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Neue Ära eingeleitet: Bundeswehr stellt erste RSU-Kompanie in Dienst




"Reservisten stillgestanden! Erste Regionale Sicherungs- und Unterstützungs-Kompanie Bremen rührt Euch!" Mit diesen Worten stellte der Kommandeur des Landeskommandos Bremen, Oberst Dietmar Werstler, am Freitag die erste RSU-Kompanie der Bundeswehr offiziell in Dienst. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière sagte: "Die Reserve ist nun mehr als nur ein Partner der Bundeswehr – sie ist jetzt ein Teil der Bundeswehr."

Während vor der Bremer Scharnhorst-Kaserne drei Demonstranten lautstark "Bundeswehr raus aus Afghanistan!" riefen, sprach Minister Thoams de Maizière zu rund 1.000 Menschen über die Neuausrichtung der Bundeswehr und die notwendige Einbeziehung der Reserve. Er sagte: "Wir wollen und brauchen eine leistungsfähige Bundeswehr. Sie soll aus guten und charakterstarken Soldaten bestehen. Dazu brauchen wir auch die aktiven Reservisten, die mit gutem Beispiel vorangehen, um beim Heimatschutz, bei Sicherungs- und Unterstützungsleistungen zu helfen. Natürlich bleiben Sie alle Reservisten, doch Sie leisten jetzt einen andauernden Beitrag zum Auftrag der Bundeswehr und sind von nun an Teil der Bundeswehr."


Enge Zusammenarbeit

Das hörten die rund 120 Reservisten der Landesgruppe Bremen, die sich für die neuen Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr) der Bundeswehr freiwillig gemeldet hatten, sicher gerne. War der gestrige Tag doch letztlich Lohn für ein langjähriges unentgeltliches Engagement. Innerhalb weniger Monate konnten die Bremer gemeinsam mit ihrem Landeskommando die Strukturen einer RSU-Kompanie ausarbeiten. "Wir haben ganz eng zusammengearbeitet", sagt Stephan Leupold. Er ist der Landesvorsitzende des Reservistenverbandes und jetzt der erste Kompaniechef der RSU-Kompanie im kleinsten Bundesland.


Fünf Jahre lang freiwillig engagiert

Der promovierte Chemiker hatte mit seinen Kameraden bereits vor fünf Jahren eine sogenannte Regionale Initiative von Reservisten (RegIniRes) ins Leben gerufen – ein Modellversuch des Reservistenverbandes, der in mehreren Bundesländern erfolgreich umgesetzt werden konnte und bei der Bundeswehr äußerst positiv zur Kenntnis genommen worden war. Freiwillig und nicht beordert engagierten sich die Reservisten bereits im Katastrophenschutz und arbeiteten dabei eng mit der Bundeswehr und anderen Hilfsorganisationen zusammen. Sie alle nahmen deshalb am Freitag als Gäste am Aufstellungsappell teil: Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Deutsche Rotes Kreuz und Johanniter Unfallhilfe.


Erwartungen nicht enttäuschen

"Die Bundeswehr hat hohe Erwartungen an uns Reservisten", sagte Roderich Kiesewetter in seinem Grußwort während des Aufstellungsappells. Der Bundestagsabgeordnete und Präsident des Reservistenverbandes war mit Minister de Maizière in einem Luftwaffenhubschrauber aus Berlin angereist. Seit seinem Amtsantritt im November vergangenen Jahres hält er engen Kontakt zu de Maizière und dessen Stab. "Wir wollen die Erwartungen nicht enttäuschen und das Vertrauen der Bundeswehr in die Reserve festigen. Die RSUKr bieten die große Chance, die Reservisten wieder in die Bundeswehr einzubinden und wir wollen als Reservistenverband in Vorleistung treten", versprach Kiesewetter.

Niemanden ausgrenzen
Deshalb geht es jetzt und sofort an die Aufbauarbeit. "120 Kameraden haben sich schon gemeldet. Wir stellen drei Züge mit je 31 Mann auf. Mit dem Führungspersonal brauchen wir also etwa 100 Frauen und Männer, die wir auf Beorderungsplätze setzen können", sagt Kompaniechef Leupold. Doch er will bei all den Planungen und zu treffenden Entscheidungen niemanden ausgrenzen. "Jeder, der sich engagiert, wird von mir eingebunden. Wer nicht beordert werden kann, der kann sich bei uns als freiwilliger Unterstützer einbringen." Für eine Nichtbeorderung kann es viele Gründe geben. Jetzt müssen alle 120 erst einmal zum Arzt. Danach finden Beorderungsgespräche statt. "Da wollen wir klären, wer was machen will und wie er uns zeitlich unterstützen kann, welche Lehrgänge er eventuell noch braucht. Letztlich müssen auch die Arbeitgeber einem Engagement in den RSUKr zustimmen".

Hoffnung auf militärische Förderung
Die Bundeswehr hat für Angehörige der RSUKr die Vollendung des 60. Lebensjahres als Höchstalter festgeschrieben und orientiert sich damit nun an den Altersgrenzen der Freiwilligen Feuerwehren. Für die Reservisten in einem Mannschaftsdienstgrad ist das eine Verbesserung. Bisher wurden sie von der Truppe spätestens mit 45 Jahren aufs Altersgleis geschoben. "Es ist schön, wieder eine Zukunft in der Bundeswehr zu haben", sagt zum Beispiel der 37 Jahre alte Hauptgefreite der Reserve Stefan Kaden. Er erhofft sich nun eine weitere Förderung. Leupold sagt: "Das ist mit einer Beorderung möglich. Jeder Mannschaftssoldat kann bei uns Stabsgefreiter werden." Grundvoraussetzung für Beförderungen bleibt jedoch auch in Zukunft eine Beorderung. Leupold profitierte bereits am gestrigen Abend von dieser Regelung. Gemeinsam mit seinem Kompaniefeldwebel Thomas Boehnke konnte Leupold befördert werden. Die beiden Männer sind die ersten, die bereits in eine feste Beorderungsstelle eingeplant werden konnten. Der Kompaniechef ist jetzt Major der Reserve, der Spieß seit Freitagabend Stabsfeldwebel der Reserve. Nach dem Ernennungsakt gab es Jubel und Glückwünsche von den Reservisten. Eine Motivation auch für alle Kameradinnen und Kameraden der neuen Kompanie. In ihre Bundeswehr-Zukunft feierten sie alle gemeinsam mit Familien, Freunden, Arbeitgebern, Politikern und Soldaten. Dazu gab es einen Feldempfang, der von Bundeswehr und Reservistenverband gemeinsam ausgerichtet wurde.

Weitere Berichte folgen.

Detlef Struckhof


Bild oben: Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière
schreitet während des Aufstellungsappells der RSUKr
in Bremen die Formation ab (dest).

2. Bild: Während des Aufstellungsappells unterstützte
das Luftwaffenmusikkorps der Bundeswehr aus Münster
mit Musik sowie 40 Soldaten des Kraftfahrausbildungszentrums MKL
aus Oldenburg als Fahnen- und Ehrenzug (dest).

3. Bild: Die 120 Reservisten der ersten RSUKr-Kompanie aus
Bremen während des Aufstellungsappells. Victor Besch (links) von
den "Crest of Gordon" unterstützte als Trommler (dest).

4. Bild: Hauptmann der Reserve Dr. Stephan Leupold erhält von
Oberst Dietmar Werstler, Kommandeur Landeskommando Bremen,
den Kompaniewimpel überreicht (dest).

5. Bild: Pressekonferenz: Roderich Kiesewetter (links), Präsident des
Reservistenverbandes, antwortete gemeinsam mit
Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière auf Fragen
von Journalisten (dest).

6. Bild: Feldgottesdienst vor dem Aufstellungsappell (dest).

7. Bild: Beförderung: Dr. Stephan Leupold (Mitte) wird
zum Major der Reserve ernannt (dest).

8. Bild: Nach dem offiziellen Teil haben die Reservisten Zeit für
ihre Familien und Gäste während eines Feldempfangs (dest).

9. Bild: Zufrieden mit der Organisation: Landesgeschäftsführer Thomas Witte (links),
Vizepräsident für Information und Kommunikation Sascha Rahn (Mitte)
sowie Präsident Roderich Kiesewetter MdB beim Erbsensuppen-Essen (dest).

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