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Licht als Hoffnungsträger




Die Afghanistaneinsätze haben in den letzten Jahren immer mehr Soldaten das Leben gekostet. Und oft wurde von Betroffenen Klage geführt, die Menschen in Deutschland zeigten zu wenig Mitgefühl für die, die im Auftrag des Friedens ihr Leben riskierten. Doch es gibt auch andere Berichte, die das sprichwörtliche Licht im Dunkeln entzünden – wie jener vom Friedenslicht, das zum ersten Mal in einer Kaserne entzündet wurde.

Das neue Jahr war noch keine zwei Tage alt, da erreichte die Öffentlichkeit die Nachricht von drei gefallenen Nato-Soldaten in Afghanistan. Sie kamen im Süden des Landes ums Leben. Und das vergangene Jahr 2010 stellte sich insgesamt als das tödlichste für die internationalen Truppen heraus, was die Folgen des Auslandseinsatzes in Afghanistan angeht. Doch auch ohne grauenerregend hohe Zahlen von Attentaten und Toden häuften sich in den vergangenen Monaten Berichte von Soldaten, die traumatisiert aus ihrem Einsatz heimkehren, mit Schreckensschilderungen von explodierenden Menschen und Bildern, die sie nicht mehr loswurden.

Doch wo Schatten ist, ist auch Licht. Und so wurde in der dunkelsten Zeit des Jahres 2010 im Saarland zum ersten Mal ein Friedenslicht zu einer Kaserne getragen. Das Friedenslicht, das alljährlich in Betlehem entzündet wird, und dessen Flamme am dritten Adventswochenende in Wien unter Pfadfindergruppen aus ganz Europa verteilt wird, fand durch die örtlichen Pfad- und Altpfadfinder zu der Saarlouiser Graf-Werder-Kaserne. Dort hielten Bürger, Gemeindemitglieder, Pfadfinder und Soldaten gemeinsam eine kurze Andacht. Und Brigadekommandeur General Eberhard Zorn versprach, die Flamme der Kerze am Leben zu erhalten, bis auch der letzte Soldat der Brigade im Oktober aus dem sechsmonatigen Einsatz lebendig heimkehrte. Mit dem symbolträchtigen Aufstellen des Lichts im Beisein von Bürgern, Pfadfindern, Soldaten und Reservisten wurde von ziviler Seite auf eindringliche Weise Solidarität mit der Bundeswehr demonstriert.

"Es war eine wunderbare Atmosphäre", berichtete Hans Enzinger, Internationaler Sekretär vom Verband deutscher Altpfadfindergilden. Alle seien sehr ergriffen gewesen. Auf die Frage, ob er persönlich in seinem Umfeld den Eindruck hat, dass Soldaten im Einsatz noch immer ein Tabuthema seien, antwortete er: "Keineswegs. Es sind eher Regierung und Kommunen, die es tabuisieren. Die Menschen nehmen am Schicksal der Soldaten teil." Ein Teil von ihnen tut es – wie das Aufstellen des Friedenslichtes von Betlehem in einer Kaserne zeigt.

Im Moment sind insgesamt 4.575 Soldaten in Afghanistan stationiert. 345 von ihnen sind Reservisten.

Eva Jakubowski

Bild 1: Andachtsfeier in der Saarlouiser Graf-Werder-Kaserne
(Foto: Hans Enzinger)

Bild 2: Aufstellen des Lichts am Somalia-Stein,
der im Gedenken daran errichtet wurde,
dass die Brigade 1993 ohne Verluste vom Auslandseinsatz
aus Somalia heimgekommen ist. (Foto: Hans Enzinger)

 
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