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Mit Kameradenhilfe gegen Einsatzbelastung




Erstmals sind Landesbeauftragte des Reservistenverbandes für einsatzgeschädigte Soldaten und Reservisten in München zusammengekommen, um zu erfahren, wie sie einsatzbelasteten Kameradinnen und Kameraden helfen können. Vizepräsidentin Betreuung Irmengard Röhle bezeichnete das Seminar als den "Startschuss für die Psycho-Soziale Kameradenhilfe des Reservistenverbandes". Röhle hat die "Helfenden Gespräche" als einen wichtigen Baustein für eine bessere Betreuung Einsatzgeschädigter initiiert.

Ein wichtiges Mittel der Psycho-Sozialen Kameradenhilfe sind Gespräche. In einem einfühlsamen, "helfenden Gespräch" können Kameraden herausfinden, wie einem einsatzbelasteten Reservisten und seinen Angehörigen geholfen werden kann. "Diese Gespräche sind nicht professionell oder therapeutisch", sagt Professor Wolfgang Mack von der Bundeswehr-Universität München. "Sie sind eine psychologische Erste Hilfe. Es kann aber schon hilfreich sein, einen Betroffenen zu ermutigen, sich professionelle Hilfe zu suchen", ergänzt er. Mack ist auch der Leiter der Arbeitsgruppe PTBS und Familienbetreuung des Reservistenverbandes.

Zeit schenken
Ein Vorteil der "Helfenden Gespräche" ist Zeit. Psychotherapeuten sind immer an Zeitvorgaben gebunden. "Laien hingegen können ihren Kameraden mehr Zeit und Aufmerksamkeit schenken", betont Mack. Auch Mitgefühl ist wichtig, denn: "Keiner ist davor gefeit, Betroffener zu werden", sagt Dr. med. Karl-Heinz Biesold. Der Experte auf dem Gebiet Psychotherapie und Psychotraumatologie ergänzt in seinem Vortrag: "Wir müssen einsatzbedingte Leiden entstigmatisieren. Darin liegt Ihre Aufgabe."

Aus dem Leben herauskatapultiert
Die Beauftragten für Psycho-Soziale Kameradenhilfe können auch zusätzlich unterstützen. Sie verfügen über Informationen und Kontakte darüber, wo betroffene Soldaten Hilfe bekommen. Und das ist wichtig. Denn: "Trauma macht einsam", sagt Mack. Die Betroffenen haben eine extreme Stresssituation hinter sich: "Anschlag, Verwundung oder Tod eines Kameraden können sie aus der Welt die sie kennen schlagartig herauskatapultieren. Zurück bleiben nicht immer nur sichtbare Verletzungen, sondern eine unsichtbare seelische Verwundung."

Mitgliederpotential nutzen
Vizepräsidentin Röhle ist stolz auf die bisher geleistete Arbeit des Gremiums. Mit den neu aufgestellten Landesbeauftragten und Seminaren wie "Helfende Gespräche" nehme die Betreuung einsatzbelasteter Soldaten und ihrer Angehöriger Fahrt auf. Röhle: "Der Reservistenverband kann keine Therapien oder finanzielle Hilfe anbieten. Aber wir können unser Mitgliederpotential überall in Deutschland nutzen, um über Traumfolgestörungen von Einsätzen aufzuklären. Außerdem können wir weitergehende Hilfe vermitteln. Das ist der Kern unserer Psycho-Sozialen Kameradenhilfe."

Arbeit geht weiter
Bereits seit Dezember 2010 gibt es beim Reservistenverband die Arbeitsgruppe für PTBS und Familienbetreuung. Sie wurde im Auftrag des Präsidiums des Verbandes gegründet. Mit diesem Gremium kommt der Verband seinem Auftrag nach, alle Reservistinnen und Reservisten zu betreuen, auch im Falle einer einsatzbedingten psychischen Belastung. Der Arbeitskreis trifft sich regelmäßig um die Betreuung der Betroffenen zu verbessern. Nächster Arbeitstermin ist für das Frühjahr 2014 angesetzt.

(ank)
 
Bild 1: Symbolbild und PTBS-Logo des Reservistenverbandes.

Bild 2: Dr. med. Karl-Heinz Biesold, ehemals leitender Arzt der
Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychotraumatologie
am Bundeswehr-Krankenhaus in Hamburg. Er war Referent beim
Seminar "Helfende Gespräche" (Foto: Andelka Krizanovic).

Bild 3: Prof. Wolfgang Mack, Professor für Allgemeine Psychologie
an der Bundeswehr-Universität in München. Prof. Mack ist der
Leiter des Arbeitskreises "PTBS und Familienbetreuung"
(Foto: Andelka Krizanovic).

Bild 4: Vizepräsidentin Irmengard Röhle (fünfte von rechts)
mit allen Referenten und Teilnehmern des Seminars
"Helfende Gespräche" (Foto: Andelka Krizanovic).

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