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Nur die Vereinigten Staaten und Russland exportierten in den zurückliegenden fünf Jahren mehr Rüstungsgüter als Deutschland. Mit den meisten Abnehmern ist die Bundesrepublik in Nato und EU eng verbunden. Einer der lukrativsten Aufträge seit Jahrzehnten könnte nun aber aus Indien kommen.

Die Nr. 3

Von Paul-Anton Krüger

Von einem "neuen qualitativen Schritt in der Ausgestaltung unserer strategischen Partnerschaft" sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel nach den Regierungskonsultationen in Indien Ende Mai. Und niemand machte ein Geheimnis daraus, worum es bei den Gesprächen mit dem indischen Premier Manmohan Singh an prominenter Stelle gegangen war: Indien hat einen der weltweit größten Einzelaufträge für die Rüstungsindustrie ausgeschrieben, die es seit den neunziger Jahren gegeben hat. 126 Kampfflugzeuge will das aufstrebende Land kaufen, um seine Luftwaffe zu modernisieren. Die Bundesregierung hat großes Interesse daran, dass die Inder sich am Ende für den Eurofighter "Typhoon" entscheiden. Auf sieben bis acht Milliarden Euro wird der Auftrag in der Branche geschätzt.

EADS Deutschland hält ein Drittel der Anteile an dem Eurofighter-Konsortium mit Firmensitz vor den Toren Münchens; es beschäftigt 23.000 Menschen. Ohne Exportaufträge dürfte es dem Eurofighter-Konsortium angesichts schrumpfender Verteidigungsbudgets in Europa auf die Dauer schwerfallen, die Produktionskapazitäten auszulasten. Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich überzeugt, "ein gutes Angebot auf den Tisch gelegt" zu haben. So nah wie in Indien war Eurofighter einem zweiten Export-Großauftrag seit der Bestellung von 72 Maschinen durch Saudi-Arabien im Jahr 2007 nicht mehr.

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