DAS MAGAZIN

Monatlich informieren wir unsere Mitglieder mit der loyal über sicherheitspolitische Themen. Ab sofort können Mitglieder auch im Bereich Magazin die darin aufgeführten Artikel lesen!

Mehr dazu
DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

Mehr dazu

Oderlandmarsch: Vier Länder machten mit




Beim diesjährigen Oderlandmarsch errangen polnische Pioniere aus Sulechow den Gesamtsieg. Als Zweit- und Drittplatzierte stiegen Mannschaften der Brandenburger Landespolizei aus Frankfurt/Oder und Potsdam auf das Treppchen. Beste deutsche Reservistenmannschaft wurden die Frankfurter um Guillermo Garcia mit Platz zwölf in der Gesamtwertung. Eine Reportage.

Die Soldaten im Schlauchboot sind guter Dinge. Das deutsche Ufer ist nur 100 Meter entfernt und die Oder fließt ruhig dahin. Doch schon nach wenigen Metern macht sich die Strömung bemerkbar und fordert vollen Einsatz. Die Mannschaft muss mit ganzer Kraft stromaufwärts paddeln, um nicht abgetrieben zu werden. Am Ziel sind die Männer völlig außer Atem. Sie nicken zustimmend, als einer von ihnen feststellt: „Das war härter als gedacht“.

32 Mannschaften aus Vier Ländern
Das Überwinden des Grenzflusses ist nur eine von vielen Aufgaben beim traditionellen Oderlandmarsch, der am vergangenen Wochenende bereits zum 16. Mal stattfand. Wie schon 2010, stand der Wettkampf auch in diesem Jahr wieder unter der Schirmherrschaft des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. Der Vielseitigkeitswettkampf im Oderbruch beiderseits der Oder wird im Wechsel vom Landeskommando Brandenburg beziehungsweise vom Militärstab der Woiwodschaft Lebus in Zielona Góra organisiert. Die beiden Dienststellen sind durch eine Partnerschaft miteinander verbunden. In diesem Jahr lag die Verantwortung für die Organisation des Wettbewerbs bei der polnischen Armee. Die Partner wurden vom Landeskommando Brandenburg und von mehreren Hilfsorganisationen unterstützt. Dem Wettbewerb stellten sich 32 Mannschaften aus Deutschland, Großbritannien, Polen und Tschechien. Neben aktiven Soldaten und Reservisten gingen Angehörige von Polizeibehörden, dem Technischen Hilfswerk und dem Deutschen Roten Kreuz, Feuerwehrleute und Mitarbeiter der Forstverwaltung an den Start.

An historischer Stätte
Der Wettkampf begann am polnischen Grenzübergang nahe der alten Festung Küstrin (Kostryzyn nad Odra). Ein symbolträchtiger Ort, jahrhundertlang „Bollwerk im Osten“ genannt, heute Relikt der Vergangenheit in einem Europa ohne Grenzen. Ein guter Ausgangspunkt für einen friedlichen Wettstreit. Erstmals wurde der Manfred-Hildenbrand-Pokal vergeben. Die nach dem Ehrenvorsitzenden der Landesgruppe Brandenburg des Reservistenverbandes benannte Trophäe wird als Wanderpokal an die beste deutsche Reservistenmannschaft vergeben. Da sich in diesem Jahr drei deutsche Reservistenkameradschaften zum Wettbewerb angemeldet hatten, war allen ein vorderer Platz sicher. Die Mannschaft der Reservistenkameradschaft Frankfurt/Oder ging unter der Führung von Guillermo Garcia an den Start. Der Obergefreite der Reserve und seine Mitstreiter wollten in der Gesamtwertung einen guten Mittelplatz erzielen und möglichst den Hildenbrand-Pokal mit nach Hause nehmen, was ihnen auch gelingen sollte.

Anspruchsvolle Aufgaben
Die fünfköpfigen Teams mussten zunächst einen mehr als acht Kilometer langen Eilmarsch bewältigen, anschließend Verwundete transportieren und ein Fahrzeug auf Sprengfallen untersuchen. Nach dem Überwinden der Oder stand ein Wissenstest mit Fragen zur Nato und den Vereinten Nationen (UN) auf dem Programm. Während eines Fahrrad-Biathlons in und um Reitwein waren Fertigkeiten außerhalb des militärischen Spektrums gefordert, darunter Dosen- und Pfeilwerfen. Für jeden Fehlversuch stand eine Strafrunde für die ganze Mannschaft an und damit ein herber Zeitverlust. Auf den letzten Stationen wurden mit Erster Hilfe und Brandbekämpfung sowie einem Schießen mit Luftpistole noch einmal unterschiedlichste Fähigkeiten abgerufen. Der darüber hinaus zu bewältigende Hindernis-Parcours brachte viele Teilnehmer an den Rand ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. Den Gesamtsieg errangen wie im Vorjahr polnische Pioniere aus Sulechow. Als Zweit- und Drittplazierte stiegen bei der Schlusszeremonie in Gorzyca Mannschaften der Brandenburger Landespolizei aus Frankfurt/Oder und Potsdam auf das Treppchen. Beste deutsche Reservistenmannschaft wurden die Frankfurter um Guillermo Garcia mit Platz zwölf in der Gesamtwertung, sie sicherten sich damit den erhofften Pokal. Luckenwalde kam auf Rang 19 vor den Strausbergern, die sich mit dem 27. Platz zufrieden geben mussten.

Rahmenprogramm mit Schülern
Eine größere Gruppe Brandenburger Reservisten war schon mehrere Tage vor dem eigentlichen Ereignis im Oderbruch unterwegs. Die rund 30 Frauen und Männer organisierten zusammen mit Aktiven des Landeskommandos Brandenburg und Angehörigen von Hilfsorganisationen ein Spiel- und Sportfest für die Kinder der Grundschule Küstriner Vorland. Dazu bauten sie auf dem Sportplatz von Gorgast neun Stationen auf, darunter Sackhüpfen, Tauziehen und Stiefelweitwurf. Auf einem Sportparcour konnten die rund 160 Mädchen und Jungen Fitness und Geschicklichkeit beweisen, mit einer Kübelspritze wurde ihr Zielvermögen gefordert. Die Reservisten und andere freiwillige Helfer betreuten die Kindergruppen und führten sie zu den einzelnen Stationen. Dabei mussten die Uniformierten auch selbst ran, denn die Kleinen legten Wert darauf, dass ihnen „die Großen“ beispielsweise die Überwindung des Parcours vormachen. Wer sich von den Reservisten nicht sportlich bewähren musste, war anderweitig gefordert. So standen zwei von ihnen nach Jahrzehnten wieder an einer Gulaschkanone und kochten für Groß und Klein eine leckere Kartoffelsuppe. Wie im vergangenen Jahr beteiligten sich die Schüler auch wieder am Rahmenprogramm. Die Mädchen und Jungen fertigten im Kunstunterricht Pappskulpturen zum Thema Bundeswehr an. Die besten Plastiken wurden vom Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, Oberst Peter Arendt, ausgezeichnet. Sie können jetzt im Stabsgebäude des Kommandos besichtigt werden.

Ziel erreicht: Kameradschaft vertieft
Im Mittelpunkt des Oderlandmarsches steht nicht nur der Kampf um Zeiten und Punkte, sondern die Verbesserung grenzüberschreitender Kontakte und die Vertiefung der Kameradschaft. Diese Ziele wurden nach übereinstimmenden Aussagen erreicht. Stabsfeldwebel Dietmar Straeck, Projektfelwebel vom Landeskommando Brandenburg, fasste seine Eindrücke so zusammen: „Diese Veranstaltung ist sehr wichtig. Das Kennenlernen fördert die Zusammenarbeit und die kameradschaftlichen Beziehungen. Der faire Umgang der Mannschaften untereinander trägt dazu eine Menge bei.“


Landeskommando Brandenburg

Bild: Der Wettkampf findet beiderseits
der Oder statt (Foto: Landeskommando Brandenburg)

Bild unten: Reservisten aus Frankfurt/Oder erringen
den Manfred-Hildenbrand-Wanderpokal
(Foto: Landeskommando Brandenburg)

Verwandte Artikel
Die Reserve

Beim Cyber-Workshop den Spezialisten über die Schulter geschaut

Cyber-Reserve denkt voraus!“ Unter diesem Motto trafen sich die Leiter der Arbeitskreise Plattform Cyber Community Bundeswehr (PCCBw) mit Angehörigen des...

30.09.2022 Von Alexander Pilz/red
Allgemein

Bundeswehr und Reserve - Newsblog KW 39

Was berichten die Medien in dieser Woche über die Bundeswehr und ihre Reserve? Welche Themen stehen auf der sicherheitspolitischen Agenda?...

30.09.2022 Von Sören Peters
Aus den Ländern

Heimatschutzkompanie Brandenburg unter neuer Führung

Die Heimatschutzkompanie Brandenburg hat einen neuen Chef: Oberstleutnant Thorsten Pfötsch übernimmt die Führung der Kompanie von Oberstleutnant Volker Theilen. Der...

29.09.2022 Von Redaktion