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Nach 265 Kilometern: Glücklich über Solidaritäts-Mission




Zu Fuß entlang des bayerischen Jakobswegs in nur zehn Tagen. Und alles, um die Bevölkerung auf die deutschen Soldaten im Auslandseinsatz aufmerksam zu machen. Irmengard Röhle hat das im August auf sich genommen, "weil es mir ein Herzensanliegen war. Wir sollten diejenigen in Ehren halten, die im Kampf gegen Terror und Gewalt fallen und jene, die ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen für die Gemeinschaft der Deutschen und für eine bessere und sichere Welt", sagt sie nach 265 Kilometern zu ihrer Motivation.



Nachts Idee gehabt
Auf den zehn Teilstrecken zwischen München und Lindau sprach Röhle mit Bürgerinnen, Bürgern, Politikern und Soldaten. "Dabei habe ich einige Highlights erlebt. Zum Beispiel eine Frau, die nach unserem Gespräch sofort zu ihrem Mann wollte, um mit ihm über die Einsätze der Soldaten zu sprechen. Oder eine Frau, die ich mit ihrem Hund an der Isar traf. Sie begleitete mich spontan einige Kilometer. Das war eine sehr interessante Erfahrung für mich."

Insgesamt ist Irmengard Röhle glücklich über ihre abgeschlossene Mission, "so wie es gelaufen ist", sagt sie. Dabei habe sie vor Beginn ihres Gewaltmarsches nicht gewusst, wo sie die Kraft hernehmen solle. "Ich wusste nur, dass ich etwas tun wollte für unsere Männer und Frauen in Afghanistan, auf dem Balkan, am Horn von Afrika und überall sonst auf der Welt." Eines Nachts habe sie die Idee gehabt, die Erwanderung des Jakobswegs mit der Werbung für den Einsatz der Soldaten zu verbinden. Und so organisierte die Büroangestellte aus Lauben ihre Tour. Sie nahm Kontakt zu Bürgermeistern, zur Bundeswehr und zu Klöstern für Übernachtungen auf. Sie informierte die regionale Presse und den Reservistenverband. Dort ist sie seit 2006 Mitglied – engagiert sich als Frauenbeauftragte der Landesgruppe Bayern. Ihr sind die Soldaten und Reservisten dabei ans Herz gewachsen.

Medien berichteten – Linke Gruppen riefen zu Störungen auf
Es war der 50-Jährigen eine Freude mit jungen Soldatinnen und Soldaten aus verschiedenen Standorten entlang ihrer Route gemeinsam über Berg und Tal zu wandern. Sie immer vorne weg – durch Wind und Wetter. "Außer Schnee hatten wir in diesem August alles", lacht sie rückblickend. An ihrer Wanderkleidung prangte die gelbe Schleife der Solidarität als sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit den Soldaten im Auslandseinsatz. An ihrem Rucksack ein Plakat mit ihrer Nachricht an alle: Marsch der Verbundenheit! So hat sie selbst ihre Aktion genannt und damit erntete Röhle Lob und Anerkennung. Die Medien haben über ihre Aktion äußerst positiv berichtet, sie begleitet.

Gar linke Aktivisten haben von ihrer Mission Kenntnis genommen. "Übergriffe gab es jedoch nicht", so Röhle. Und Angst habe sie vor den Linken auch nicht gehabt. "Ich hatte lachen müssen, als ich die Attacken und Aufrufe zur Störung im Internet gelesen habe. Natürlich informierte ich die Polizei. Die Beamten haben mir jedoch treffend gesagt, dass diese Gruppen meist nur verbal aktiv sind." Einmal saß ein Aktivist am Wegesrand und hatte ein Schild dabei. Darauf stand: Afghanistan ist euer Verderben! "Er war als einziger da und deshalb vielleicht so friedlich. In meiner Begleitung mehrere Soldaten in Flecktarn-Uniform. Das beeindruckte ihn vielleicht. Als er dann auch noch fotografiert werden sollte, nahm er Reißaus."

Für Marsch zwei Wochen Urlaub genommen
So manchen Kilometer war Röhle alleine unterwegs. "Das war sehr wichtig für mich. Da konnte ich über mein Tun und die Soldaten im Ausland nachdenken und vor allem schwerpunktmäßig mit der Bevölkerung in Kontakt treten."

Für ihr persönliches Projekt hat Irmengard Röhle zwei Wochen Urlaub genommen. Das allein schon war für sie eine Besonderheit. "Denn eigentlich bekomme ich immer nur eine Woche Urlaub am Stück. Das musste ich mir erkämpfen", erzählt sie am Telefon – wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Der Alltag hat sie wieder. Ihre Aktion will Röhle bei Gelegenheit wiederholen – "weil so etwas wichtig ist".

Zu einem Fernsehbeitrag des regionalen Fernsehsenders TVA Ostbayern aus Regensburg.

Detlef Struckhof

Bild oben und 2. Bild von oben:
Gemeinsam mit Soldaten unterwegs.
Irmengard Röhle geht voran.

3. Bild: Irmengard Röhle überreicht gelbe Schleifen
der Solidarität, eine an den 2. Bürgermeister
von Kempten, Josef Mayr (Mitte).

Bild unten: In Gedanken für sich bei den Soldaten.
Irmengard Röhle geht ihren Weg.

Alle Fotos: Luftlande-Lufttransportschule
Altenstadt / Wagner.

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