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Minister de Maizière verabschiedet sich von Veteranentags-Plänen




In einem Interview mit der "Neuen Presse" aus Hannover sagt Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière: "Ich denke inzwischen mehr daran, dass wir am Nationalfeiertag einen Akzent für die Veteranen setzen und nicht einen eigenen Tag einführen." Damit distanziert sich de Maizière von seinem eigenen Vorschlag von vor zwölf Monaten zur Einführung eines solchen speziellen Tages. Später schlug er konkret den 22. Mai als Veteranentag vor.

Immerhin hat de Maizière Klarheit in die Debatte gebracht, wer in Deutschland als Veteran bezeichnet werden kann – wir berichteten. Demnach ist Veteran, "wer ehrenvoll aus dem aktiven Dienst der Bundeswehr entlassen worden ist und an mindestens einem Einsatz für humanitäre oder friedenserhaltene oder friedensschaffende Maßnahmen teilgenommen hat", so der Minister am 16. Januar in Bad Reichenhall. Der Minister legt seit seinem Amtsantritt Wert auf eine angemessene Anerkennung und Wertschätzung für eine Teilnahme an gefährlichen Auslandseinsätzen. Er weist auch jetzt darauf hin, dass alle Staaten der Welt die ehemaligen Soldaten, die im Einsatz waren, in besonderer Weise ehrten.

(dest)

Neues Brauchtum selber schaffen

Kommentar von Detlef Struckhof

Die Deutschen sind noch nicht soweit, einen speziellen Veteranentag zu akzeptieren. Nach seinem Vorstoß zur Einführung eines solchen Tages am 22. Mai kam es zu keiner von Minister de Maizière gewünschten breiten Diskussion in der Öffentlichkeit. Ausgerechnet die Partei Bündnis 90/Die Grünen ging in dieser Woche der Frage nach, ob eine spezielle Veteranenpolitik notwendig ist, wie sie sich de Maizière wünscht. Darüber berichtet aktuell die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Doch auch in anderen Ländern ist ein spezieller Veteranentag nicht selbstverständlich. Meist denken andere Nationen an Tagen des Kriegsendes nicht nur an ihre Gefallenen, sondern auch an die noch lebenden Kriegsveteranen, die immerhin als Sieger nach Hause kamen. So zum Beispiel am 11. November in den Ländern des Commonwealth, in den USA, in Belgien und Frankreich als Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges. Die Russen tun dies dagegen anlässlich des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai. Beide Kriege haben wir Deutschen verloren und mit hohen Opfern bezahlt. Da ist den meisten Deutschen das Feiern des Kriegsendes und ihrer Weltkriegssoldaten vergangen, obwohl es auch für sie eine Befreiung von einer Gewaltherrschaft war.

In den USA und in Frankreich sind auch an den Nationalfeiertagen Veteranen zu sehen. Sie laufen oft bei Paraden in den Städten mit und werden dort meist beklatscht.

Vielleicht ist das ein gangbarer Weg auch in Deutschland, denn unser Tag der Deutschen Einheit – 45 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs eingeführt – ist wahrlich ein Tag zum Feiern. Die Nachkriegszeit mit den Folgen der Teilung war 1990 endgültig beendet. Seitdem gibt es ein stetig wachsendes, gesundes Nationalbewusstsein und seitdem hat sich die Bundeswehr zu einer Armee im Einsatz mit rückkehrenden Veteranen entwickelt. Doch in unserem Land sehen wir unsere Veteranen dennoch nicht in Uniform auf den Straßen.

Dabei bedarf es eigentlich keines Erlasses eines Ministers, um dies tun zu können. Jeder Reservist – und ein Veteran ist laut de Maizières Definition immer auch Reservist – kann bereits heute am Tag der Deutschen Einheit seine Uniform tragen, wenn er eine allgemeine Uniformtrageerlaubnis besitzt.

Es liegt also an jedem selbst, dazu beizutragen, ein neues Selbstverständnis innerhalb unserer Bevölkerung zu verankern. Der Minister gibt mit seinem aktuellen Interview den Anstoß. So könnten irgendwann die Uniformen an unserem Nationalfeiertag im Straßenbild selbstverständlich sein und die Diskussion erledigt sich durch ein neues, von Reservisten und Veteranen geschaffenes Brauchtum von selbst.

Der Autor ist nach de Maizières Definition Veteran,
da er zwölf Monate in Auslandseinsätzen verbracht hat.
Er ist im Zivilleben der verantwortliche Online-Redakteur
des Reservistenverbandes.

Archivbild oben: Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière
(Zivilkleidung) in Afghanistan zwischen den Einsatzsoldaten.
Sie alle sind – laut seiner Festlegung – nach Ausscheiden aus der Bundeswehr
Veteranen (Foto: Bundeswehr, Jonathan David Chandler, flickr.de).

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