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Mit Ehrgeiz und neuen Ideen zum Erfolg




Das Raidteam – eine Mannschaft aus Oberfranken – stellte sich der Herausforderung neuer und vermehrt sportspezifischer Aufgaben bei Wettkämpfen: das Ergebnis ist eine junge und aktive Truppe, die mit ihrer Initiative schon viele Siege einheimsen konnte.
Eine zunehmende "Überalterung" in RK-Teams im Raum Oberfranken und immer anspruchsvollere, sportspezifische Herausforderungen bei Wettkämpfen wie Biathlon und Scorelauf, übten starken Leistungsdruck auf die einzelnen Teams aus – das forderte Initiative. Die Wettkämpfer der RK-Teams machten Nägel mit Köpfen und bauten RK übergreifend eine junge Mannschaft auf, um maximalen Erfolg zu haben. Die Geschichte geht zurück in das Jahr 1995, zum Landeswettkampf in Roding, dem Ausgangspunkt für das Raidteam in seiner heutigen Form.
Mittlerweile gibt es in fast allen Bezirken diese speziellen Arbeitsgemeinschaften (RAG) "Wettkampf". Oberfranken machte den Anfang und konnte dabei auf die Unterstützung von aktiver Seite bauen. Das ehemalige VBK 67 und die Kreisgruppe Oberfranken Nord setzten sich dafür ein, dass die Mannschaft ins Leben gerufen werden konnte und bei Wettkämpfen nun auf nationaler sowie internationaler Ebene als Repräsentant der Bezirksgruppe Oberfranken dient.
Gestatten: Reservistenarbeitsgemeinschaft alias Raidteam
Ganz klar, bei dem Team handelt es sich um eine RAG Wettkampf. Doch gerade für Wettkämpfe auf internationaler Ebene wurde ein Titel benötigt, den jeder versteht. Die Wettkämpfer entschieden sich für das einprägsamere "Raidteam Oberfranken". Dabei sollte der Begriff "Raid" nicht missverstanden werden – die Wettkämpfer bedienten sich bei der Namensgebung eines militärischen Fachbegriffes. "Raid" bedeutet übersetzt "ein überraschender, überfallartiger und improvisierter Angriff". Die Bezeichnung bezieht sich auf eine übliche Übung im Einzelkämpferlehrgang der Bundeswehr, die Durchführung eines Handstreiches, und weist außerdem eine Parallele zum "Swiss Raid Commando", dem größten und anspruchsvollsten militärischen Vielseitigkeitswettkampf in Europa auf.
Der Einzelkämpferlehrgang der Bundeswehr besteht aus zwei getrennten Ausbildungsabschnitten: ein vierwöchiger Grundlehrgang (EKL 1) mit dem Übungsziel als Versprengter zu überleben, sich zur Truppe durchzuschlagen und diese auf sich gestellte Gruppe zu führen, und aus einem Leistungslehrgang (EKL 2), bei dem die Soldaten als Führer eines Jagdkommandos ausgebildet werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der richtigen Führung der Soldaten in schwierigen Situationen.
Damit kennt sich das Raidteam aus! Nicht verwunderlich bei den bisherigen Wettkampferfahrungen und -erfolgen: neben nationalen Siegen, wie beispielsweise beim Bundeswettkampf für Reservisten, ist der Triumph bei der internationalen Österreich-Patrouille 2002 als größter Erfolg einzustufen. Noch dazu handelte es sich dabei um eine Premiere, da noch niemals zuvor ein Reservistenteam diesen Wettkampf gewann! Beim Namensvetter, dem "Swiss Raid Commando 2007", belegte die Mannschaft den vierten Platz. Auch in diesem Jahr war das Team schon aktiv und platzierte beim IMM in Mönchengladbach, Lombardia in Italien und Grenadier in Österreich jeweils auf den zweiten Platz.
Voraussetzung für diese Erfolge ist eine optimale Ausbildung des Teams. Mit der Auflösung der Standorte Bayreuth und Ebern fehlten den Wettkämpfern zwar Ausbilder der Bundeswehr und der Zugang zu Waffen und Gerät – auch der Nachwuchs verringerte sich, da aus dem aktiven Dienst ausscheidende Kameraden nicht mehr selbstverständlich dem Team beitraten – doch der "harte Kern" blieb am Ball. Die Ausbildung durch Dritte, wie die Aufklärer in Ebern, die jedes Jahr in den Bereichen Panzererkennung und Fernmeldeausbildung unterstützten, hat zwar abgenommen, stattdessen wird nun auf Eigeninitiative gebaut!
Mit gezieltem Besuch von Lehrgängen in den vergangenen zehn Jahren, um sich dem neuen Aufgabenspektrum der Bundeswehr anzupassen, und der eigenen Praxis als Leitende in der freiwilligen Reservistenarbeit, gelingt es immer wieder, "Neulinge" für das Raidteam zu begeistern und auszubilden. Das Ziel ist, eine besondere Leistungsfähigkeit mit entsprechender körperlicher Fitness zu erwirken, um auch aktiven Teams der Bundeswehr die Stirn bieten zu können. Dafür ist jedem Mitglied ein Aufgabenbereich zugewiesen – schließlich gehören zu einem professionellen Team immer mehr Leute, als nur die Wettkämpfer.
Hinter den Kulissen greift eine wirksame Organisationsgliederung in "Leadership" (verantwortlich für die Führung des Teams), "Operators" (die Wettkämpfer) und das "Support Team" (zur technischen und logistischen Unterstützung). Diese Unterteilung ermöglicht es jedem Mitglied, auch wenn ihm die nötige Fitness als Wettkämpfer fehlt, sich als Spezialist mit seinen persönlichen Vorkenntnissen und Fertigkeiten für den Erfolg des Teams einzubringen. Der Grundgedanke ist, dass der Wettkämpfer im Optimalfall nur für den Wettkampf zuständig sein sollte.
Eine Strategie, die seine positive Wirkung zeigt: die nationalen und internationalen Erfolge des Raidteams Oberfranken der letzten zehn Jahre sind in dieser Bandbreite von anderen bisher unerreicht!

Text: Anna Beutel

Weitere Informationen
Raidteam Oberfranken

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