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Minister zu Guttenberg legt „Gorch Fock“ an die Kette




Der Kommandant des deutschen Segelschulschiffs ist von seinem Kommando entbunden worden. Die "Gorch Fock" wird umgehend in ihren Heimathafen nach Kiel zurückbeordert. Dies soll der Aufklärung aller Vorfälle dienen, so das Verteidigungsministerium am Montag.

Nach den heftigen Vorwürfen von Offiziersanwärtern der Marine gegen die Stammbesatzung der Bark handelt Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CSU). Eine Untersuchungskommission ist auf dem Weg nach Ushuaia. In der südlichsten Stadt Argentiniens ankert derzeit die "Gorch Fock". Die Kommission soll am Donnerstag eintreffen. Dann wird ihr Mitglied Kapitän zur See Michael Brühn das Kommando übernehmen und die "Gorch Fock" nach Hause führen, meldete das "ARD-Nachtmagazin". Brühn ist der Vorgänger des nun abgelösten Kommandanten, Kapitän zur See Norbert Schatz.

Am Wochenende gab es von der Opposition Vorwürfe gegen Minister zu Guttenberg. Noch am Freitag sagte er im Bundestag, er wolle keine Vorverurteilung der Stammbesatzung. Am Samstag gab er dann bekannt, er habe die Marineführung "angewiesen, den Kommandanten abzulösen und das Schiff an die Kette zu legen, bis alles aufgeklärt ist". Dies wertet die Opposition nun ihrerseits als Vorverurteilung. Zu Guttenberg sagt: "Ein von seinen Pflichten entbundener Kommandant ist weder gefeuert, noch geschasst oder rausgeworfen. Ich habe angekündigt, aufzuklären, abzustellen und Konsequenzen zu ziehen." Noch befinde sich die Bundeswehr in der Phase der Aufklärung. "Meine personelle Entscheidung vom Wochenende betrifft die Frage, ob der Kommandant während dieser Aufklärung in seiner Position verbleiben kann. Wenn die Anschuldigungen sich als nicht stichhaltig erweisen sollten, wird er seine Karriere wie geplant fortsetzen", so der Minister.

Am Sonntag kündigte zu Guttenberg an, in allen Teilen der Bundeswehr nach Missständen fahnden zu lassen. Dabei spielt auch der bekanntgewordene Fall eines toten Soldaten in Afghanistan eine Rolle. Er soll am 17. Dezember vergangenen Jahres von einem Kameraden bei Waffenspielen erschossen worden sein. Zu dem Zeitpunkt waren Kanzlerin Angela Merkel und zu Guttenberg auf Truppenbesuch am Hindukusch. Es kursieren Gerüchte durch die Medien, dass dieser Vorfall verheimlicht werden sollte und nur aufgrund des Besuchs öffentlich wurde.

Detlef Struckhof

Bild oben: Die Tirpitzmole im Kieler Marinestützpunkt
wartet auf die Rückkehr der "Gorch Fock", dort will
Minister zu Guttenberg sie "an die Kette legen"
(Foto: Detlef Struckhof)

Bild Mitte: Kapitän zur See Norbert Schatz war seit
2006 Kommandant auf der "Gorch Fock".
In seiner Zeit kamen zwei weibliche Offiziersanwärterinnen
an Bord ums Leben (Foto: Deutsche Marine, presseportal.de)

Bild unten: Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu
Guttenberg greift durch – will umgehende
Aufklärung aller Vorwürfe
(Foto: Bundeswehr, Bienert, flickr.de)

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