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Nach Anschlag: Weiterer Zwischenfall beim Bergen der Fahrzeuge




Nach dem Tod eines deutschen Soldaten in Afghanistan am Mittwochmorgen hat das Bundesministerium der Verteidigung erste Details veröffentlicht. Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden bei einer Patrouille ein Transportpanzer "Fuchs", ein "Dingo" und ein Spähpanzer "Fennek" mit zwei improvisierten Sprengsätzen angegriffen. Ein deutscher Soldat starb, ein weiterer wurde leicht verletzt (wir berichteten). Auch beim Bergen der Fahrzeuge kam es zu einem Zwischenfall.

Bei dem Gefallenen handelt es sich um einen 33 Jahre alten Hauptmann der Division Spezielle Operationen (DSO). Die Angehörigen des Soldaten wurden informiert. Der bei dem Anschlag leicht verletzte Deutsche befindet sich im Rettungszentrum Kundus. Er konnte seine Familie selbst von dem Vorfall in Kenntnis setzen. Auch ein ziviler afghanischer Übersetzer wurde bei dem Anschlag verletzt und wird im deutschen Lager versorgt.

Beim Marsch der Bergungs- und Sicherheitskräfte zum Anschlagsort, rund 14 Kilometer nordwestlich von Kundus, kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Ein sich der Kolonne schnell näherndes Fahrzeug konnte nur durch die Abgabe von Warnschüssen auf Abstand gehalten werden. Die Fahrzeuge wurden dadurch bislang noch nicht geborgen.

Verstärke Aktivitäten der Taliban in der Region registriert
Die Patrouille fand im Rahmen der Operation "Aghas-e Bahar" statt, bei der unter anderem die Bewegungsfreiheit der afghanischen Sicherheitskräfte sowie die der Isaf im Distrikt Char Darah erhöht werden soll. Wie die "Welt" berichtet, hatten bis zum Herbst des vergangenen Jahres die Taliban weite Teile dieser Region unter Kontrolle. Zwar drängte deutsche, amerikanische und afghanische Sicherheitskräfte die Aufständischen zurück, doch vor dem Anschlag hatte Gouverneur Hadschi Abdul Momen vermehrt Bewegungen der Taliban registriert. Auch Isaf-Oberbefehlshaber David Petraeus äußerte jüngst die Befürchtung, dass es zu schweren Gefechten kommen kann. Anfang Mai hatten die Taliban eine Großoffensive angekündigt.

Der DSO-Hauptmann ist der 49. gefallene Deutsche seit Beginn des Isaf-Einsatzes und für Verteidigungsminister Thomas de Maizière die erste Todesnachricht aus einem Einsatzgebiet. "Dieser Anschlag berührt uns alle. Er trifft uns alle ins Herz. Die Bundeswehr trauert um einen guten Kameraden", sagte der Minister. Zudem sprach er den Angehörigen des Toten sein Mitgefühl aus. "Dieser feige und anonyme Sprengstoffanschlag hat einen jungen Mann aus dem Leben gerissen." Das zeige aber auch, dass es trotz guter Ausrüstung und Ausbildung keinen hundertprozentigen Schutz gebe.

Aufgaben der Division Spezielle Operationen
Der DSO sind vier Aufgaben zugewiesen: Die Evakuierung deutscher Staatsbürger und Schutzbefohlener, der Kampf gegen "irreguläre Kräfte", wie etwa die Taliban, das Einnehmen und Überwachen wichtiger Infrastruktur im Zusammenhang mit der Deckung eigener Kräfte sowie Aufklärung und Feuerleitung in der Tiefe des gegnerischen Raumes. Untergliederungen der DSO sind das Kommando Spezialkräfte sowie die Luftlandebrigaden 26 und 31.

Weitere informationen über die Division Spezielle Operationen

Sören Peters

Bild oben:
Drei Führungs- und Funktionsfahrzeuge des Typs "Dingo"
und zwei Transportpanzer "Fuchs" in Kolonne.
(Foto: Bundeswehr/Bienert/flickr.com)

Bild Mitte:
Links: Verteidigungsminister Thomas de Maizière informiert
die Presse über den Anschlag auf deutsche Soldaten in Afghanistan.
Rechts: Isaf-Oberbefehlshaber David Petraeus.
(Foto: Bundeswehr/Bienert/flickr.com; Isaf Media)

Bild unten:
Geheim, überraschend, schnell:
Militärische Evakuierungsoperationen aus Krisengebieten
gehören zum Auftrag der Division Spezielle Operationen –
hier bei einer Übung.
(Foto: Bundeswehr/Stollberg/flickr.com)

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