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Mit dem ersten internationalen Militär Tattoo im Düsseldorfer ISS-Dome hat die Bundeswehr Maßstäbe gesetzt. Das Organisationsteam um Produzent Stabshauptmann Thomas Ernst verspricht bei der zweiten Auflage eine noch größere Show. Warum die Premiere so erfolgreich war, zeigt ein Blick in die Teilnehmerbroschüre für alle Mitwirkenden.

"Wie aus d’er Lameng", sagen die Düsseldorfer, wenn eine Sache schnell von der Hand geht. Das Musikfest der Bundeswehr passt in diese Kategorie. Die Bundeswehr hat dieses Großereignis im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Ärmel geschüttelt. Dabei hat sie ziemlich gut und mit viel Aufwand geschüttelt. Wie gut, macht der Begriff "aus d’er Lameng" deutlich. Er taucht in deutscher und englischer Sprache in der Teilnehmerbroschüre zum Musikfest der Bundeswehr auf. Aus dieser konnten die  Formationen aus den Niederlanden, Frankreich, Schottland, der Schweiz, Tschechien und Norwegen weitere wichtige Informationen entnehmen, zum Beispiel was die Redewendung "für lau" bedeutet. Das Organisationsteam um Stabshauptmann Thomas Ernst hat bei der Premiere im vergangenen Jahr an alles gedacht. Der Produzent und fünf weitere Kameraden aus dem Zentrum Militärmusik der Bundeswehr arbeiten intensiv am Musikfest 2018.

Das internationale Tattoo soll am 22. September wieder im ISS-Dome Düsseldorf stattfinden. Das Wort Tattoo bedeutet Zapfenstreich. Es setzt sich aus den niederländischen Worten "tap" und "toe" zusammen. Das international bekannteste Tattoo ist das Royal Edinburgh Military Tattoo, zugleich ein Vorbild und Maßstab für den Militärmusikdienst der Bundeswehr. "Wir haben die Produzenten der größten und erfolgreichsten Tattoos vor Ort gehabt und waren mit ihrer Unterstützung und Erfahrung gleich beim ersten 'Aufschlag' ziemlich erfolgreich. Es ist für uns eine große Ehre, dass alle Formationen, die wir eingeladen haben, auch zugesagt haben", sagt Oberst Christoph Lieder, Leiter des Zentrums  Militärmusik der Bundeswehr und Gesamtverantwortlicher dieser Großveranstaltung. An dem Erfolg hat das ganze Team gut zwei Jahre gearbeitet. Wie akribisch, das dokumentiert die Teilnehmerbroschüre. Sie enthält detaillierte Angaben zu jeder Szene. Es ist detailliert aufgezeichnet, wie die einzelnen Formationen einmarschieren und wo sie sich positionieren. Hinzu kommen Regieanweisungen wie "Beleuchtung auf einmarschierendes Musikkorps" oder "Das Wachbataillon schwenkt hinter dem Musikkorps nach rechts". Moderator Johannes B. Kerner staunt in der WDR-Dokumentation zum Musikfest "Menschen, Märsche und Musik": "Das ist sehr präzise."

Für kleine Notfälle informiert
Die Gastformationen entnehmen dem Heftchen Adressen zu den nächst gelegenen Supermärkten, Änderungsschneidereien, falls an der Uniform etwas zu richten ist und Instrumentenbauern, falls ein Instrument repariert werden muss. Notfallnummern für dringende Anliegen, die Adresse eines Krankenhauses, eine Taxi-Rufnummer und die Nummern für den Rettungsdienst und Polizei sind abgedruckt. Sogar eine Musikfest-Etikette gibt es für alle Mitwirkenden, die Pünktlichkeit anmahnt und während der Proben und der Auftritte ein absolutes Alkoholverbot vorschreibt. Das Organisationsteam hat bei der Premiere nichts dem Zufall überlassen. Disziplin ist sehr wichtig, um 700 Musiker und Mitwirkende auf den Punkt zu einer Einheit von Gleichschritt, Klang und Show zu bekommen.

Das Fünfer-Team
Für die zweite Auflage des Musikfestes arbeitet Oberstleutnant a.D. Heinz-Joachim Timmer an einer neuen Teilnehmerbroschüre. Der Projektoffizier steuert und koordiniert zudem sämtliche Organisations- und Vorbereitungsmaßnahmen, vom Auftrag an die Werbeagentur bis zur Unterbringung der Teilnehmer in Hotels. Unterstützung erhält er durch Oberst a.D. Joachim Sanden. Der Vorsitzende der Landesgruppe Rheinland-Pfalz des Reservistenverbandes der Bundeswehr  leistet ebenso wie Oberstleutnant Timmer eine Reservistendienstleistung beim Militärmusikdienst der Bundeswehr und kümmert sich unter anderem um die Einladung von prominenten Gästen. Ergänzt wird das Team durch Hauptmann a.D. Bernhard Mathis. Zusammen mit zwei Mannschaftssoldaten sind sie das Fünfer-Team, unterstützt durch Stammpersonal des Zentrums Militärmusik, das mit "Architekt" Thomas Ernst das zweite Musikfest auf feste Füße stellt.

Die tragenden Säulen des Musikfestes
"Wir haben uns sehr lange Gedanken gemacht, wie wir das Gerüst des Hauses bauen", sagt Ernst. Die tragenden Säulen des Musikfestes seien ein professionelles Bühnenbild, der Zugriff auf die besten Repräsentationsorchester anderer Länder, eine Dramaturgie mit einem roten Faden, ein prominenter Moderator und ein begeisterungsfähiges Publikum. Für das Bühnenbild zeigt sich Designer Matthias Lässig verantwortlich. Der Chemnitzer hat bereits für zahlreiche Fernsehproduktionen und Musikshows Bühnenbilder entworfen. Für das Musikfest schuf er eine Kulisse, die die Düsseldorfer Altstadt mit Rheinbrücke zeigt. Acht Kameras, geführt unter der Regie von Andreas Heller setzen die Auftritte der Formationen in Szene. Videosequenzen erscheinen auf einer 15 Meter breiten LED-Leinwand. Von mehr als 46 Kanälen wird der Ton der Orchester eingefangen und professionell gemischt. Eine Herausforderung im ISS-Dome, der nicht über die akustischen Eigenschaften eines Konzertsaals verfügt. Wenn die Fans in der Eishockey-Arena jubeln und  Gesänge anstimmen, ist mancher Fangesang von einigen Plätzen mitunter nur schwer zu vernehmen. Beim Musikfest sollen die Zuschauer von jedem Platz jeden Ton und unterschiedliche Nuancen im Spiel perfekt hören können. Für ein einheitliches Klangbild leisten die Toningenieure ganze Arbeit. Zusammen mit den Experten an den Lichtreglern sorgen sie für einen Einklang von Bühnenbild, Tonqualität und Showinhalt.

Brücken bauen mit Musik
Die besten Showeffekte verpuffen, wenn inhaltlich kein roter Faden erkennbar ist. Das weiß niemand besser als Thomas Ernst. Deshalb hat der ehemalige Tour-Manager der Big Band der Bundeswehr eine Story (Handlung) entwickelt. In wenigen Worten zusammengefasst geht diese so: Brücken bauen mit Musik. Musik ist friedlich, überwindet Grenzen und bringt Menschen zusammen, nicht nur Musiker aus unterschiedlichen Nationen. In der Gesellschaft stehen einige Menschen der Bundeswehr mit einer gewissen Distanz gegenüber. Das Musikfest ist ein symbolischer Brückenschlag vom Bürger in Uniform zur Gesellschaft. Uniformierte mit Instrumenten "bewaffnet", die zusammen mit 700 Musikern aus sechs europäischen Ländern zusammen auftreten, sollen hierfür eine wunderbare Bestätigung sein.   

John Miles kommt als Stargast
Für die zweite Auflage sprudelt der Produzent voller Ideen. Eine davon beinhaltet einen Buzzer (Signaltongeber) wie man ihn aus Quizshows im Fernsehen kennt. Welche Rolle das Gerät spielen wird, wird noch nicht verraten. Nur so viel: Beim zweiten Musikfest wird es neue Gastformationen geben. Mit dabei sein werden die Gardemusik Wien, Band und Chor der US Army Europe, das Musikkorps der französischen Marine, das Repräsentationsorchester der Ungarischen Streitkräfte und  Pipes and Drums aus Schottland. Als erster Gast aus Asien wird das Repräsentationsorchester der Japanischen Luftwaffe auftreten. Zudem dürfen sich die Zuschauer auf das Deutsche Fernsehballett und Stargast John Miles (Music) freuen. "Wir wollen das Niveau  nicht nur halten, sondern nach Möglichkeit noch steigern. Ich bin mir sicher, dass das  gelingen wird", sagt Oberst Christoph Lieder.
 
Tickets für das Musikfest der Bundeswehr am 22. September 2018 gibt es unter www.westticket.de oder telefonisch unter 0211 274000. Weitere Informationen zum Musikfest der Bundeswehr 2018 und Hintergründe zur Premiere im vergangenen jahr lesen Sie unter www.musikfestbw.de.

Text: Benjamin Vorhölter

Bild oben: Das erste internationale Militär Tattoo
in Düsseldorf 2017. (Foto: Pierre Johne)

Zweites Bild: Spielmannszug Berlin
beim Musikfest der Bundeswehr 2017.
(Foto: Pierre Johne)

Drittes Bild: Highland Dancers
beim Musikfest der Bundeswehr 2017.
(Foto: Bundeswehr/ Kempe)

Bild unten: Werbeplakat des diesjährigen
Musikfestes des Bundeswehr mit
Moderator Johannes B. Kerner.

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