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Was ist traditionswürdig? Wer kann Leitfigur sein? Mit diesen Fragen ringt die Bundeswehr – und zeigt sich dabei oft verschämt, verdruckst und unsicher. Doch das müsste sie nicht sein, wie ein Workshop in Koblenz zeigt

Vorbilder gesucht

von Julia Egleder

Dies ist eine merkwürdige Geschichte. Eigentlich sollte es sie gar nicht geben. Genau genommen möchte die Bundeswehr nicht, dass Journalisten über dieses Thema tiefgehend berichten. Denn es ist heikel. Es geht um: Tradition. In anderen Ländern ist dieses Wort positiv besetzt, mit Stolz und Zugehörigkeit verbunden. Verteidigungsministerium und Bundeswehr sehen "Tradition" jedoch eher als Minenfeld, auf dem bei jedem Schritt und jedem Wort eine mediale Bombe hochgehen kann.

Diesen Eindruck bekommt, wer die Einladung zur Workshopserie zur Überarbeitung des Traditionserlasses liest: "Medienvertreter sind für den Hintergrund (Chatham-House-Regel) ohne Bild/Ton an beiden Tagen sowohl zu den Impulsvorträgen als auch zu den anschließenden Arbeitsgruppen eingeladen", heißt es darin. "Nur für den Hintergrund" bedeutet: keine Nennung von Namen. Keine Zitate. Unter solchen Umständen einen Artikel zu schreiben, ist schwierig. Den Diskutanten solle die Möglichkeit gegeben werden, ihre Meinung frei und ohne Angst vor Folgen auszusprechen, erklärt der zuständige Presseoffizier auf Nachfrage.

Das passt nicht zu den Worten, die es dazu einige Monate zuvor gegeben hat. Da hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Workshops zur Überarbeitung des Traditionserlasses angekündigt. Ihr Ministerium sprach von einer möglichst breiten Debatte, an der Vertreter von Wissenschaft, Bundeswehr und, ja, auch der Medien beteiligt sein sollten. Sie alle sollten gemeinsam Antworten finden auf die zentrale Frage: Wer oder was ist traditionsstiftend für die Bundeswehr? […]

Den kompletten Text lesen Sie in der aktuellen Ausgabe unseres sicherheitspolitischen Magazins "loyal". Hier Mitglied werden und die "loyal" elf Mal im Jahr kostenlos erhalten.

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