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loyal – Titel-Thema Juni 2008




Die Bundeswehr wird ab Juli die Quick Reaction Force (QRF) in Nordafghanistan, eine infanteristische Feuerwehrtruppe, stellen. Der Einsatz bekommt eine neue Note, doch kämpfen müssen die deutschen Soldaten am Hindukusch schon seit Längerem. In Kunduz, wo sie seit vier Jahren in einem Provincial Reconstruction Team (PRT) engagiert sind, werden ihre Wiederaufbaubemühungen immer wieder von Taliban und anderen militanten Kräften gewaltsam torpediert. Seit einigen Monaten rücken Fallschirmjäger den Extremisten zu Leibe.
Wenn die Soldaten den schrillen Pfeifton der 107-Millimeter-Rakete hören, haben sie noch vier Sekunden Zeit, um vor dem Einschlag Deckung zu suchen. Sie flüchten in die besonders gehärteten Stabs- und Unterkunftsgebäude; wer gerade im Feldlager unterwegs ist, springt in einen der Gräben am Straßenrand und wartet, an den Boden gepresst, auf die Detonation des Geschosses. Dann springt er auf und spurtet zum nächstgelegenen Unterstand. Dort steht er dann mitunter bis tief in die Nacht und harrt aus, bis es die Entwarnung gibt.
Fünf Monate, von September bis Januar, gehörte dieses Szenario zum Alltag des deutschen Wiederaufbauteams (PRT) in Kunduz. Die zirka 500 Soldaten waren vor allem nach Einbruch der Dunkelheit einem regelmäßigen Raketenbeschuss durch Taliban und andere Gegner der Bundeswehr ausgesetzt. Kurz vor Weihnachten erreichten die Attacken aus der Ferne ihren Höhepunkt. An einem einzigen Tag flogen zirka 30 Geschosse in Richtung des Hochplateaus, auf dem das deutsche Camp liegt. Die meisten Raketen landeten stets außerhalb des Feldlagers, doch einige trafen auch ins Innere; die Truppenküche zum Beispiel, in der das Einschlagsloch, das die Granate gerissen hat, bis heute zu sehen ist. Während dieser bedrohlichen Zeit hatten die Soldaten ihre Arbeit außerhalb des Forts so gut wie einstellen müssen; die zum Schutz der nur leicht bewaffneten Wiederaufbautrupps hier stationierten Infanteriekräfte waren voll und ganz mit der Jagd auf die Angreifer beschäftigt. Lähmung hatte das PRT ergriffen.

Text: Marco Seliger und Knut Müller (Fotos)
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