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Neue Konstante im Katastrophenschutz




Reservist berät Kölner Hochwasserschutzzentrale
Bisher hatte der Krisenstab der Stadt Köln fast bei jedem Hochwasser einen anderen Bundeswehr-Ansprechpartner. Der Katastrophenschutz oblag bis zur Umstrukturierung innerhalb der Bundeswehr aktiven Soldaten. Verantwortlich war entweder der Standortälteste oder das zuständige Verteidigungsbezirkskommando. Nachteil dieser bisherigen Regelung: Während die Personalfluktuation bei den zivilen Katastrophenschutzbehörden und -einrichtungen gering war, rotierten Berufsoffiziere nach zwei bis drei Jahren, weil ihnen von der Bundeswehr andere Aufgaben übertragen wurden. "Für uns ist die neue Regelung ein großer Vorteil", sagt Reinhard Vogt, Leiter der Kölner Hochwasserschutzzentrale, "in Katastrophen ist es nicht zu unterschätzen, wenn sich alle kennen und jeder im Team um die Stärken und Schwächen des einzelnen weiß."
Der neue feste Ansprechpartner im Kölner Krisenstab ist seit Januar 2007 Detlev Schad. Der 52-jährige Reservist ist Oberstleutnant der Reserve und seit 1999 selbstständiger Unternehmensberater in Brühl. Am 27. November 2007 werden ihm und seinen elf Kameraden des KVK die Ernennungsurkunden überreicht. Dann stehen die zwölf Reservisten formal jederzeit für die Amts- und Katastrophenhilfe in Köln zur Verfügung. "Ich habe meinen Truppenausweis ständig am Mann. Er ist mit den Buchstaben ZMZ unter dem Bundesadler gekennzeichnet. Meine Waffentrageerlaubnis wurde entwertet. Für meine Männer stehen mir bereits gesiegelte Blanko-Einberufungsbescheide zur Verfügung", sagt Schad. So könne er die KVK-Angehörigen bei Bedarf einziehen ohne Fristen und Formalitäten einhalten zu müssen. Denn dafür ist im Katastrophenfall keine Zeit.
Zivil-Militärische Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Schad ist seit Januar 2007 immer wieder als BeaBwZMZ im Einsatz. Ihm obliegt in der laufenden Aufbauarbeit der Kontakt zu den Hilfsorganisationen und zur Stadt. "Bis zu 40 Stunden im Monat kommen da schnell zusammen", sagt er. Als pauschale Entschädigung erhält er dafür 80 Euro monatlich. Damit sollen vor allem die Auslagen für Telefon, Fahrten mit dem privaten Kraftfahrzeug und Kosten für Büromaterial abgegolten werden. Eine Verdienstausfallentschädigung gibt es nicht. Damit ist der BeaBwZMZ faktisch im Ehrenamt tätig – so wie die meisten Helfer im Katastrophenschutz von THW, Deutschem Roten Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Freiwilliger Feuerwehr und anderen Organisationen. "Deshalb werde ich als Gleicher unter Gleichen angesehen. Wir sprechen auf Augenhöhe miteinander", sagt Schad.
Reservisten sind ortskundig
Vogt ist dies sehr recht. Er sagt: "Berufsoffiziere der Bundeswehr neigen gelegentlich dazu, im Katastrophenfall das Kommando übernehmen zu wollen. Katastrophenschutz ist jedoch Ländersache. Ab einem Pegelstand von 10,70 Meter übernimmt die Kölner Berufsfeuerwehr die Leitung der Hochwasserschutzzentrale – dann muss sogar ich meinen Posten räumen. Die ehrenamtliche Einbindung von Reservisten, die zudem im Gebiet des KVK wohnen und deshalb ortskundig sind, ist die richtige Entscheidung für eine noch bessere Zusammenarbeit im Katastrophenfall gewesen."
Besondere Fähigkeiten der Bundeswehr
Und wie kann die Bundeswehr im Katastrophenfall unterstützen? "Mit Fähigkeiten, die nur die Bundeswehr anzubieten hat. Dazu gehören vor allem viele helfende Hände, Unterkunfts- und Transportkapazitäten, ABC-Schutz-Fähigkeiten und Sanitätskomponenten", sagt Schad.
Langfristige Zusammenarbeit
Noch bis zum 60. Lebensjahr kann Detlev Schad sein neues Amt ausführen. Das sind fast acht Jahre. Qualifiziert für seine Funktion als BeaBwZMZ hat er sich durch seine militärischen Vorverwendungen – zuletzt als Kommandeur des jetzt aufgelösten Heimatschutzbataillons 751 in Chemnitz. "Ich wurde gefragt, ob ich das machen möchte. Und als ehemaliger Zeitsoldat fühle ich mich mit der Bundeswehr verbunden. Da wollte ich nicht nein sagen."
Weitere Informationen
Streitkräftebasis

Text: Detlef Struckhof, Presse- und Informationszentrum der Streitkräftebasis

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