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Mit Geld nicht zu bezahlen: Ein Familienwochenende




"Einfach mal danke sagen", das hatte Irmengard Röhle, Vizepräsidentin für Betreuung im Reservistenverband im Sinn, als ihr die Idee für das Familienwochenende für verdiente Reservisten und ihre Angehörigen kam. Dem Aufruf in der Januarausgabe der "loyal" und auf reservistenverband.de, besonders engagierte Kameraden für dieses Wochenende vorzuschlagen, waren mehr als 40 Einsendungen gefolgt. Zehn Familien aus neun Bundesländern wurden am Ende ausgewählt.

"Zeit ist heute das wichtigste Gut. Viele Familien müssen an unzähligen Wochenenden im Jahr auf Papa, Mama oder die Großeltern verzichten, weil die sich bei Veranstaltungen für die Bundeswehr und ihre Reserve stark machen. Davon wollten wir nun ein kleines bisschen zurückgeben", erklärt Röhle ihre Aktion. 35 Reservisten, Partner, Kinder und Enkel waren der Einladung nach Steingaden im Allgäu gefolgt und verbrachten dort ein gemeinsames Wochenende.

Sich Zeit nehmen, um genau hinzuschauen
Die Kinder kamen im inmitten von Feldern und Wiesen gelegenen Karl-Eberth-Haus in Steingaden auf ihre Kosten, tobten sich im eigens für sie vorhandenen "Kinderhaus" aus, spielten im Garten und traten im Quiz bei der Walderlebnistour mit Biologin Ute Jahn gegen die "Großen" an. Ob Bäume, Insekten, Kräuter: Wenn man sich nur die Zeit nimmt, entdeckt man unter jedem Stein und überall am Wegesrand kleine Besonderheiten der heimischen Natur.

Intensive Gespräche und ein bisschen Kreativität
Beim Ausflug zum Schloss Neuschwanstein oder zum gemeinsamen Grillen im Biergarten des Hauses nutzten die Erwachsenen die Zeit für Gespräche und tauschten sich dabei auch über ihre Erfahrungen in den Kameradschaften aus. Dabei wurde schnell deutlich, dass längst nicht nur die eingeladenen Reservisten für 'ihr Thema' brennen, einige haben die Partnerin längst angesteckt. Die sind dann als Fördermitglieder dabei. "Wenn die Frauen mit eingebunden sind, läuft es einfach besser", weiß Lutz Diekamp, Vorsitzender der RK Dülmen. Er war mit Frau und den vier Söhnen nach Steingaden gekommen. "Deshalb versuchen wir in Dülmen, Partner und Kinder möglichst oft mit einzubinden." Das sei bei bestimmten Veranstaltungen zwar schwierig, aber dann müsse man sich eben etwas einfallen lassen. Und so wird der nächsten IGF/KLF-Ausbildung der RK ein Familientag für alle vorausgehen.

Jeder kann sich nach seinen Möglichkeiten engagieren
Bei einem Problem, mit dem ehrenamtlich Engagierte im Verband und anderswo zu kämpfen haben, hilft aber auch die größte Kreativität nichts: Die knappe Zeit macht vielen Mitgliedern und ihren Kameradschaften zu schaffen. Das bestätigte auch Karsten Luchs, Vorsitzender der RK 08 Süd aus Berlin: "Es wird immer schwieriger, Familie, Beruf und das Reservistenleben unter einen Hut zu bekommen." Deshalb sei es umso wichtiger, jeden einzubinden, der sich engagieren möchte, bekräftigt Vizepräsidentin Röhle und spielt damit vor allem auf die lebensälteren Kameraden an, die aufgrund der Altersbeschränkung ab dem 65. Lebensjahr nicht mehr an dienstlichen Veranstaltungen teilnehmen dürfen. "Die viele Erfahrung und die Tatkraft der Älteren ist unverzichtbar", weiß Röhle. Wie man die Generation Ü65 auch weiterhin mit einbeziehen und motivieren kann, dafür bringt Thomas Kirscht, Vorsitzender der RK Zeven, viele Beispiele. Ob der für die älteren Kameraden gegründete Kegelverein oder die jährliche Reise zur Jadewoche nach Wilhelmshaven, in  Zeven wird jedem Mitglied etwas geboten.

Im Einsatz, wenn er gebraucht wird
Kirscht und seine Familie fehlen auf dem Gruppenbild, das zur Erinnerung am Morgen vor der Abreise geschossen wurde: Sie reisten bereits in der Nacht zum Sonntag ab. Wie sie am Vorabend erfahren hatten, setzte ein schweres Unwetter am Samstagnachmittag den gesamten Straßenzug zu Hause in Zeven in Niedersachsen unter Wasser. Kirscht, der neben seinem RK-Vorsitz auch noch im Bund Deutscher Veteranen und im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge aktiv ist, zögerte nicht und packte die Koffer. So ist sie eben, die Reserve. Und dafür sollte hin und wieder Danke gesagt werden, so wie mit diesem Familienwochenende.


Nadja Klöpping

Bild oben: Biologin Ute Jahn brachte den Kindern bei der
Walderlebniswanderung spielend Neues über die heimische Natur bei.
Beim Quiz "Groß gegen klein", zeigten die Kinder, dass Sie den
Erwachsenen in nichts nachstehen (Foto: Nadja Klöpping).

2. Bild: Genau hinschauen! Vizepräsidentin für Betreuung
Irmengard Röhle schlug sich beim Quiz zur Walderlebniswanderung
auf die Seite der Kleinen. Die Aufgabe: Wer findet innerhalb von
10 Minuten die meisten unterschiedlichen Tierarten?
(Foto: Nadja Klöpping).

3. Bild: Zeit für Gespräche und Austausch. Beim Grillen im
Biergarten des Karl-Eberth-Hauses in Steingaden hatten
die Reservisten und ihre Familien Zeit zum Auftanken
(Foto: Nadja Klöpping).

4. Bild: Karsten Luchs (Stabsfeldwebel d.R), Georg Schwendemann
(Stabsfeldwebel d.R.), Lutz Diekamp (Hauptgefreiter d.R.), Florian Heinzl
(Hauptfeldwebel d.R.), Marcel Kotowski (Feldwebel d.R.),
Ralf Waldspänninger (Oberstabsgefreiter d.R.) und Thorsten Trägler
(Stabsunteroffizier d.R.) waren auf Einladung der Vizepräsidentin für
Betreuung Irmengard Röhle (6. von links) mit Kind und Kegel
nach Steingaden gekommen und verbrachten ein gemeinsames
Sommerwochenende im Allgäu. Die Familie von Thomas Kirscht (Schütze d.R.)
fehlt auf dem Erinnerungsfoto: Sie wurden zu Hause
gebraucht und mussten früher abreisen (Foto: Nadja Klöpping).

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