

Foto: Bundeswehr/Kraatz

Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Peter Tauber: „Wer sich engagiert, möchte das auch mit Stolz tun."

Foto: Bundeswehr/Kraatz

Generalleutnant Markus Laubenthal zeichnete jüngst die Weisung für die Reservistenarbeit für die Jahre 2020 bis 2022.

Foto: Bundeswehr/Kraatz

Anstelle von 350 Gästen in Berlin gab es für den vorgesehen Teilnehmerkreis eine professionell organisierte Online-Übertragung mit der Möglichkeit, über eine Chatfunktion Fragen zu stellen.

Foto: Bundeswehr/Kraatz

jahrestagungReservistenarbeit

Landes- und Bündnisverteidigung, kurz: LV/BV, ist ohne eine starke Reserve nicht leistbar“, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrer Videobotschaft zur Begrüßung. Grundpfeiler dafür sei eine gute Ausbildung. Als Beispiel dafür nannte sie das Landesregiment Bayern, das jüngst mit Unterstützung des VN-Ausbildungszentrums seine Herbstausbildung absolvierte – wir berichteten. „Hier sehen wir, wie die Ausbildung einer robusten Reserve gelingen kann. Die Reservistinnen und Reservisten wurden professionell durch die aktive Truppe ausgebildet.“

Ministerin kündigt Personalentwicklungskonzept an

Eingeführt werde zudem ein neues Beratungs- und Kommunikationskonzept, das sicherstellt, die Reserve in der aktiven Truppe und in der Bevölkerung sichtbar zu machen. Ebenfalls auf dem Weg sei ein Personalentwicklungskonzept für die Reserve, das bis Ende des Jahres erlassen werden soll. „Ein Novum in der Geschichte der Bundeswehr“, sagte die Bundesministerin. Fest steht aber auch: „Der Dienst in der Reserve muss mit Beruf und Familie zusammenpassen.“ Auch gelte es, den neuen freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz („Dein Jahr für Deutschland“) passgenau zu integrieren.

Um Aufwuchs und Sichtbarkeit geht es auch dem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Peter Tauber. „Vieles wird nicht gehen, wenn wir in der Reserve keinen Aufwuchs generieren“, sagte Tauber, der zugleich auch Hauptmann d.R ist. Und: „Wer sich engagiert, möchte das auch mit Stolz tun. Die aktuell eingesetzten Reservistinnen und Reservisten erleben das gerade bei der Amtshilfe. Die Truppe hat in der Bevölkerung ein viel positiveres Standing als bislang angenommen. Aber: Wenn sich die, die gerade in den Gesundheitsämtern helfen, nicht mit Dienstgrad melden dürfen, dann ist das ein falsches Signal.“ Auch am Telefon müsse eine Sichtbarkeit generiert werden.

Reservisten sollen vernünftig üben können

In Bezug auf die Ausbildung gilt für Tauber auch für die Reserve: Train as you fight. „Es muss sichergestellt sein, dass Reservistinnen und Reservisten vernünftig üben können.“  Positiv bewertete der Parlamentarische Staatssekretär den neuen Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz und die damit verbundene Förderung der Regionalität in der Reservistenarbeit. Landes- und Bündnisverteidigung beschrieb er als „sicherheitspolitische Notwendigkeit“. Die Jüngeren hätten überhaupt kein Bild davon, die Älteren assoziierten dies mit dem Kalten Krieg. „Das entspricht jedoch nicht dem aktuellen Bild.“

Information, Kommunikation, Engagement – und am Ende dafür sorgen, dass die Tatkraft an der richtigen Stelle ankommt. Darum geht es Prof. Dr. Patrick Sensburg MdB, Präsident des Reservistenverbandes. Mehr als 9.000 Reservistinnen und Reservisten hätten bisher bei der Corona-Amtshilfe Dienst in den Streitkräften geleistet. Und bei vielen sei der Wunsch da, sich über Corona hinaus einzubringen. Konkrete Angebote hat der Reservistenverband bereits im Sommer vorgelegt – hier nachlesen. Basierend auf der Strategie der Reserve haben ehren- und hauptamtliche Vertreter des Reservistenverbandes ein Positionspapier erarbeitet und Vertretern des Verteidigungsministeriums und der Bundeswehr übergeben. Schwerpunkt bilden dabei Unterstützungsangebote für die Umsetzung der Grundbeorderung.

Mit der Bundeswehr Abholpunkte definieren

Für uns als Verband stellt sich die Frage: „Wo können wir noch mehr mit anpacken, schulen und weiterbilden? Wo können wir Abholpunkte mit der Bundeswehr definieren und wie geht es dann in der Truppe weiter?“, sagte Sensburg. „Das geht in Richtung Zielvereinbarung. Hier würden wir gerne handfeste Dinge festlegen.“ In der Grundbeorderung und im neuen Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz sieht der Oberstleutnant d.R. eine gute Chance, den personellen Aufwuchs der Reserve anzuschieben: „Wir müssen ein attraktives Angebot machen, damit die jungen Leute die Bundeswehr in ihrem doch wechselhaften zivilen Leben als zuverlässigen Begleiter wahrnehmen.“ Dabei dürfe man aber die lebenserfahrenen Reservistinnen und Reservisten nicht vergessen. „Wir haben einen so großen Schatz an Ressourcen, Wissen und Erfahrungen, den müssen wir in den verschiedenen Rollen einbringen.“

Startschuss für den planungsgemäßen Aufwuchs

Ein weiterer Baustein im großen Ganzen ist die Weisung für die Reservistenarbeit für die Jahre 2020 bis 2022, die Generalleutnant Markus Laubenthal, Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr und Beauftragte für Reservistenangelegenheiten, jüngst unterzeichnet hat. Er bezeichnete das Papier, das die Ziele bis 2022 vorgibt und Zuständigkeiten regelt, als „Startschuss für den planungsgemäßen Aufwuchs“. Perspektivisch bildet die Weisung gemeinsam mit der Strategie der Reserve das Fundament für die im Fähigkeitsprofil der Bundeswehr definierten Zwischenschritte bis 2023, 2027 und 2031.

Bis 2023: Die Strukturen der Reserve zur Sicherstellung des Aufwuchses und Gewährleistung der Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte sind ebenso entwickelt wie die Verfahren zum Aufwuchs in der Krise. Die Aufträge der Reserve sind ausgeplant und die darauf ausgerichtete Ausbildung der Reservistinnen und Reservisten hat begonnen. Die Grundbeorderung ist beginnend ab dem 1. Oktober 2021 eingeführt und gewährleistet eine aufwachsende Anfangsbefähigung. Die stufenweise materielle und infrastrukturelle Hinterlegung der Reserve ist eingeleitet.

Bis 2027: Die Strukturen der Reserve sind eingenommen, Personalumfang und Ausbildungsstand gewährleisten eine umfassende Anfangsbefähigung. Die Verfahren zur Wehrerfassung sind eingeführt, das entsprechende Personal ist verfügbar. Die stufenweise materielle Hinterlegung der Reserve ist Teil der Bundeswehrplanung.

Bis 2031: Die Reserve ist personell im Wesentlichen aufgefüllt. Die Verfahren zum Aufwuchs der Reserve sind etabliert, die Ausbildung und Inübunghaltung zum Erlangen beziehungsweise zum Halten der Einsatzbereitschaft folgt festgelegten Zyklen. Die materielle Ausstattung der Reserve gewährleistet deren Auftragserfüllung, die erforderliche Infrastruktur steht zur Verfügung. Die Ziele und Vorgaben der Strategie der Reserve werden somit schrittweise durch Weisungen für die Reservistenarbeit und im Einklang mit der Entwicklung des Fähigkeitsprofils der Bundeswehr mit Ausrichtung auf das Jahr 2032+ umgesetzt.

Fazit

„Man kann festhalten, Reserve hat einen festen Platz in der Bundeswehr. Die Aufgaben der Reserve der Zukunft müssen in den kommenden Jahren umgesetzt werden“, resümierte Sensburg. Dann fänden Reservistinnen und Reservisten auch ihren Platz. „Wir müssen nicht die alten Strukturen der 1990er Jahre neu aufleben lassen. Aber was sinnvoll war, also Dinge, die funktioniert haben, darf man auch so benennen“, erläuterte Sensburg am Beispiel der „Heimatschutzkompanien“. Was nicht passieren dürfe, das sei ein Kannibalisieren der einzelnen Org-Bereiche, also dass alle um die Reservistinnen und Reservisten konkurrieren. Man müsse vermeiden, dass von vier Seiten an den Reservisten gezogen wird. „Wir haben ein großes Potenzial. Wenn Reservisten merken, dass sie gefördert und gefordert werden, dann kommen sie auch.“

Neu war in diesem Jahr das Format der Jahrestagung. Anstelle von 350 Teilnehmern in Berlin kamen die Gäste diesmal virtuell zusammen. Staatssekretär Dr. Tauber: „Auch bei neuen virtuellen Formaten – am Ende brauchen wir trotzdem jemanden, der an der Kreuzung steht oder der die Stellung hält. Jemanden, der da ist.“

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